Sewell

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Sewell in Chile. Für weitere Bedeutungen siehe Sewell (Begriffsklärung).
Sewell
-34.083333333333-70.3833333333332150Koordinaten: 34° 5′ S, 70° 23′ W
Karte: Chile
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Sewell

Sewell auf der Karte von Chile

Basisdaten
Staat Chile
Region Región del Libertador General Bernardo O’Higgins
Kommune Machalí
Einwohner
Detaildaten
Fläche 21,2 ha
Höhe 2150 m
Gewässer Estero Teniente, Estero Coya
Website www.sewell.cl
seit 1999 ohne Einwohner
Die in Teilen gut erhaltene Minenstadt wird heute nur noch von Touristen bevölkert.
Die in Teilen gut erhaltene Minenstadt wird heute nur noch von Touristen bevölkert.
Sewell, Mitte 20. Jh.
Sewell, Mitte 20. Jh.

Sewell ([sũ´el[1]]) war eine Industriestadt in den Anden in Zentral-Chile, etwa 40 km östlich von Rancagua gelegen. Sie war Werkssiedlung (company town) und Hütte des Kupferbergwerks El Teniente. Von 1915 bis 1969 lebten dort bis zu 15.000 Einwohner meist unter beengten Bedingungen. Heute stehen die verbliebenen Gebäude unter Denkmalschutz und dienen soweit möglich der Werksverwaltung. Das unmittelbar daran angrenzende Hüttenwerk ist noch in Betrieb.

Entstehung[Bearbeiten]

Am 29. April 1905 erwarb die US Braden Copper Company von der chilenischen Regierung die Schürfrechte für die Kupfermine El Teniente, welche, obwohl sehr ergiebig, auf Grund ihrer unwirtlichen Lage in den Anden südöstlich von Santiago de Chile zum Ende des 19. Jahrhunderts verlassen worden war.

Zuerst ließen Braden Copper Straßen und Eisenbahnschienen für den Abtransport des Kupfers legen. Anschließend errichteten sie ein kommerzielles Büro in Graneros und diverse Lager für die Minenarbeiter in La Compañía.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 1905 und 1906 wurde an einem Berghang gegenüber der Grube eine große Erzmühle errichtet, die in der Lage war, täglich 250 Tonnen Erz zu verarbeiten. Das abgebaute Erz wurde mittels einer Förderseilbahn von der Grube direkt in die Mühle transportiert. Die Energie zum Betrieb dieser Förderanlage und der Mühle wurde in einem eigenen, ebenfalls von Braden Copper errichteten Kraftwerk erzeugt. Ursprünglich lebten die Minenarbeiter in kleinen Lagern in der näheren Umgebung der Mine, bis diese im März 1915 zur Industriestadt Sewell zusammengefasst wurden.

Seit 1998 ist Sewell ein nationales Monument Chiles und seit 2006 Weltkulturerbe der UNESCO.

Namensgeber[Bearbeiten]

Die Stadt erhielt ihren Namen zu Ehren des im gleichen Jahr in New York verstorbenen Vorsitzenden der US Braden Copper Company, Barton Sewell, der zwar selbst nie in Chile war, aber William Bradens Idee, in El Teniente zu investieren, immer unterstützt hatte. Mit dem folgenden Kupferboom wuchs die Stadt, die ihren Bewohnern einen für damalige, chilenische Verhältnisse erstaunlichen Komfort, wie Kino und Bowlingbahn bot.

Niedergang[Bearbeiten]

Mit dem Nachlassen des Kupferbooms in den 1960ern verlor auch Sewell mehr und mehr an Bedeutung und Einwohnern. Bis in die 1970er Jahre lebten noch 15.000 Einwohner in den Bergen. Wegen der schwierigen Versorgung wurden sie später umgesiedelt. Heute ist es eine Geisterstadt und beherbergt nur noch ein immerhin heizbares Museum mit Artefakten aus der Geschichte der Stadt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sewell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Joseph Thomas: Universal pronouncing dictionary of biography and mythology. 2, J. B. Lippincott and co., Philadelphia 1870, OCLC 1073507 (https://books.google.de/books?id=8Eo7AQAAIAAJ, abgerufen am 28. Mai 2015).