Siricius

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Papst und Heiligen Siricius. Für weitere Bedeutungen siehe Siricius (Begriffsklärung).
Siricius, Phantasiedarstellung in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern.

Siricius (* um 334 in Rom; † 26. November 399) war Papst in Rom vom Dezember 384, möglicherweise ab 17. Dezember, bis zu seinem Tod. Er wird als Heiliger verehrt.

Sein Name bedeutet: aus der Stadt Siris stammend (griech.-latein.) Er war Römer und bereits seit Liberius im Dienst der Kirche. Er war vor seiner Wahl einer der römischen Diakone; sein Gegenkandidat war der Presbyter Hieronymus, der ihn als einfältig darstellte. Er wurde einmütig gewählt und mit Blick auf den Gegenpapst Ursinus am 25. Februar 385 von Kaiser Valentinian II. bestätigt.

Siricius betonte erfolgreich die Vorrangstellung des Patriarchen von Rom vor den übrigen Patriarchen. Während seine Vorgänger ihre Schreiben meist im Stil väterlicher Ermahnung und Erbauung verfassten, schrieb Siricius im amtlichen Kanzleistil im Befehlston und ohne juristische Begründung. Im Selbstbewusstsein, die Sorge für alle Kirchen übertragen bekommen zu haben, erließ er als Erster päpstliche Dekrete zu Liturgie und Disziplin, die er im Rang von Synodenbeschlüssen sah.

In seinem Schreiben an Himerius von Tarragona beantwortet er 14 noch an Damasus gerichtete Fragen, darunter findet sich eine Handlungsanweisung, in der die Wiedertaufe der bekehrten Arianer verboten wird, die Aufnahme in die Katholische Kirche findet durch die Handauflegung statt. Es wird nochmals die Zölibatsvorschrift eingeschärft und das Weihealter festgelegt. Die Tauftermine werden auf Ostern und Pfingsten beschränkt, die Bußdisziplin wird gemildert.

Auf einer römischen Synode im Jahr 396 wurde unter anderem festgelegt, künftig seien Bischöfe nur noch von mehreren Bischöfen und mit Zustimmung von Rom zu weihen. Die Beschlüsse wurden auch an die Kirche Afrikas und vermutlich noch an andere Kirchen zur Beachtung gesandt. Siricius missbilligte wie Ambrosius von Mailand scharf die Hinrichtung des als Ketzer zum Tode verurteilten Theologen Priscillian. Bonosus und Jovinianus wurden verurteilt. Siricius war der erste Bischof von Rom, der den Titel „Papst“ als Eigenbezeichnung führte. 390 weihte Siricius den Neubau von Sankt Paul vor den Mauern.

Sein Gedenktag ist der 26. November.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siricius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Damasus I. Papst
384–399
Anastasius I.