Schweinsohr (Pilz)

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Schweinsohr
Schweinsohr (Gomphus clavatus)

Schweinsohr (Gomphus clavatus)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Phallomycetidae
Ordnung: Schweinsohrartige (Gomphales)
Familie: Schweinsohrverwandte (Gomphaceae)
Gattung: Schweinsohren (Gomphus)
Art: Schweinsohr
Wissenschaftlicher Name
Gomphus clavatus
(Pers.) Gray

Das Schweinsohr oder der Purpurleistling (Gomphus clavatus) ist ein Pilz aus der Ordnung der Stinkmorchelartigen. Früher stellte man ihn wegen der leistenartigen Fruchtschicht in die Nähe der Pfifferlingsartigen. Die Gattung Gomphus besteht in Europa aus nur einer Art. Das Schweinsohr ist Pilz des Jahres 1998.

Merkmale[Bearbeiten]

Pigmentlose Varietät des Schweinsohrs

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Der 6–10 cm hohe und 6 cm breite Fruchtkörper ist kreisel- bis keulenförmig, abgestutzt oder trichterartig vertieft. Die Ränder sind etwas hochgeschlagen und unregelmäßig gelappt. Die Oberseite ist anfangs blasslila, später lilagrau und schließlich ocker- bis olivfarben. Die Außenseite ist mit unregelmäßigen, gabelig verzweigten Leisten versehen, die eine fleischig-hellviolette, später gelbliche Farbe besitzen. Sie laufen fast bis zur Stielbasis herab, welche verjüngt ist und eine glatte Oberfläche hat. Das Sporenpulver ist kräftig ockerfarben. Das Fleisch ist weiß, zart und von mildem Geschmack.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die Sporen sind mit feinen Warzen besetzt und in der Form länglich, spindelig mit Hilarappendix. Die Größe beträgt etwa 9-12 x 4-5,5 μm.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten]

Schweinsohren kommen von Sommer bis Herbst meist büschelig verwachsen in Hexenringen oder Reihen vor allem in Bergnadelwäldern mit Kalkböden vor. Sie sind recht selten und sollten geschont werden.

Bedeutung[Bearbeiten]

Das Schweinsohr gilt als sehr guter Speisepilz. Mit dem Alter werden die Pilze etwas bitter. Eine Verwechslung mit giftigen Arten ist nahezu ausgeschlossen. Der Verzehr sollte, aufgrund seiner hohen Strahlenbelastung seit der Katastrophe von Tschernobyl (ähnlich stark wie beim Maronenröhrling) in den Hauptfundgebieten der Bay./Österr. Alpen gemieden werden. (Messung Umweltinstitut München vom 3. August 2009 1420 Bq/KG - Fundort Chiemgau)

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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