Schwarzer Tag des deutschen Heeres
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Als Schwarzer Tag des deutschen Heeres wird nach einem Ausspruch General Erich Ludendorffs der 8. August 1918, der Auftakt der alliierten Schlussoffensive (Offensive der hundert Tage) vom 8. August bis zum 11. November, bezeichnet. Den alliierten Truppen gelang am 8. August 1918 in der Schlacht von Amiens der Durchbruch an der Westfront: sie zwangen die deutschen Truppen zum Rückzug auf breiter Front. Ausschlaggebend für diesen Sieg war die massive Überlegenheit der Alliierten, die durch den Kriegseintritt der USA entstanden war. Bereits einen Tag später wurde die Lage allerdings wieder stabilisiert und der Vormarsch der alliierten Truppen gestoppt.
[Bearbeiten] Weitere Entwicklung
Mit dem Sieg über die deutschen Truppen an der Frontlinie von Amiens war die Wende im Ersten Weltkrieg endgültig besiegelt und die Niederlage Deutschlands offensichtlich. Dabei war der Durchbruch der Alliierten kein so großer strategischer Verlust für die deutschen Truppen; es war vielmehr eine "moralische Niederlage", die sich bis in die Offiziersebene der Truppenleitung durchsetzte. Die Stabsoffiziere forderten Erich Ludendorff auf, ihnen die Erlaubnis zum Rückzug zu geben, dieser beharrte jedoch auf einer Verteidigung um jeden Preis. Die von ihm angeordnete starre Verteidigung ermöglichte den beweglichen Panzerdivisionen der Alliierten (ca. 370 schwere englische Tanks vom Typ Mark IV, 96 Kavalleriepanzer vom Typ Mark A sowie ca. 90 französische Renault FT-17) einen noch größeren Erfolg, bis Ludendorff schließlich doch die Truppen abzog.
Am 14. August kam es zu einer Konferenz in Spa, auf der ein Verhandlungsfrieden angestrebt wurde, obwohl die Armee größtenteils noch intakt war und an der Westfront über 2,5 Millionen Soldaten die Stellungen hielten. Dass trotzdem Verhandlungen begonnen wurden, bildete später den argumentativen Hintergrund für die Dolchstoßlegende deutschnationaler und rechtsgerichteter Kreise. Die Oberste Heeresleitung hatte allerdings die Aussichtslosigkeit der Lage erkannt, zumal keine Reserven mehr zur Verfügung standen. Sie forderte am 29. September 1918 von der Reichsregierung die sofortige Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen mit dem Hinweis, dass die Front jeden Tag zusammenbrechen könne. In der Folge zog sich das Heer langsam zurück, und am 4. Oktober ersuchte die deutsche Regierung den US-Präsidenten Woodrow Wilson um Waffenstillstandsverhandlungen.

