Sewell

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Sewell in Chile. Für weitere Bedeutungen siehe Sewell (Begriffsklärung).
Sewell (Chile)
Sewell
Sewell
Sewell

Sewell ist eine Stadt in Chile, in den Anden in der Región del Libertador General Bernardo O’Higgins. Sie liegt etwa 60 km östlich von Rancagua. Bis 1960 war es eine wirtschaftlich bedeutende Stadt im Kupferbergbau mit mehreren 10.000 Einwohnern. Heute ist sie eine sogenannte Geisterstadt.

Entstehung[Bearbeiten]

Sewell, Anfang 20. Jh.

Am 29. April 1905 erwarb die US Braden Copper Company von der chilenischen Regierung die Schürfrechte für die Kupfermine El Teniente, welche, obwohl sehr ergiebig, auf Grund ihrer unwirtlichen Lage in den Anden südöstlich von Santiago de Chile zum Ende des 19. Jahrhunderts verlassen worden war.

Zuerst ließen Braden Copper Straßen und Eisenbahnschienen für den Abtransport des Kupfers legen. Anschließend errichteten sie ein kommerzielles Büro in Graneros und diverse Lager für die Minenarbeiter in La Compañía.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 1905 und 1906 wurde an einem Berghang gegenüber der Grube eine große Erzmühle errichtet, die in der Lage war, täglich 250 Tonnen Erz zu verarbeiten. Das abgebaute Erz wurde mittels einer Förderseilbahn von der Grube direkt in die Mühle transportiert. Die Energie zum Betrieb dieser Förderanlage und der Mühle wurde in einem eigenen, ebenfalls von Braden Copper errichteten Kraftwerk erzeugt. Ursprünglich lebten die Minenarbeiter in kleinen Lagern in der näheren Umgebung der Mine, bis diese im März 1915 zur Industriestadt Sewell zusammengefasst wurden.

Seit 1998 ist Sewell ein nationales Monument Chiles und seit 2006 Weltkulturerbe der UNESCO.

Namensgeber[Bearbeiten]

Die Stadt erhielt ihren Namen zu Ehren des im gleichen Jahr in New York verstorbenen Vorsitzenden der US Braden Copper Company, Barton Sewell, der zwar selbst nie in Chile war, aber William Bradens Idee, in El Teniente zu investieren, immer unterstützt hatte. Mit dem folgenden Kupferboom wuchs die Stadt, die ihren Bewohnern einen für damalige, chilenische Verhältnisse erstaunlichen Komfort, wie Kino und Bowlingbahn bot.

Niedergang[Bearbeiten]

Mit dem Nachlassen des Kupferbooms in den 1960ern verlor auch Sewell mehr und mehr an Bedeutung und Einwohnern. Bis in die 1970er Jahre lebten noch 15.000 Einwohner in den Bergen. Wegen der schwierigen Versorgung wurden sie später umgesiedelt. Heute ist es eine Geisterstadt und beherbergt nur noch ein immerhin heizbares Museum mit Artefakten aus der Geschichte der Stadt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sewell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

-34.083333333333-70.383333333333Koordinaten: 34° 5′ S, 70° 23′ W