Selbständige Küstenarmee

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(Selbständige) Küstenarmee
(Отдельная) Приморская армия
Aktiv 20. Juli 1941 – 7. Juli 1942
20. November 1943 – August 1945
Land Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion
Streitkräfte Rote Armee
Typ Armee
Unterstellung Südfront
Transkaukasusfront
Kaukasusfront
Krimfront
Nordkaukasusfront
4. Ukrainische Front
Zweiter Weltkrieg Deutsch-Sowjetischer Krieg
Schlacht um Odessa
Schlacht um Sewastopol
Schlacht um die Krim
Kommandeur
Wichtige
Kommandeure

Iwan Jefimowitsch Petrow
Andrei Iwanowitsch Jerjomenko

Die Selbständige Küstenarmee (russisch (Отдельная) Приморская армия) war ein Großverband der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Aufstellung[Bearbeiten]

Die Küstenarmee wurde erstmals am 20. Juli 1941 aufgestellt. Sie ging aus der Küstengruppe hervor und unterstand der Südfront. Ihre erste Bewährungsprobe hatte die Armee in der Schlacht um Odessa von Anfang August bis Mitte Oktober 1941, bei der sie Odessa gegen die 4. rumänische Armee verteidigte. Am 20. August wurde sie in den neugebildeten Odessaer Verteidigungsbezirk eingegliedert und direkt dem sowjetischen Oberkommando unterstellt. Dabei wurde sie in Selbständige Küstenarmee umbenannt. Als im September 1941 die Gefahr eines deutschen Durchbruchs auf die Krim entstand, wurde entschieden, die Armee aus Odessa dorthin abzuziehen. Die Evakuierung wurde vom 1. bis 16. Oktober mit Hilfe der Schwarzmeerflotte durchgeführt.

Nach schweren Kämpfen gegen die deutsche 11. Armee im nördlichen Teil der Krim zog sich die Armee Ende Oktober nach Sewastopol zurück. Damit begann die achtmonatige Belagerung von Sewastopol. Am 1. Juli 1942 begann die Evakuierung der schwer dezimierten Armee in den Kaukasus, am 7. Juli wurde sie aufgelöst und die ihr unterstellten Verbände auf andere Armeen verteilt.

Zweite Aufstellung[Bearbeiten]

Die Selbständige Küstenarmee wurde erneut am 20. November 1943 aus dem bisherigen Frontkommando der Nordkaukasusfront und den Verbänden der 56. Armee aufgestellt, die während der Kertsch-Eltigener Operation auf der Halbinsel Kertsch gelandet war. Von Ende November 1943 bis Januar 1944 führte sie mehrere Unternehmen zum Ausbau des Brückenkopfs auf der Krim durch. Danach ging sie zur Defensive über und bereitete sich auf die kommenden Offensivoperationen vor. Im April und Mai 1944 nahm die Armee zusammen mit Truppen der 4. Ukrainischen Front an der sowjetischen Rückeroberung der Krim teil. Dabei war sie an der Rückeroberung von Sewastopol und den Kämpfen am Kap Chersones Anfang Mai beteiligt. Danach blieb sie bis Kriegsende auf der Krim stationiert. Ende Juli/Anfang August 1945 wurde aus dem Armeeoberkommando der Taurische Militärbezirk gebildet.

Armeekommando[Bearbeiten]

Erste Aufstellung
  • Generalmajor N. Je. Tschibisow (Juli 1941)
  • Generalleutnant G. P. Safronow (Juli – Oktober 1941)
  • Generalmajor I. Je. Petrow (Oktober 1941 – Juli 1942)
  • Divisionskommissar F. N. Woronin (Mitglied des Militärrats, Juli – August 1941)
  • Brigadekommissar M. G. Kusnezow (Mitglied des Militärrats, August 1941 – Juli 1942)
  • Generalmajor G. D. Schischenin (Chef des Stabes, Juli – August 1941)
  • Oberst N. I. Krylow (Chef des Stabes, August 1941 – Juli 1942)
Zweite Aufstellung
  • Armeegeneral I. Je. Petrow (November 1943 – Februar 1944)
  • Armeegeneral A. I. Jerjomenko (Februar – April 1944)
  • Generalleutnant K. S. Miller (April 1944 – Kriegsende)
  • Oberst Je. Je. Malzew (Mitglied des Militärrats, November – Dezember 1943)
  • Generalmajor P. M. Solomko (Mitglied des Militärrats, Dezember 1943 – Kriegsende)
  • Generalleutnant I. A. Laskin (Chef des Stabes, November – Dezember 1943)
  • Generalmajor S. Je. Roschdestwenski (Chef des Stabes, Dezember 1943 – Januar 1944)
  • Generalmajor P. M. Kotow-Legonkow (Chef des Stabes, Januar – Mai 1944)
  • Generalleutnant S. I. Ljubarskij (Chef des Stabes, Mai – November 1944)
  • Generalmajor S. S. Jepanetschnikow (Chef des Stabes, November 1944 – Kriegsende)

Gliederung[Bearbeiten]

August 1941
  • 25. Schützendivision
  • 51. Schützendivision
  • 155. Schützendivision
  • 388. Schützendivision
  • 256. Korps-Artillerieregiment
  • 69. Jagdfliegerregiment
31. Dezember 1943
  • 3. Gebirgsschützenkorps (128. Gardeschützendivision, 242. Gebirgsschützendivision, 414. Schützendivision)
  • 11. Gardeschützenkorps (2., 32., 55. Gardeschützendivision, 83. Marineinfanteriebrigade)
  • 16. Schützenkorps (89., 227., 339., 383. Schützendivision)
  • 20. Schützenkorps (20. Gebirgsschützendivision, 318. Schützendivision)
    • 9. Schützendivision
    • 255. Marineinfanteriebrigade

Weblinks[Bearbeiten]