Wintersportgebiet

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Wintersportgebiete

Ein Wintersportgebiet ist ein für das Ski- und Snowboardfahren, den Skilanglauf oder ganz allgemein den Wintersport freigegebener touristischer Bereich. Dabei ist der touristische Betrieb nicht nur auf den Winter beschränkt. In Wintersportgebieten, die im Bereich eines Gletschers liegen, ist teilweise das gesamte Jahr über Wintersport möglich, da hier die erforderlichen Minusgrade herrschen. In der Sommersaison dienen viele Wintersportgebiete ebenfalls der Erholung und der sportlichen Betätigung, zum Beispiel zum Wandern oder Mountainbiking.

Klassische Wintersportgebiete[Bearbeiten]

Wintersportgebiet Bariloche (Argentinien)

Klassische Wintersportgebiete liegen in der Regel in gebirgigem Gelände. Die Berge und ein kontinentales Klima mit Temperaturen, die im Winter unter den Gefrierpunkt fallen, sind wichtige Voraussetzungen, um die traditionellen Wintersportarten Skifahren, Rodeln oder Snowboarden betreiben zu können. Gut besuchte Skigebiete liegen so zum Beispiel in den Alpenregionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Norditalien, Slowenien und Frankreich, aber auch in Tschechien, Polen sowie in Nordamerika und Kanada. In den Regionen, in denen nennenswerte Erhebungen (Berge) fehlen oder in denen klimatische Bedingungen einem Wintersportgebiet in freier Natur entgegenstehen, entstehen derzeit vermehrt Skihallen. Wintersport wird so selbst in der Wüste, etwa in Dubai, möglich.

Skipiste im Skigebiet Rastkogel, Zillertal

Ein durch Seilbahnen und Skipisten erschlossener Bereich eines Bergs, in dem vor allem Skifahren und Snowboardfahren betrieben wird, heißt auch Skigebiet (in Österreich auch Schigebiet). Der Betreiber eines Skigebiets – in der Regel ein Unternehmen – besitzt das für die Anlage von Skipisten verwendete Bergland meist nicht selbst, sondern pachtet es von den Grundbesitzern.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Ein Wintersportgebiet ist eine wichtige touristische Attraktion. Allein Österreich erwirtschaftet durch den Betrieb der Wintersportgebiete jährlich rund 7,11 Milliarden Euro an Wertschöpfung, berechnet man weitere indirekte Effekte hinzu, steigt der Wertschöpfungseffekt laut des Netzwerks Wintersport sogar auf 11 Milliarden Euro.[1] Bayrische Wintersportgebiete kommen in der Wintersaison auf etwa 168 Millionen Tagesausflüge und 27,4 Millionen Übernachtungen, welche einen Bruttoumsatz von 2.559,2 Millionen Euro generieren.[2]

Infrastruktur eines Wintersportgebiets: Zufahrt, Unterkunft, Transportmöglichkeiten, Skipisten

Probleme[Bearbeiten]

Die größten Probleme für Wintersportgebiete liegen derzeit in der klimatischen Veränderung, der globalen Erwärmung. In den Wintern bleibt der Schnee in einigen traditionellen Wintersportgebieten teilweise ganz aus oder die Saison startet erst sehr spät im Jahr. So verschob sich der Start der Skisaison in der Schweiz in 2011 vom ersten Dezemberwochenende bis fast in den Januar. Auch in einigen deutschen und österreichischen Skigebieten musste die Eröffnung der Pisten verschoben werden, da die Temperaturen zu hoch waren, um die Gebiete mit Schneekanonen zu beschneien. Die zu hohen Temperaturen und anhaltende Trockenheit in den Wintern treffen nicht nur professionelle Wintersportler, sondern schaden auch dem Tourismus in den jeweiligen Regionen, weil die zahlenden Gäste ausbleiben.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bmwfj.gv.at/Tourismus/TourismusstudienUndPublikationen/Documents/NEU_1005%20BMWFJ%20Wintersport%20Endbericht%20SpEA.pdf
  2. http://www.stmwivt.bayern.de/fileadmin/Web-Dateien/Dokumente/urlaub-in-bayern/Kurzbericht_Wintertourismus.pdf
  3. http://www.focus.de/reisen/winterspecial/tid-24359/verpatzter-skisaisonstart-schneekanonen-in-der-warteschleife_aid_689734.html

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]