Seilbahn
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Die Seilbahn ist ein zu den Bahnen gehörendes Verkehrsmittel für den Personen- oder Lastentransport. Sie findet hauptsächlich in bergigen Gebieten Verwendung und gehört dann vor allem als Standseilbahn zu den Bergbahnen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird mit dem Begriff Seilbahn jedoch weit häufiger die Luftseilbahn in Verbindung gebracht.
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[Bearbeiten] Bauarten
[Bearbeiten] Standardausführungen
Bei einer Seilbahn werden die Fahrzeuge von einem Seil gezogen. Man kann Seilbahnen nach konstruktiven Kriterien grob in folgende Arten unterteilen:
- Standseilbahn: Diese Bergbahn verkehrt schienengebunden auf dem Boden, selten auch in einem U-Bahn-Tunnel, und überwindet die größten Steigungen aller Schienenbahnen überhaupt. Besonders einfache und steile Standseilbahnen zum Materialtransport werden auch als Schräglift bezeichnet.
- Luftseilbahn: Diese verkehrt an Trag- oder Förderseilen in der Luft hängend über Stützen.
- Seilhängebahn: Diese verkehrt an einer auf Stützen gelagerten oder von einer Hallendecke abgehängten Hängebahnschiene, wird von einem Seil gezogen und dient üblicherweise dem innerbetrieblichen Materialtransport in Industriebetrieben. Auch die Schwebebahn in Dresden zählt zu den Seilhängebahnen.
[Bearbeiten] Spezielle Konstruktionen
Neben diesen beiden Standard-Ausführungen gibt es auch spezielle Konstruktionen:
- Schienenseilbahn: Im 19. Jahrhundert wurden Eisenbahnen auf Steigungen durch ein Zugseil unterstützt. Das Zugseil wurde an der Talstation ein- und an der Bergstation ausgekoppelt. Ein Beispiel für eine solche Anlage ist die Steilrampe Erkrath-Hochdahl im Rheinland, die von 1839 bis 1929 in Betrieb war. Eine ähnliche Anlage gab es für Feldbahnzüge auf Helgoland von 1890 bis 1945, und an der Rampe der Bahnlinie Lüttich - Brüssel in der Steigung nach Ans.
- Schwebeseilbahn: Die Bergschwebebahn Dresden funktioniert nach dem Prinzip einer auf Stützen aufgeständerten Seilhängebahn. Die Dresdner Bergschwebebahn beruht auf dem Konstruktionsprinzip nach Eugen Langen, wie auch die Wuppertaler Schwebebahn, welche allerdings als Elektrohängebahn ausgeführt ist.
- Luftkissenschwebeseilbahn
Ein Sonderfall die Luftkissenschwebebahnen mit Seilantrieb, wie die Dorfbahn Serfaus (Österreich), welche manchmal auch als kleinste U-Bahn der Welt bezeichnet wird. Diese Bahnen sind zwar keine Standseilbahn im eigentlichen Sinne, können jedoch aufgrund des Antriebsseiles im weitesten Sinne noch dazu gezählt werden.
[Bearbeiten] Geschichte
Erstmals beschrieben wurde eine solche Standseilbahn vermutrlich in einem militärischen Feuerwerksbuch aus dem Jahr 1411.[1]
Der Reißzug zur Festung Hohensalzburg gilt als älteste, noch heute existierende Seilbahnanlage der Welt. Der Bau der Bahn geht zumindest auf das Jahr 1496 zurück, dem Beginn der Ausbauarbeiten der Festung unter Erzbischof Leonhard von Keutschach.
1644 baute Adam Wybe (Wiebe) in Danzig für den Bau einer Bastion eine Seilbahn, mit der Material in Eimern von einem benachbarten Berg über einen Fluss transportiert wurde.
1907 wurde in San Sebastián (Monte Ulia) die erste Seilbahn für Personentransport eröffnet. 1908 wurde in Zwölfmalgreien bei Bozen die erste Luftseilbahn Mitteleuropas eröffnet, die Kohlerer Bahn. Die heutige Bahn auf den Kohlern ist allerdings ein Neubau, von der Originalbahn existiert ein Nachbau der Kabine, die in der Nähe der Bergstation ausgestellt ist. Im gleichen Jahr ging auch der Wetterhorn-Aufzug in Grindelwald, Schweiz, in Betrieb. Diese Anlage wurde nach dem ersten Weltkrieg wieder abgebrochen. Zu den Pionieren der Seilbahntechnik gehörte der Lananer Ing. Luis Zuegg.
In den 1990er Jahren kam es zu einer starken Konzentration unter den Seilbahnbauern. Heute wird der Weltmarkt von den Unternehmen Doppelmayr/Garaventa und Leitner AG beherrscht.
[Bearbeiten] Seilbahnen für Kinderspielplätze
Seilbahnen für einen Spielplatz müssen seit 1998 der europäischen Norm DIN EN 1176 Teil 1 und insbesondere Teil 4 entsprechen. Davor galt die deutsche Norm DIN 7926. Es wird ohne Motorkraft nur unter Einwirkung der Schwerkraft gefahren. An einem Stahlseil mit einem Durchmesser von meistens 10 mm hängt eine Sitz- oder Standmöglichkeit für Kinder. Von einer leicht erhöhten Position fährt man nach unten.
[Bearbeiten] Siehe auch
sowie
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Reinhard Kriechbaum: Die große Reise auf den Berg, in der Tagespost, 15. Mai 2004, letzter Zugriff: 21. Februar 2009
[Bearbeiten] Weblinks
- Die Drahtseilbahn Adam Wiebes in Danzig
- Seilbahntechnik - Daten zu Seilbahnen in aller Welt
- Vorlesungsskript Seilbahntechnik (Lehrstuhl Fördertechnik Materialfluss Logistik der TU München; PDF-Datei; 8,23 MB)
- Bebilderte Geschichte der Seilbahnen

