Software AG
| Software AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0003304002 |
| Gründung | 1969 |
| Sitz | Darmstadt |
| Leitung | Karl-Heinz Streibich |
| Mitarbeiter | 6.000 |
| Umsatz | 1,12 Mrd. Euro (2010)[1] |
| Branche | Software |
| Website | www.softwareag.com |
Die Software AG mit Sitz in Darmstadt (Hessen) gehört zu den Weltmarktführern für Softwarelösungen für Unternehmen und verbundene Dienstleistungen. Ihre Produkte ermöglichen es, Geschäftsprozesse zu analysieren und zu verwalten und IT-Infrastrukturen zu steuern, wobei offene Standards verwendet werden. Das Unternehmen ist nach der SAP AG das zweitgrößte Softwarehaus in Deutschland und das viertgrößte in Europa.[2]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Produkte
Die Software AG bietet Software und Services für den Entwurf von Prozess-Strategien und Design, Implementierung und Überwachung von Prozessen; SOA-basierte Integration und Datenmanagement; prozessgesteuerte ERP-Implementierung sowie strategische Prozessberatung und Service-Leistungen.
Die wichtigsten Produkte sind ARIS, eine Plattform zur Analyse von Geschäftsprozessen, die Integrations- und Anwendungsplattform webMethods, das Datenbankmanagementsystem Adabas und die Entwicklungsumgebung Natural.
Weiterhin wird die Consulting-Sparte in der IDS Scheer Consulting GmbH auch als eigene Marke und Tochterunternehmen weitergeführt.
[Bearbeiten] Unternehmen
Der Konzern berichtet seit 2010 in drei Segmenten über seine operative Tätigkeit:[3]
- Business Process Excellence (BPE) - ARIS, webMethods
- Enterprise Transaction Systems (ETS) - Adabas, Natural
- IDS Scheer Consulting - Consulting und Services
Sitz der Software AG ist seit September 1984 das Firmengebäude in Darmstadt-Eberstadt.
Der Software AG Konzern hat zusammen mit der IDS Scheer Consulting Ende 2011 mehr als 10.000 Kunden. Er ist mit 6.000 Mitarbeitern in über 70 Ländern weltweit vertreten.
2009 wurde ein Konzernumsatz von 847 Mio. Euro erzielt, der im Folgejahr 2010 mit 1,12 Mrd. Euro um 32% gesteigert wurde.[3][4]
[Bearbeiten] Entwicklung
Die Software AG wurde 1969 von sechs Mitarbeitern des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) unter Federführung von Peter Kreis gegründet. Zu den Gründern gehörte auch der Mathematiker Peter Schnell, später langjähriger Vorstandsvorsitzender. Er hatte im Kundenauftrag ein Konzept für ein Datenbank-Management-System (DBMS) auf der Basis invertierter Listen entwickelt. Unter dem Namen ADABAS (adaptierbares Datenbank-System) wurde dieses System 1971 erstmalig bei der WestLB installiert. Der Markt in Westeuropa erwies sich jedoch bis Mitte der 1970er Jahre für neue DBMS noch nicht sehr aufnahmebereit. Deshalb erfolgte bereits 1972 die Gründung der amerikanischen Schwesterfirma Software AG of North America (SAGNA), zusammen mit einem US-Partner, mit Sitz in Reston (Virginia).[5] Diese ging 1981 an der New York Stock Exchange an die Börse.
Peter Schnell erlangte bis Anfang der 1980er Jahre die vollständige Kontrolle über die Aktien der Software AG. Wesentlichen Anteil am Erfolg der Software AG hatten weiterhin die Vorstandsmitglieder Peter Pagé und Tilo Strickstrock. Pagé hatte Ende der siebziger Jahre mit einem kleinen Mitarbeiterteam das Programmiersystem NATURAL (4GL) entwickelt und war bis zu seinem Ausscheiden eine treibende Kraft der Unternehmensentwicklung der Software AG.
Eine starke Wachstumsphase verzeichnete das Unternehmen ab Anfang der 1980er Jahre, als die Anzahl der Installationen von Adabas und Natural stark anstieg. Mit dieser Phase der Unternehmensgeschichte sind Dieter Keppler als Vertriebs-Direktor, Egon Homm (Region Manager Südwest), Wolfgang Mudter (Marketing-Leiter, später Leiter des Europageschäfts außerhalb der deutschsprachigen Region) und Arnold Stein (Region Manager Süd) verknüpft. So gelang es in dieser Zeit, den Marktanteil bei Datenbanksystemen gegenüber IBM und Siemens in Deutschland deutlich zu vergrößern.
1988 übernahm Software AG alle Aktien der Software AG of North America und machte diese zu einem Tochterunternehmen. 1997 kaufte das Investmenthaus Thayers Capital 100 Prozent der Aktien der Software AG North America, die anschließend unter dem Namen SAG Americas (SAGA) firmierte. Die Software AG ging 1999 an die Börse und ist an der Frankfurter Wertpapierbörse im TecDAX notiert. 2001 übernahm Software AG schließlich wieder die SAG Americas und gliederte diese als Töchter in den Konzern ein.
Im Jahre 1990 stellte die Software AG mit ENTIRE die erste service-basierte Software-Architektur (SOA) der Öffentlichkeit vor, die ab 1992 als erstes SOA-Produkt am Markt ausgeliefert wurde.
Im Zuge der platzenden Dotcom-Blase geriet auch die Software AG Ende der 1990er in eine Krise. Umsatzrückgänge und schlechte Profitabilität ließen die Finanzreserven schrumpfen. Nach eigenen Aussagen lagen die Gründe in der Globalisierung der IT und dem zunehmenden weltweiten Wettbewerb sowie in der massiven Konzentration und Konsolidierung des Marktes. Dem Unternehmen gelang jedoch in den Folgejahren die Wende zu anhaltendem Wachstum. So vervierfachte sich der Börsenwert der Software AG in den vier Jahren 2006 bis 2010.
Am 25. Mai 2007 übernahm die Software AG das amerikanische Software-Unternehmen webMethods zum Preis von 546 Millionen Dollar (420 Mio. Euro zum damaligen Kurs).[6] Es war die bis dahin größte Übernahme in der Firmengeschichte und eine der größten Übernahmen eines US-Softwareunternehmens durch eine europäische Firma.
Am 13. Juli 2009 legte die Software AG ein Übernahmeangebot über 482 Mio. Euro für die drittgrößte deutsche Software-Firma, die IDS Scheer AG vor.[7] Ende September 2009 besaß sie bereits über 75 Prozent der Anteile und weitere Aktien wurden für je 15 Euro zugekauft[8], im Dezember 2009 hielt sie 90 Prozent und schloss einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der IDS Scheer.[9] Nach Angaben des Vorstands ergänzen sich die beiden Unternehmen in ihren starken Seiten. Die IDS Scheer AG bringe eine hohe Beratungspräsenz bei insgesamt rund 7.500 Kunden, eine profunde Branchenkompetenz sowie eine starke Marktstellung im SAP-Beratungsgeschäft ein.[3]
Am 9. Juli 2010 billigte die Hauptversammlung der IDS Scheer AG den Verschmelzungsvertrag mit der Software AG mit einer Mehrheit von 92,03 Prozent des eigenen Grundkapitals.[10]
[Bearbeiten] Stiftung
1992 brachte Peter Schnell die von ihm treuhänderisch gehaltenen Aktien der Software AG auf Beschluss des Gesamtvorstands und des Aufsichtsrats in zwei Stiftungen bürgerlichen Rechts ein, davon 98 Prozent in die gemeinnützige Software AG Stiftung mit Sitz in Darmstadt. Diese ist damit (Ende 2011) mit 29 Prozent[3] des Aktienbesitzes der größte Einzelaktionär der Software AG.
Ziel der Stiftung ist die Förderung von Projekten in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Erziehung und Bildung, Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe und Naturhilfe. Die Software AG – Stiftung ist rechtlich völlig unabhängig von der Software AG.
[Bearbeiten] Weblinks
- Deutsche Firmenhomepage
- Informationen zur Verschmelzung der IDS Scheer AG auf die Software AG
- Homepage der Software AG Stiftung
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ SVorläufiges Ergebnis viertes Quartal/Gesamtjahr 2010. Darmstadt 27. Januar 2011 (Pressemitteilung der Software AG, [1], abgerufen am 3. Mai 2011).
- ↑ Truffle 100 - European software vendors ranking 2011
- ↑ a b c d Börsennews.de: Software AG Firmenprofil, abgerufen 24. Dezember 2011
- ↑ heise.de: Software-AG-setzte-2010-mehr-als-eine-Milliarde-Euro-um
- ↑ computerhistory.org: Maguire Notizen - Verweis auf AIV, Peter Kreis, Gründung SAGNA
- ↑ Software AG: webMethods-Übernahme nimmt Hürde
- ↑ Software AG will IDS Scheer kaufen
- ↑ "Software AG kauft „IDS Scheer“ auf www.finanznachrichten.de
- ↑ http://www.heise.de/newsticker/meldung/Software-AG-und-IDS-Scheer-schliessen-Beherrschungsvertrag-868006.html
- ↑ Pressemitteilung der Software AG zur Zustimmung zum Verschmelzungsvertrag durch die Hauptversammlung der IDS Scheer AG
ADVA Optical Networking | Aixtron | BB Biotech | Bechtle | Carl Zeiss Meditec | Centrotherm photovoltaics | Dialog Semiconductor | Drägerwerk | Drillisch | Evotec | Freenet | Gigaset | Jenoptik | Kontron | MorphoSys | Nordex | Pfeiffer Vacuum | PSI | Q-Cells | Qiagen | QSC | Singulus Technologies | SMA Solar Technology | Software AG | SolarWorld | STRATEC Biomedical | Süss Microtec | United Internet | Wirecard | XING
(Stand: 19. September 2011)