Schloss Trautenfels

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Schloss Trautenfels

Schloss Trautenfels ist ein Schloss in der Gemeinde Pürgg-Trautenfels im Bezirk Liezen in der Steiermark. Es liegt an der Enns auf einem Felsvorsprung am Fuß des Grimming auf 673 m ü. A.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Trautenfels, Lith. um 1830, J.F.Kaiser, Graz
Marmorsaal mit Fresken von Carpoforo Tencalla

Der Bau wurde 1260/62 im Besitz des Erzstiftes Salzburg erstmals urkundlich erwähnt. Er lag am Kreuzungspunkt der Salzstraße mit der Strecke durch das Ennstal und diente als Talsperre. Bis in das 16. Jahrhundert wurde das Schloss ‚Neuhaus' genannt. Aus dieser Zeit sind Renaissancefresken mit phantastischen Landschaften bemerkenswert. Sie wurden wohl 1563 anlässlich der Hochzeit des damaligen Schlossbesitzers Ferdinand Hoffmann mit Margarete von Harrach von einem norditalienischen Künstler geschaffen. 1664 erwarb der steirische Landeshauptmann Graf Siegmund Friedrich von Trauttmansdorff das Schloss. 1670 bis 1672 erhielt das Schloss seine heutige Form und wurde Trautenfels genannt. Der mächtige Rechteckbau mit (heute überdachten) Innenhöfen und einem mächtigem Turm beherbergt im ersten Obergeschoss einen Saal mit bedeutender Innendekoration (1670 bis 1673) mit Fresken von Carpoforo Tencalla. Erwähnenswert sind auch die frei stehende Schlosskapelle sowie die fünf Basteien.

Nach zahlreichen Besitzerwechseln kaufte Josef Graf Lamberg 1878 das Schloss. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb es das Steirische Jugendherbergswerk, bis es 1983 in den Besitz der Gemeinde Pürgg-Trautenfels und des Landes Steiermark gelangte. Der Umbau und die Revitalisierung für die museale Nutzung erfolgte 1988 bis 1992 nach den Plänen von Architekt Manfred Wolff-Plottegg. 1992 fand hier die Steirische Landesausstellung statt. Das Schloss ist heute Landschaftsmuseum (als Teil des Steiermärkischen Universalmuseum Joanneum).

Schloss Trautenfels 1992, Umbau Architekt Manfred Wolff-Plottegg

Landschaftsmuseum in Schloss Trautenfels[Bearbeiten]

Landschaftsmuseum

Das Schloss präsentiert in einer ständigen Schausammlung rund 1000 Exponate zur Natur- und Kulturgeschichte sowohl des Ennstales als auch des Ausseerlandes. Zusätzlich sind das Geweihzimmer des Grafen Lamberg, der prächtige Marmorsaal, die reich verzierten Prunkräume und ein Aussichtsturm für Besucher geöffnet. Insgesamt verfügt das Museum über 40.000 Einzelstücke sowie eine volkskundliche Fachbibliothek.

Kirche[Bearbeiten]

Wenige Meter westlich des Schlosses liegt auf demselben Bergrücken die Ruine der evangelischen Kirche Neuhaus. Diese war zur Zeit der Reformation das bedeutendste religiöse Zentrum der Protestanten im oberen Ennstal. Die Kirche wurde von den Schlossherren in Trautenfels errichtet. Aber schon bald fiel sie der Zerstörung durch die Gegenreformation zum Opfer. 1991 wurden die Reste des Bauwerks archäologisch freigelegt und als Gedenkstätte eingerichtet.

Rezeption[Bearbeiten]

Zu Ehren des Schlosses gab 1975 die Bremer Reederei Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“ ihrem neu erworbenen Schwergut Frachtschiff den Namen Trautenfels.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Leitner-Ruhe: "Aber zugreifen soll man, wo man nur kann." Zum Verkauf von Schloss Trautenfels 1941 durch die Familie Lamberg an die Deutsche Reichspost, in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 113 (2010) 157-178.
  • Katharina Krenn: Schloss Trautenfels - ein dynamischer Platz für ein Museum?, in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 113 (2010) 250-270.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. F-Klasse (DDG Hansa) - Schwergut Frachtschiff Trautenfels

47.51888888888914.080833333333Koordinaten: 47° 31′ 8″ N, 14° 4′ 51″ O