Schloss Syrgenstein
| Burg, später Schloss Syrgenstein | ||
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Schloss Syrgenstein |
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| Alternativname(n): | Sürgenstein, Sirgenstein | |
| Entstehungszeit: | Neubau 1496 nach Brand | |
| Burgentyp: | Hangburg | |
| Erhaltungszustand: | Erhalten und vom Eigentümer bewohnt | |
| Ständische Stellung: | Freiherren | |
| Ort: | Syrgenstein bei Heimenkirch | |
| Geographische Lage | 47° 39′ 29,2″ N, 9° 55′ 9,8″ O47.65810361139.919399023Koordinaten: 47° 39′ 29,2″ N, 9° 55′ 9,8″ O | |
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Schloss Syrgenstein – auch Sürgenstein genannt – ist die einzige erhaltene Schlossburg im Landkreis Lindau (Bodensee). Sie liegt am nördlichen Rand des Gemeindegebietes von Heimenkirch (Landkarte)47.65810361139.919399023 und steht auf einem Nagelfluhfelsen über dem linken Ufer der Oberen Argen gegenüber von Eglofs. Schloss Syrgenstein gehört kommunal zu Heimenkirch, postal zu Argenbühl und (katholisch) klerikal zu Maria-Thann.[1]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die Vorgängerburg wird 1265 in einem Dokument erstmals erwähnt. Zur Herkunft der dem niederen Ritteradel angehörenden Sürgen gibt es unterschiedliche Deutungen. Sie machten jedenfalls als Feldherren und Erbmarschälle, als kaiserliche Küchenmeister und Weihbischöfe von sich reden und waren Mitglied der Ritterschaft des Georgenschildes. Zeitweise besaßen sie auch die Burgen Ratzenried,[2] Amtzell und Achberg.[1]
Der wohlhabende Veit Sürg kaufte den unter seinen Vorfahren verlorengegangenen Besitz Syrgenstein mit Burgstall in den Jahren um 1480 bis 1490 zurück und erbaute das heutige Schloss. Die Sürgen wurden später durch Kaiser Ferdinand III. in den Reichsfreiherrenstand erhoben.
Der Neubau der Kirche in Heimenkirch brachte Schloss Syrgenstein 1841 ernsthaft in Gefahr. Die Heimenkirchner erwogen bei ihrer Suche nach günstigem Baumaterial, das damals zum Verkauf stehende Schloss zu kaufen und als Steinbruch zu verwenden. Die Kosten für die Abbrucharbeiten und den Transport der Steine vereitelten glücklicherweise das Vorhaben.[3]
Das Schloss ist heute im Besitz der schwäbischen Familie Waldburg-Zeil und öffentlich nicht zugänglich.
[Bearbeiten] Schlossbesitzer
Veit Sürg und Nachfahren
- Veit Sürg erwarb 1482 den Burgstall Syrgenstein mit umliegendem Besitz von Hans Müller zu Eglofs.[4] Nach anderer Quelle (Hartmann[1]) legte man schon im Juni 1491 den Grundstein. Aus verschiedenen Dokumente geht jedenfalls hervor, dass bereits 1483 ein Schloss Syrgenstein bestand. Dieser Neubau brannte höchstwahrscheinlich ab, denn nach einem weiteren Beleg[5] ließ Veit Sürg das Schloss 1496 wieder aufbauen.
- Sohn Hans Ulrich (erwähnt zwischen 1511 und 1551) baute das Schloss weiter aus.
- Dessen Sohn Veit (erwähnt zwischen 1558 und 1578) fiel in den Niederlanden.
- Dessen älterer Bruder Hans, der bereits die Herrschaft Achberg besaß, war dann Inhaber des Schlosses.
- Der Besitz ging dann auf dessen Enkel Hans Georg und Johann Joachim über, den Nachkommen seines Sohnes Hans Ulrich (erwähnt zwischen 1595 und 1618).
- Johann Joseph (Sohn des Johann Joachim) starb kinderlos.
- Schwager Johann Christoph Rupert (1697–1766) übernahm, starb aber ohne männlichen Erben.[4]
- Johann Joseph (Sohn des Johann Joachim) starb kinderlos.
- Der Besitz ging dann auf dessen Enkel Hans Georg und Johann Joachim über, den Nachkommen seines Sohnes Hans Ulrich (erwähnt zwischen 1595 und 1618).
- Sohn Hans Ulrich (erwähnt zwischen 1511 und 1551) baute das Schloss weiter aus.
Syrgenstein zu Altenberg
- Schloss Syrgenstein kam unter Johann Gotthard an die Linie Syrgenstein zu Altenberg.
- Er übergab 1766 den Besitz an seinen Sohn Johann Germann.
- 1795 an dessen Sohn Johann Marquard.
- Johann Marquards einzige Tochter Caroline musste 1824 nach dem Tod des Vaters Syrgenstein wegen einer hypothekarisch gesicherten Forderung aus der Verwandtschaft aufgeben.[4]
- 1795 an dessen Sohn Johann Marquard.
- Er übergab 1766 den Besitz an seinen Sohn Johann Germann.
verschiedene Besitzer
- Der königliche Salzfaktor Josef Schmied (oder Schmid) aus Simmerberg und Rudolf Lingg von Hergensweiler erhielten in der Zwangsversteigerung den Zuschlag. 1830 kaufte Schmied Linggs Anteil und wurde Alleinbesitzer.
- Nach seinem Tod 1840 versuchte seine Witwe Josefa, das Anwesen zu veräußern. 1841 scheiterten Verkaufsverhandlungen mit der Gemeinde Heimenkirch; zum Glück muss man heute sagen, denn die Gemeinde beabsichtigte, das Schloss abzureißen und das Material für den Neubau der Kirche zu verwenden.[1] Schließlich ging das Schloss 1844 (oder 1845) an Andreas Sporer (oder Sperer) aus Ravensburg.
- Sporer veräußerte es 1849 an August von Clermont
- Über eine Zwangsversteigerung kam das Anwesen 1853 an die Hauptgläubigerin Margarete Sinz.
- Von ihr erwarb 1854 Philip August Freiherr von Künsberg aus Regensburg das Schloss.
- Nachfolger als Schlossbesitzer wurde 1858 für 24 Jahre der Ire (oder Engländer) James Whittle, der mit einem neuen Fundament das Senken des östlichen Turms verhinderte. Aus seiner Zeit stammt auch der sogenannte Englische Friedhof in der Nähe des Schlosses.[4]
- Von ihr erwarb 1854 Philip August Freiherr von Künsberg aus Regensburg das Schloss.
- Über eine Zwangsversteigerung kam das Anwesen 1853 an die Hauptgläubigerin Margarete Sinz.
- Sporer veräußerte es 1849 an August von Clermont
- Nach seinem Tod 1840 versuchte seine Witwe Josefa, das Anwesen zu veräußern. 1841 scheiterten Verkaufsverhandlungen mit der Gemeinde Heimenkirch; zum Glück muss man heute sagen, denn die Gemeinde beabsichtigte, das Schloss abzureißen und das Material für den Neubau der Kirche zu verwenden.[1] Schließlich ging das Schloss 1844 (oder 1845) an Andreas Sporer (oder Sperer) aus Ravensburg.
Waldburg-Syrgenstein
- Sophie Gräfin von Waldburg–Zeil-Wurzach (1857−1924) kaufte 1882 Whittle das Anwesen ab und heiratete im selben Jahr ihren 16 Jahre älteren Vetter Karl Graf von Waldburg-Zeil (1841–1890), dem der bayerische König 1885 die Namensvereinigung von Waldburg-Syrgenstein gestattete.
- Nach Karls Tod heiratete die Witwe 1891 den k.u.k. diplomatischen Agenten und Generalkonsul in Ägypten von Heidler–Egeregg, der im Dezember 1891 in den Freiherrenstand erhoben wurde. 1897 gestattete man ihm die Namensvereinigung mit Syrgenstein, worauf er sich Heidler von Egeregg und Syrgenstein nannte. Beide Ehen Sophies blieben kinderlos.
Waldburg-Zeil-Hohenems
- 1913 kaufte Georg Graf[6] Waldburg-Zeil (aus der österreichischen Linie Waldburg-Zeil-Hohenems) den Besitz von seiner Tante Sophie.
- Nach dessen Tod 1955 ging das Schloss auf dessen Sohn Josef Waldburg–Zeil über, in dessen Familienbesitz es sich bis heute befindet.[4]
[Bearbeiten] Literatur
- Wilhelm Sahner: Maria Thann [Kr. Lindau], einschließlich Schloss Syrgenstein. Kirchenkunstführer. Selbstverlag, Gelsenkirchen-Buer 1966.
- Ludwig Zenetti: Die Sürgen. Geschichte der Freiherren von Syrgenstein. Seitz in Kommission, Augsburg 1965 (Schwäbische Genealogie. Band 1).
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Schloss Syrgenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b c d Ralf Hartmann: Schloss Syrgenstein auf dem Portal Dein Allgäu.
- ↑ Geschichte der Burgruine Ratzenried. Website von Ratzenried.
- ↑ Siehe Zusatzbemerkung in: Josef Reitemann, Ortsheimatpflege & Arbeitskreis Geschichte / Hergatz (Hrsg.): Der alte englische Friedhof in Syrgenstein. Hergatz (Online auf der Website der Gemeinde Hergatz, ohne Datum, abgerufen am 20. Juli 2011).
- ↑ a b c d e Zenetti: Die Sürgen. Augsburg 1965, S. 19–21.
- ↑ Ravensburger Attest: Anno 1496 hat Veit Sürg Sürgenstein [d. h. das Schloss] wieder von neuem erbauen, dann es schwerlich samt ihren brieflichen Urkunden verbrunnen.
- ↑ Graf bis 1919, siehe Adelsaufhebungsgesetz.
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