Funktion (Mathematik)
In der Mathematik ist eine Funktion oder Abbildung eine Beziehung (Relation) zwischen zwei Mengen, die jedem Element der einen Menge (Funktionsargument, unabhängige Variable,
-Wert) genau ein Element der anderen Menge (Funktionswert, abhängige Variable,
-Wert) zuordnet. Das Konzept der Funktion oder Abbildung nimmt in der modernen Mathematik eine zentrale Stellung ein; es enthält als Spezialfälle unter anderem parametrische Kurven, Skalar- und Vektorfelder, Transformationen, Operationen, Operatoren und vieles mehr.
Begriffsgeschichte [Bearbeiten]
Das Nebeneinander der Begriffe Funktion und Abbildung ist nur historisch zu verstehen.
Der Begriff Funktion, 1694 von Leibniz eingeführt, wurde zunächst als formelmäßige Rechenvorschrift aufgefasst, zum Beispiel
oder
. In der Schulmathematik wurde dieser naive Funktionsbegriff bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts beibehalten. Bisweilen wurden auch mehrwertige Funktionen, zum Beispiel eine im Vorzeichen unbestimmte Quadratwurzelfunktion, zugelassen.
Erst als die Analysis im 19. Jahrhundert mit einem exakten Grenzwertbegriff auf eine neue Grundlage gestellt wurde, entdeckten Weierstraß, Dedekind und andere, dass Grenzwerte unendlicher Folgen „klassischer“ Funktionen sprunghaft sein können und sich nicht immer durch „geschlossene“ Formeln, d. h. mit endlich vielen Rechenoperationen ausdrücken lassen. Das erzwang eine schrittweise Ausweitung des Funktionsbegriffs.
Davon unabhängig wurde im 19. Jahrhundert die Gruppentheorie begründet, mit der man systematisch untersuchen kann, wie sich algebraische Gleichungen unter der Wirkung aufeinanderfolgender Transformationen verändern. Bei der Anwendung dieser Theorie auf geometrische Probleme wurden gleichbedeutend mit Transformation auch die Begriffe Bewegung und Abbildung gebraucht.
Als Anfang des 20. Jahrhunderts die Grundlagen der Mathematik einheitlich in der Sprache der Mengenlehre formuliert wurden, stellten sich die mathematischen Begriffe Funktion und Abbildung als deckungsgleich heraus. Im Sprachgebrauch wirken die unterschiedlichen Traditionen jedoch fort. In der Analysis spricht man heute häufig noch von Funktionen, während man in der Algebra und in der Geometrie von Abbildungen spricht. Einige Mathematiker unterscheiden auch heute noch streng zwischen einer Abbildung und einer Funktion. Diese verstehen unter einer Funktion eine Abbildung in den reellen oder komplexen Zahlenkörper.
Weitere Synonyme für Funktion in spezielleren Zusammenhängen sind unter anderem Operator in der Analysis, Operation, Verknüpfung und Morphismus in der Algebra.
Heute sehen manche Autoren den Funktionsbegriff nicht unbedingt auf Mengen beschränkt an, sondern lassen jede aus geordneten Paaren bestehende Klasse, die keine verschiedenen Elemente mit gleicher linker Komponente enthält, als Funktion gelten.[1] Mengentheoretisch ausgedrückt werden Funktionen also als rechtseindeutige Relationen definiert.
Definitionen und Konventionen [Bearbeiten]
Grundidee [Bearbeiten]
Eine Funktion
ordnet jedem Element
einer Definitionsmenge
genau ein Element
einer Zielmenge
zu.
Schreibweise:
Für das dem Element
zugeordnete Element der Zielmenge schreibt man im Allgemeinen
.
Anmerkungen:
- Die Umkehrung gilt nicht: Ein Element der Zielmenge muss (wenn überhaupt) nicht nur einem Element der Definitionsmenge zugeordnet worden sein.
- Oft ist an Stelle der Definitionsmenge zunächst eine Quellmenge
gegeben. Wenn
als Rechenvorschrift gegeben ist, erhält man die Definitionsmenge
, indem man von
diejenigen Elemente ausschließt, für die
nicht definiert ist.
Mengentheoretische Definition [Bearbeiten]
Mengentheoretisch ist eine Funktion eine spezielle Relation:
- Eine Funktion von der Menge
in die Menge
ist eine Menge
, die die folgenden Eigenschaften hat:[2]
ist eine Teilmenge des kartesischen Produkts
von
und
, d. h.
ist eine Relation.- Für jedes Element
aus
existiert (mindestens) ein Element
in
, so dass das geordnete Paar
Element der Relation
ist.
ist also linkstotal. - Zu jedem Element
von
gibt es höchstens ein Element
von
, so dass das Paar
in
liegt.
ist damit rechtseindeutig oder funktional.
Die letzten beiden Eigenschaften lassen sich auch wie folgt zusammenfassen:
-
- Zu jedem Element
von
gibt es genau ein Element
von
, so dass das Paar
Element der Relation
ist.
- Zu jedem Element
Oft möchte man aber auch die Zielmenge explizit zu einem Teil der Funktion machen, zum Beispiel um Aussagen zur Surjektivität anstellen zu können:
- Ein Paar
, bestehend aus einer Relation
und einer Menge
, heißt Funktion von der Menge
nach
, wenn gilt:
und zu jedem Element
von
gibt es genau ein Element
von
(geschrieben
), so dass das Paar
Element von
ist.
wird auch der Graph der Funktion
genannt. Die Definitionsmenge
der Funktion ist dabei durch ihren Graphen eindeutig bestimmt und besteht aus den ersten Komponenten aller Elemente des Graphen. Stimmen zwei Funktionen in ihren Graphen überein, so sagt man auch, sie seien im Wesentlichen gleich.
Man kann jedoch auch noch die Definitionsmenge hinzunehmen und eine Funktion entsprechend als ein Tripel
,
wie oben, definieren.
Verschiedene Weisen, eine Funktion zu spezifizieren [Bearbeiten]
Eine Zuordnung kann unter anderem in einer der folgenden Formen beschrieben werden:
- Funktionsgleichung mit Definitionsmenge

- Zuordnungsvorschrift mit Definitionsmenge

- Wertetabelle (für endliche, aber auch abzählbar unendliche Definitionsmengen)
-

1 2 3 4 5 6 7 … 
1 4 9 16 25 36 49 …
- Als Relation insbesondere auch als aufgezählt oder beschrieben dargestellte Teilmenge

- Als Ergebnis von Verknüpfungen und Operationen (zum Beispiel Komposition, Differenzierung, Bildung der Umkehrfunktion, ...), die auf andere Funktionen angewendet werden

Symbolische Schreibweisen [Bearbeiten]
Für Funktionen gibt es etliche symbolische Schreibweisen, die jeweils einige spezielle Eigenschaften der Funktion ausdrücken. Im Folgenden werden einige wichtige genannt.
-
Symbol Erklärung 
Funktion von
nach 

Funktion, die
auf
abbildet; statt
kann auch ein Term o. Ä. stehen

Funktion, die
auf
abbildet; statt
kann auch eine Formel o. Ä. stehen (mengentheoretische Schreibweise)
Funktion, die
auf
abbildet, die die elementweise Zuordnung mit Beschreibung der Funktionssymbolik (statt
stehen oft Dinge wie
u. Ä.) und der Formel o. Ä. (an der Stelle von
) zur Berechnung des Bildes angibt
Ausführlichste Notation, die alle beteiligten Mengen und die elementweise Zuordnung mit Beschreibung der Funktionssymbolik und der Formel o. Ä. zur Berechnung des Bildes angibt 
injektive Funktion von
nach 

surjektive Funktion von
nach 



bijektive Funktion von
nach 

Inklusionsabbildung, natürliche Inklusion, natürliche Einbettung von
in 
(A ist Untermenge von B, und die Funktion bildet jedes Element von
auf sich ab.)


Identität, identische Abbildung auf A oder von
nach 
(A = B, und die Funktion bildet jedes Element auf sich ab.)

Isomorphismus von
nach 

partielle Funktion (s. o.) von
nach 

mehrwertige Funktion, Korrespondenz (s. o.) von
nach 
Die Symbole können auch, wo sinnvoll, miteinander kombiniert werden.
Schreib- und Sprechweisen [Bearbeiten]
Für die Zuordnung eines Funktionswertes
zu einem Argument
gibt es eine Reihe verschiedener Sprech- oder ausführlicher Schreibweisen, die alle mehr oder weniger gleichwertig sind und vor allem in Abhängigkeit von dem, was vordergründig ausgedrückt werden soll, vom jeweiligen Kontext, der benutzten Symbolik und auch vom Geschmack des Sprechers (Schreibers) gewählt werden. Hier einige Beispiele:
- x wird abgebildet auf f von x
- f von x wird x zugeordnet (vornehmlich, wenn das
-Symbol in der Symbolik steht) - y gleich f von x (vornehmlich, wenn ein Gleichheitszeichen in der Symbolik steht)
- y ist das Bild von x unter der Abbildung f
Davon zu unterscheiden ist die Sprech- und Schreibweise: „y ist eine Funktion von x“, die vor allem in der Physik sehr nahe stehenden Bereichen der Mathematik auftaucht. Sie ist die ältere und ursprüngliche Sprech- und Schreibweise und beschreibt die Abhängigkeit einer Variablen
von einer anderen Variablen
, im Gegensatz dazu, dass mit Hilfe der Variablen
und
(stellvertretend) die Zuordnung bestimmter Elemente von Mengen beschrieben wird. Die „physikalische“ Sprechweise stammt von dem Vorgehen, zunächst zwei veränderlichen Größen (der physikalischen Realität) Symbole, nämlich die Variablen
und
, zuzuordnen und danach deren Abhängigkeit festzustellen. Steht beispielsweise
für die Raumtemperatur und
für die Zeit, so wird man feststellen können, dass sich die Raumtemperatur in Abhängigkeit von der Zeit ändert und somit „die Raumtemperatur eine Funktion der Zeit ist“ oder stellvertretend „y eine Funktion von x ist.“
Statt Definitionsmenge
wird auch Definitionsbereich, Domain, Urbildmenge oder schlicht Urbild gesagt. Insbesondere im Falle partieller Funktionen wird zusätzlich von der Quellmenge gesprochen, diese heißt auch Quelle oder Source. Die Elemente von
heißen Funktionsargumente oder Urbilder, salopp auch x-Werte. Die Zielmenge B wird auch Wertemenge, Wertebereich, Codomain, Destination oder Target genannt, die Elemente von
heißen Zielwerte oder Zielelemente, salopp auch y-Werte. Funktionswerte, Bildelemente oder schlicht Bilder heißen dagegen nur diejenigen Elemente von
die tatsächlich als Bild eines Arguments auftreten, die Menge der Funktionswerte heißt Bildmenge, Bild, Image oder Range von 
Wertemenge/-bereich wird manchmal etwas uneinheitlich auch als Synonym zu Bildmenge benutzt.
Für die verschiedenen Mengen sind diverse Operatoren-Schreibweisen in Gebrauch, also Kurzschreibweisen, die einer Funktion
ihre verschiedenen Mengen zuordnen. Hier die gängigsten Beispiele:
-
Definitionsmenge 
Quellmenge 
Bildmenge 
Wertebereich 
Insbesondere wird für jede Untermenge
von
mit
das Urbild von
bezüglich der Funktion
bezeichnet. Es gilt dann
Dieses
ist nicht zu verwechseln mit dem Bild der Umkehrfunktion einer bijektiven Funktion, es ist nur eine Schreibweise für das Urbild; im Falle, dass
bijektiv ist, stimmen aber das so beschriebene Urbild von
bezüglich
und das Bild von
unter der Umkehrfunktion
überein.
Stelligkeit [Bearbeiten]
Eine Funktion
, deren Definitionsmenge
eine Produktmenge
ist, heißt oft zweistellig. Den Wert von
, der bei Anwendung von
auf das Paar
erhalten wird, bezeichnet man mit
.
Analoges gilt für höhere Stelligkeiten. Eine Funktion
bezeichnet man üblicherweise als dreistellig. Eine Funktion, deren Definitionsmenge keine Produktmenge ist (oder bei der die innere Struktur der Definitionsmenge keine Rolle spielt) bezeichnet man als einstellig. Unter einer nullstelligen Funktion versteht man eine Funktion, deren Definitionsmenge das leere Produkt
, eine gewisse einelementige Menge ist.
Statt einstellig, zweistellig, dreistellig sagt man auch oft unär, binär, ternär; Stelligkeit wird daher auch als „Arität“ (englisch: arity) bezeichnet.
Darstellung von Funktionen [Bearbeiten]
Eine Funktion
, kann man visualisieren, indem man ihren Graphen in ein (zweidimensionales) Koordinatensystem zeichnet. Der Funktionsgraph einer Funktion
kann mathematisch definiert werden als die Menge aller Elementepaare
, für die
ist. Der Graph einer stetigen Funktion auf einem zusammenhängenden Intervall bildet eine zusammenhängende Kurve (genauer: die Menge der Punkte der Kurve, aufgefasst als Unterraum des topologischen Raumes
ist zusammenhängend).
Analog kann man Funktionen
, und
, visualisieren, indem man sie in ein dreidimensionales Koordinatensystem zeichnet. Ist
stetig, so ergibt sich eine Kurve (die auch Ecken haben kann), die sich durch das Koordinatensystem „schlängelt“. Ist
stetig, so ergibt sich eine Fläche als Bild, typischerweise in Form einer „Gebirgslandschaft“.
Computerprogramme zur Darstellung von Funktionen heißen Funktionenplotter. Funktionsprogramme gehören auch zum Funktionsumfang von Computeralgebrasystemen (CAS), matrizenfähigen Programmierumgebungen wie MATLAB, Scilab, GNU Octave und anderen Systemen. Die wesentlichen Fähigkeiten eines Funktionenplotters sind auch auf einem graphikfähigen Taschenrechner verfügbar. Es gibt auch Web-gestützte Angebote, die nur einen aktuellen Browser benötigen.
Wichtige Begriffe [Bearbeiten]
- Das Bild eines Elements
der Definitionsmenge ist einfach
. - Das Bild einer Funktion ist die Menge der Bilder aller Elemente der Definitionsmenge
, also
. Das Bild ist folglich eine Teilmenge der Zielmenge. - Das Urbild eines Elements
der Zielmenge ist die Menge aller Elemente der Definitionsmenge, deren Bild
ist. Man schreibt
. - Das Urbild einer Teilmenge
der Zielmenge ist die Menge aller Elemente der Definitionsmenge, deren Bild Element dieser Teilmenge ist:
. - Die Umkehrfunktion einer bijektiven Funktion weist jedem Element der Zielmenge das Urbildelement zu (siehe unten).
- Als Verkettung oder Komposition zweier Funktionen
definiert man die Funktion, die durch Hintereinanderausführung
für alle Elemente
der Definitionsmenge gegeben ist. - Mit
oder
wird die Menge aller Abbildungen von
nach
bezeichnet:
.
- Die Einschränkung einer Funktion
auf eine Teilmenge
der Definitionsmenge
ist die Funktion
, die (je nach Definition) gegeben ist durch
oder auch
.
- Ein Fixpunkt ist ein Element
der Definitionsmenge von
, für das
gilt.
Eigenschaften von Funktionen [Bearbeiten]
Allgemeine Eigenschaften [Bearbeiten]
- Eine Funktion ist injektiv, wenn jedes Element der Zielmenge höchstens ein Urbild hat. D. h. aus
folgt 
- Sie ist surjektiv, wenn jedes Element der Zielmenge mindestens ein Urbild hat. D. h. zu beliebigem
gibt es ein
, so dass 
- Sie ist bijektiv, wenn sie injektiv und surjektiv ist, also wenn jedes Element der Zielmenge genau ein Urbild hat.
- Sie ist idempotent, wenn
ist, d. h.
für alle Elemente
der Definitionsmenge gilt. - Sie ist eine Involution, wenn
ist, also
für alle Elemente
der Definitionsmenge gilt und für mindestens ein
der Definitionsmenge
ist.
Eigenschaften, die in der Analysis von Interesse sind [Bearbeiten]
- Konstanz
- Identität
- Beschränktheit
- Periodizität
- Monotonie
- Geradheit
- Stetigkeit
- Differenzierbarkeit
- Glattheit
- Holomorphie
- Homogenität
- Messbarkeit
- Integrierbarkeit
- Konvexität
- Definitheit
Funktionen, die Strukturen beachten [Bearbeiten]
Funktionen, die Zusammenhänge wie Operationen (Addition, etc.) in der Definitions- und der Zielmenge nicht stören werden verträglich genannt. Siehe auch Homomorphismus, Morphismus und Kategorientheorie.
Strukturen erzeugende Abbildungen [Bearbeiten]
Ein fundamentales Konzept in der Mathematik stellen Strukturen dar, die dadurch entstehen, dass Mengen in Verbindung mit dazugehörigen Abbildungen gesehen werden. Derartige Strukturen bilden die Grundlage praktisch aller mathematischen Disziplinen, sobald sie über elementare Mengenlehre, kombinatorische Probleme oder grundlegende mathematisch-philosophische Fragestellungen hinausgehen.
Algebraische Strukturen [Bearbeiten]
Mengen können durch sogenannte Verknüpfungen strukturiert werden. Der wichtigste Spezialfall ist die innere zweistellige Verknüpfung, dabei handelt es sich um eine Abbildung der Form
.
Beispiele für innere zweistellige Verknüpfungen sind Rechenoperationen, wie die Addition oder Multiplikation auf Zahlenmengen. Dementsprechend wird das Bild
eines Paares
unter einer Verknüpfung
üblicherweise in der Form
geschrieben.
Ist auf der Menge
eine innere zweistellige Verknüpfung
gegeben, so lässt sich auch auf
eine innere zweistellige Verknüpfung von Abbildungen
definieren:
Eine zweite wichtige Art der Abbildung ist die äußere zweistellige Verknüpfung, dies ist eine Abbildung der Form
oder
.
wird dabei als Operatorenbereich bezeichnet.
Wichtigste Beispiele hierfür sind Moduln über Ringen und Vektorräume.
Topologische Strukturen [Bearbeiten]
Eine topologische Struktur oder ein topologischer Raum besteht aus einer nichtleeren Menge
und einem Mengensystem sogenannter offener Mengen, einer Topologie. Eine Topologie kann definiert werden mittels einer Abbildung
mit

und 

es existiert ein
so dass für alle
gilt: 
Die Mengen
werden als Umgebungen von
bezeichnet.
ordnet also jedem Element
die Menge
seiner Umgebungen zu. (Gelegentlich wird die Abbildung
selbst als Topologie bezeichnet.)
In der Analysis werden üblicherweise topologische Räume betrachtet, deren topologische Struktur durch eine sogenannte Abstandsfunktion oder Metrik erzeugt wird. Eine Metrik ist dabei eine Abbildung
mit den folgenden Eigenschaften für alle
:


(Dreiecksungleichung).
Anschaulich gesprochen, gibt eine Metrik also den Abstand zweier Elemente an.
Handelt es sich bei der zu betrachtenden Menge um einen Vektorraum
über dem reellen oder komplexen Zahlenkörper
, so kann eine Metrik (und damit eine Topologie) mittels einer Norm erzeugt werden. Eine Norm ist eine Abbildung
mit

(
ist der Betrag von
),
(Dreiecksungleichung)
für alle
und alle
(Die Definition gilt in analoger Weise für Moduln aller Art.)
Anschaulich kann die Norm eines Vektors als seine Länge interpretiert werden. Abschwächungen des Normbegriffes sind Halbnormen und Quasi-Normen, mittels derer sich ebenfalls topologische Strukturen (allerdings keine Metriken) definieren lassen.
Sesquilinearformen [Bearbeiten]
sind in der linearen Algebra und Funktionalanalysis betrachtete Abbildungen, die eine topologische und insbesondere geometrische Struktur erzeugen können.
Ist
ein Vektorraum über dem reellen oder komplexen Zahlenkörper
, so ist eine Sesquilinearform eine Abbildung
, mit den Eigenschaften
,
,
,
Man sagt,
ist linear in der zweiten und antilinear (oder auch semilinear) in der ersten Komponente. Diese Anordnung ist allerdings willkürlich und variiert von Autor zu Autor.
Erfüllt die quadratische Form
von
zusätzlich die Bedingung
, oder gar
,
so nennt man
positiv semidefinit oder positiv definit.
Ist
ein komplexer Vektorraum, so bezeichnet man
in diesen Fällen schlicht als positiv, oder strikt positiv und es folgt, dass die Sesquilinearform hermitesch ist, das heißt es gilt

Ist
ein reeller Vektorraum, so nennt man eine Sesquilinearform, die die entsprechende Bedingung
erfüllt, symmetrisch. Die Symmetrie einer Sesquilinearform folgt nicht aus ihrer Definitheit.
Eine positive (oder positiv semidefinite und symmetrische) Sesquilinearform bezeichnet man als Semiskalarprodukt, eine strikt positive (oder positiv definite und symmetrische) Sesquilinearform als Skalarprodukt. Im zweiten Fall schreibt man
.
Jedes Skalarprodukt (auch Semiskalarprodukt) erzeugt mittels
eine Norm (auch Halbnorm), also eine topologische Struktur.
Zusätzlich lässt sich mittels eines Skalarproduktes der Begriff der Orthogonalität definieren. Zwei Vektoren
heißen orthogonal genau dann, wenn
gilt.
Spezielle Funktionen und Funktionstypen [Bearbeiten]
- Beispiele einiger Funktionsgraphen
-
Lineare Funktion (genauer: Affine Abbildung)
-
Polynomfunktion 5. Grades
-
Realteil der komplexen Exponentialfunktion
- homogene lineare Funktion (auch: Proportionalität): allgemein beschrieben durch
; ist ein Homomorphismus bezüglich der Addition - allgemeine lineare Funktion (oder affine Funktion): allg. beschrieben durch
; siehe auch affine Abbildung - Quadratische Funktion: allg. beschrieben durch
(s. Quadratische Gleichung) - Potenzfunktion
- Polynomfunktionen; auch ganzrationale Funktion: allg. beschrieben durch
oder 
- Rationale Funktion; gebrochen-rationale Funktion: Quotient zweier Polynom-Funktionen,

- Wurzelfunktion: besteht aus gebrochenrationalen Funktionen, verknüpft durch die Grundrechenarten und Wurzelausdrücke
- Exponentialfunktion
- Logarithmus
- Trigonometrische Funktion: sin, cos, tan, cot, sec, csc
- Betragsfunktion
- Maximumsfunktion und Minimumsfunktion
- Gaußsche Ganzzahlfunktion
Verallgemeinerungen [Bearbeiten]
Multifunktionen [Bearbeiten]
Eine Multifunktion (auch mehrwertige Funktion oder Korrespondenz genannt) ist eine linkstotale Relation. Das heißt, die Elemente der Definitionsmenge
können auf mehrere Elemente der Zielmenge
abgebildet werden. Man schreibt auch
. Ein Beispiel für Multifunktionen sind die Umkehrfunktionen von surjektiven Funktionen. (Wenn
surjektiv ist, gilt automatisch:
ist eine Multifunktion.)
Wenn
eine Menge ist, dann kann man jede Multifunktion
auch als eine Funktion
darstellen, die in die Potenzmenge von
geht:
.
Partielle Funktionen [Bearbeiten]
Wohlzuunterscheiden vom Begriff der Funktion ist der Begriff der partiellen Funktion der theoretischen Informatik, in der Mathematik spricht man eher von „nicht überall definierten Funktionen“ oder von „funktionaler Relation“. Hier darf es Elemente der Quellmenge (
-Werte) geben, denen kein Wert der Zielmenge (
-Wert) zugeordnet ist. Hier ist dann die Nennung der Quellmenge in der obigen Tripelschreibweise tatsächlich notwendig. Allerdings darf es auch dort für einen
-Wert nicht mehr als einen
-Wert geben. Um partielle Funktionen von Funktionen zu unterscheiden, bezeichnet man letztere auch als totale oder überall definierte Funktionen.
Funktionen mit Werten in einer echten Klasse [Bearbeiten]
Häufig liegen die Werte einer Funktion nicht in einer Zielmenge, sondern lediglich in einer echten Klasse, beispielsweise sind Mengenfolgen „Funktionen“ mit Definitionsmenge
und Werten in der Allklasse. Um die mengentheoretischen Probleme, die sich daraus ergeben, zu vermeiden, betrachtet man nur noch den Graph der entsprechenden Funktion, genauer: Ein funktionsartiger Graph ist eine Menge
von Paaren
, so dass keine zwei Paare im ersten Eintrag übereinstimmen:[3]
Definitions- und Wertemenge sind tatsächlich Mengen, aber es ist nicht nötig, sich von vornherein auf eine Zielmenge festzulegen.
Siehe auch [Bearbeiten]
- Gottlob Frege: Funktion und Begriff (der Begriff als Funktion)
- Funktionenplotter (zur graphischen Darstellung)
- Funktionsschar
- Funktion höherer Ordnung
Literatur [Bearbeiten]
- Heinz-Dieter Ebbinghaus: Einführung in die Mengenlehre. 4. Auflage. Spektrum, Akademischer Verlag, Heidelberg u. a. 2003, ISBN 3-8274-1411-3.
- Paul R. Halmos: Naive Mengenlehre (= Moderne Mathematik in elementarer Darstellung. Bd. 6). Übersetzt von Manfred Armbrust und Fritz Ostermann. 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1994, ISBN 3-525-40527-8.
- Arnold Oberschelp: Allgemeine Mengenlehre. BI-Wissenschafts-Verlag, Mannheim u. a. 1994, ISBN 3-411-17271-1.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Arnold Oberschelp: Allgemeine Mengenlehre. 1994.
- ↑ Paul R. Halmos: Naive Mengenlehre. 1994, Kapitel 8, S. 43.
- ↑ Nicolas Bourbaki: Éléments de mathématiques. Théorie des Ensembles. II.

gegeben. Wenn
, indem man von
von
, bestehend aus einer Relation
und zu jedem Element 





auf
abbildet; statt 


stehen oft Dinge wie
u. Ä.) und der Formel o. Ä. (an der Stelle von 













-Symbol in der Symbolik steht)



. Das Bild ist folglich eine Teilmenge der Zielmenge.
.
der Zielmenge ist die Menge aller Elemente der Definitionsmenge, deren Bild Element dieser Teilmenge ist:
.
definiert man die Funktion, die durch Hintereinanderausführung
für alle Elemente
wird die Menge aller Abbildungen von
.
, die (je nach Definition) gegeben ist durch
oder auch
.
gilt.
folgt 

ist, d. h.
für alle Elemente
ist, also
für alle Elemente
der Definitionsmenge
ist.




es existiert ein
so dass für alle
gilt: 


(Dreiecksungleichung).
(
ist der
),
(Dreiecksungleichung)
,
,
,
, oder gar
,
; ist ein
; siehe auch
(s.
oder 

