Spaltlampe

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Untersuchung an der Spaltlampe

Die Spaltlampe (auch: Spaltlampenmikroskop) ist eines der wichtigsten ophthalmologischen Untersuchungsgeräte, mit dem der Augenarzt oder der Augenoptiker die Augen stereoskopisch inspizieren kann. Es wurde von dem schwedischen Mediziner und Nobelpreisträger Allvar Gullstrand 1911 in die Augenheilkunde eingeführt.

Geschichte der Spaltlampe[Bearbeiten]

Zur mikroskopischen Untersuchung des Auges führte Gullstrand 1910 die von einer Nernstlampe gespeiste Spaltbeleuchtung ein. Die industrielle Produktion derartiger Spaltlampen, allerdings mit ebenso hellem Glühlampenlicht, erfolgte zunächst bei Carl Zeiss in Jena und Haag-Streit in Bern. Die dort entwickelten Erweiterungen nach Goldmann, Henker, Koeppe, Vogt[1] und anderen machten die Spaltlampe rasch zum wichtigsten Untersuchungsgerät der Augenheilkunde. Die Kopplung der Spaltlampe mit einer Laserlichtquelle Mitte des 20. Jahrhunderts ermöglicht seitdem auch chirurgische Maßnahmen und machte die Spaltlampe zum vielseitigsten Instrument der Augenheilkunde.

Funktion und Anwendung[Bearbeiten]

Punktförmige Hornhautdefekte in einem schmalen Lichtspalt der Spaltlampe

Dieses optische Gerät bietet dem Untersucher die Möglichkeit, einen scharf begrenzten spaltförmigen Lichtstrahl, dessen Breite veränderbar ist, auf das Auge zu richten. Gleichzeitig hat er die Möglichkeit, dieses durch ein Auflichtmikroskop zu betrachten. Die Vergrößerung des Mikroskops ist bei den meisten Geräten variabel und reicht üblicherweise vom 6- bis zum 30-fachen.

Durch verschiedene Belichtungsmethoden (diffus, direkt, fokal, indirekt, regredient, seitlich usw.) und variable Lichtspaltbreiten ist es möglich, fast sämtliche vorderen, mittleren und hinteren Abschnitte des Auges bis hin zu weit in der Peripherie befindlichen Netzhautarealen zu inspizieren. Für manche Untersuchungen sind zusätzliche Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Dreispiegelkontaktglas, notwendig.

Die meisten modernen Spaltlampen sind zusätzlich mit einem Applanationstonometer nach Goldmann ausgerüstet, das der Messung des Augeninnendrucks dient. Ebenso ist eine Kombination mit digitalen Kameras möglich, um Befunde filmisch oder fotografisch zu dokumentieren.

Fertigung und Qualität von Spaltlampen regelt in Deutschland der Normenausschuß Feinmechanik und Optik (NAFuO) in der DIN EN ISO 10939:2007.[2]

Trübung der hinteren Linsenkapsel (Nachstar) im rückläufigen Strahlengang als helle und dunkle Konturen sichtbar

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Theodor Axenfeld (Begründer), Hans Pau (Hrsg.): Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde. Unter Mitarbeit von Rudolf Sachsenweger u. a. 12., völlig neu bearbeitete Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart u. a. 1980, ISBN 3-437-00255-4.
  • H. Slezak, P. Kenyeres: Spaltlampenphotographie der Netzhautrandzone und Pars plana des Ciliarkörpers. In: Albrecht von Graefes Archiv für klinische und experimentelle Ophthalmologie. Bd. 185, Nr. 4, 1972, ISSN 0065-6100, S. 269–274, doi:10.1007/BF00410757.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Alfred Vogt: Atlas der Spaltlampenmikroskopie des lebenden Auges. Mit Anleitung zur Technik und Methodik der Untersuchung. Julius Springer, Berlin 1921.
  2. Ophthalmische Instrumente – Spaltleuchten, DIN EN ISO 10939.
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