Seifenkräuter

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Seifenkräuter
Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)

Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Gattung: Seifenkräuter
Wissenschaftlicher Name
Saponaria
L.

Die Seifenkräuter (Saponaria) bilden eine Gattung in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Der Name leitet sich vom lat. sapoSeife“ ab. Der Inhaltsstoff Saponin (im Rhizom 2–5 %) schäumt in wässriger Lösung (Wurzelabkochung) wie Seife.

Das Gewöhnliche Seifenkraut (Saponaria officinalis) wurde bereits im Altertum zum Waschen der Wolle und später auch zur Reinigung von Kleidern mit empfindlichen Farben verwendet. Schon Hippokrates kannte dieses Waschmittel.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Seifenkräuter sind ausdauernde, selten einjährige krautige Pflanzen.[1]

Die Blüten stehen in lockeren oder dichten, rispigen oder kopfigen Zymen, selten einzeln. Die Tragblätter sind krautig, Vorblätter fehlen. Es ist ein kurzes Karpophor vorhanden. Der verwachsene, zylindrische. fünfzähnige Kelch besitzt 15 bis 25 undeutliche Nerven; an den Verwachsungsstellen fehlen trockenhäutige Verbindungen, oder sie sind sehr schmal. Die fünf Kronblätter bestehen aus Nagel und Platte, Schlundschuppen sind meist vorhanden. Es sind zehn Staubblätter vorhanden. Der Fruchtknoten besitzt zwei (bis drei) Griffel. Die Kapsel öffnet sich mit vier (oder sechs) Zähnen. Die Samen sind nierenförmig bis fast kugelig. Der Embryo ist gebogen.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28 oder 56.

Gelbes Seifenkraut (Saponaria lutea)
Saponaria calabrica
Rot-Seifenkraut (Saponaria ocymoides subsp. alsinoides), von Korsika
Zwerg-Seifenkraut (Saponaria pumila)

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Saponaria wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum[2] mit Diagnose in Genera Plantarum[3] aufgestellt.

Es gibt etwa 40 Arten, die im gemäßigten Eurasien, mit Schwerpunkt im Mittelmeerraum und in der Irano-Turanischen Region vorkommen.[1][4][5]

Hybriden:[7]

  • Saponaria ×lempergii Wocke (Saponaria cypria × Saponaria haussknechti)
  • Saponaria ×olivana Wocke (Saponaria caespitosa × Saponaria pumila)
  • Saponaria ×wiemanni Fritsch (Saponaria caespitosa × Saponaria lutea)

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  •  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6. völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.
  •  Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Volker Bittrich: Caryophyllaceae. In:  Klaus Kubitzki, Jens G. Rohwer, Volker Bittrich (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Volume 2: Flowering Plants. Dicotyledons. Magnoliid, Hamamelid and Caryophyllid Families. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 1993, ISBN 3-540-55509-9, S. 231, doi:10.1007/978-3-662-02899-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 408, Digitalisat
  3. Carl von Linné: Genera plantarum: eorumque characteres naturales secundum numerum, figuram, situm, et proportionem omnium fructificationis partium. Editio quinta. Lars Salvius, Stockholm 1754, S. 191, Digitalisat
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae Karol Marhold: Caryophyllaceae. Saponaria. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.
  5. a b c d e f g h i j k l m Karl Heinz Rechinger: Saponaria. In: Karl Heinz Rechinger, Volker Melzheimer, W. Möschl, H. Schimann-Czeika: Flora Iranica. Flora des Iranischen Hochlandes und der umrahmenden Gebirge. No. 163. Caryophyllaceae II – Alsinoideae et Silenoideae. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1988, S. 196–205.
  6. a b Shahina Ghazanfar: Flora of Pakistan 175: Caryophyllaceae. Department of Botany, University of Karachi, Karachi 1986, Saponaria S. 100, HTML-Version bei efloras.org.
  7. Gudrun Simmler: Monographie der Gattung Saponaria. In: Denkschriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse, Wien. Band 85, 1910, S. 433–509, Digitalisat.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seifenkräuter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien