Schnitt (Faserbündel)
Schnitte sind Abbildungen, welche in der algebraischen Topologie, insbesondere in der Homotopietheorie, untersucht werden. Insbesondere interessiert man sich dafür, unter welchen Bedingungen solche Abbildungen existieren. Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel von Schnitten sind die Differentialformen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Motivation
Ein Schnitt kann als Verallgemeinerung des Graphen einer Funktion aufgefasst werden. Der Graph einer Abbildung
kann mit einer Funktion
mit Werten in dem kartesischen Produkt
identifiziert werden. Die Funktion
hat die Form
Ist
die Projektion auf die erste Komponente, so gilt
. Wie die folgende Definition zeigen wird, ist
ein Spezialfall eines Schnittes.
Mit Hilfe von Schnitten in Faserbündeln lässt sich obige Konstruktion auch auf Mengen
verallgemeinern, welche nicht aus kartesischen Produkten bestehen.
[Bearbeiten] Definition
[Bearbeiten] Schnitt
Es sei
ein Faserbündel, bestehend aus dem Totalraum
, dem Basisraum
, der Bündelprojektion
und der Faser
. Ein (globaler) Schnitt in einem Faserbündel ist eine stetige Abbildung
so dass
für alle
gilt. Die Abbildung
ist also ein Rechtsinverses zur Bündelprojektion
. Die Menge der (globalen) Schnitte wird oftmals mit
oder mit
bezeichnet.
[Bearbeiten] Schnitt mit kompaktem Träger
Es sei
ein Faserbündel. Ein Schnitt
heißt Schnitt mit kompaktem Träger, falls es eine kompakte Menge
gibt mit
für
. Die Menge der Schnitte mit kompaktem Träger wird mit
beziehungsweise mit
bezeichnet. Statt dem Zusatz
findet auch der Zusatz
verwendet.
[Bearbeiten] Glatter Schnitt
Ist
eine glatte Mannigfaltigkeit,
ein glattes Vektorbündel über
und ist die Abbildung
aus obigem Abschnitt glatt, so nennt man
einen glatten (globalen) Schnitt. Zur Unterscheidung gegenüber den zuvor definierten Schnitten notiert man diese Menge dieser Schnitte mittels
. Kann keine Verwechslung zwischen glatten und nicht glatten Schnitten auftreten, so verzichtet man auch oft wieder auf den Zusatz
.
[Bearbeiten] Beispiele
- Sei
ein triviales Faserbündel und sei
die Projektion auf
. Die Schnitte
in diesem Faserbündel sind natürlich isomorph zu den stetigen Funktion 
- Eine Vektorfeld
an einer Mannigfaltigkeit
ist eine Abbildung
, welche jeden Punkt
der Mannigfaltigkeit mit einem Punkt
des entsprechenden Tangentialraums paart. Der Punkt p wird also auf
abgebildet. - Ein weiteres bekanntes Beispiel von Schnitten sind die Differentialformen. Dies sind Schnitte in der äußeren Potenz des Kotangentialbündels.
- Es sei
ein Vektorbündel, der Null-Schnitt ist definiert durch
für alle
. Es interessiert jedoch, wann ein Vektorbündel Schnitte hat, welche nirgendwo Null sind. Diese Frage ist zum Beispiel wichtig, um die Orientierbarkeit einer Mannigfaltigkeit zu untersuchen. Ein wichtiges Resultat zu dieser Frage ist der Satz vom Igel.
[Bearbeiten] Lokaler Schnitt
Allgemeine Faserbündel haben im Gegensatz zu den obigen Beispielen nicht immer (globale) Schnitte. Darum scheint es sinnvoll Schnitte lokal zu definieren.
Sei
eine offene Teilmenge. Ein lokaler Schnitt in einem Faserbündel
ist eine Abbildung
, für welche ebenfalls
für alle
gilt.
[Bearbeiten] Literatur
- Edwin H. Spanier: Algebraic Topology. 1. corrected Springer edition, Reprint. Springer, Berlin u. a. 1995, ISBN 3-540-90646-0.


ein triviales Faserbündel und sei
die Projektion auf
in diesem Faserbündel sind natürlich isomorph zu den stetigen Funktion 
an einer
ist eine Abbildung
, welche jeden Punkt
der Mannigfaltigkeit mit einem Punkt
des entsprechenden Tangentialraums paart. Der Punkt p wird also auf
abgebildet.
ein
für alle
. Es interessiert jedoch, wann ein Vektorbündel Schnitte hat, welche nirgendwo Null sind. Diese Frage ist zum Beispiel wichtig, um die