Simon Flexner

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Simon Flexner

Simon Flexner (* 25. März 1863 in Louiseville, Kentucky; † 2. Mai 1946 in New York City) war ein US-amerikanischer Mediziner.

Als Professor für Pathologie lehrte er von 1899 bis 1903 an der University of Pennsylvania. Ab 1901 übernahm er zunächst zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit die Leitung des neu eingerichteten Rockefeller Institute for Medical Research und saß später im Verwaltungsrat der Rockefeller-Stiftung.

Während der schweren Polio-Epidemien zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt er seinen Zeitgenossen als der Wissenschaftler, der die Polio-Forschung wesentlich voranbringen könne. 1909 war es Karl Landsteiner und Erwin Popper gelungen, Affen mit dem Poliomyelitisvirus zu infizieren, und sie beschrieben ein neurotropes, filtrierbares Virus. Simon Flexner bestätigte ihre Befunde. Flexner gelang es außerdem, die Infektion von einem Affen auf den nächsten zu übertragen. Damit war es möglich, die Krankheit an Labortieren zu untersuchen. Simon Flexner nutzte für seine Untersuchungen allerdings Rhesusaffen, die als eine der wenigen Primatenarten das Virus nicht über den Mund aufnehmen. Während Simon Flexner wesentliche Fortschritte bei der Meningitis-Behandlung erzielte, lenkten seine Ergebnisse die Erforschung der Polio-Erkrankungen über längere Zeit auf falsche Bahnen.

Im Jahr 1912 verlieh die Princeton University Flexner die Ehrendoktorwürde.[1] Im Jahr 1927 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Er war der Bruder von Abraham Flexner.

Literatur[Bearbeiten]

  •  David M. Oshinsky: Polio: An American Story. Oxford University Press, USA, 2005, ISBN 0195307143.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Princeton Alumni Weekly, Vol. XIII, S. 698