Sportvereinigung Dynamo
| Name | Sportvereinigung Dynamo |
|---|---|
| Gegründet | 27. März 1953 |
| Mitglieder | 250.000 |
| Vorsitzender | Erich Mielke |
Die Sportvereinigung Dynamo (SV Dynamo) war die Sportvereinigung der inneren Sicherheitsorgane in der DDR (Volkspolizei, Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Zollverwaltung) und bildete zusammen mit weiteren DDR-weiten Sportvereinigungen das Rückgrat des DDR-Leistungssportsystems.
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Gründung [Bearbeiten]
Am 20. Juni 1950 wurde als Dachverband für die Sportgemeinschaften Volkspolizei die Sportvereinigung Deutsche Volkspolizei gegründet. Vorsitzender wurde der damals stellvertretende Leiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) Erich Mielke. Am 27. März 1953 wurden der SV DVP die Sportgemeinschaften des MfS angegliedert und die Bezeichnung Sportvereinigung Dynamo eingeführt. Später kamen auch noch die Sportgemeinschaften der DDR-Zollverwaltung hinzu. Mielke blieb bis Auflösung der Sportvereinigung im Jahre 1989 deren Vorsitzender. Die SV Dynamo war ab 1957 in den Deutschen Turn- und Sportbund eingegliedert, faktisch jedoch vollkommen eigenständig und wurde von einem „Zentralen Büro“ innerhalb des MfS geleitet. Eine vergleichbare Organisation bildete die Armeesportvereinigung Vorwärts der Nationalen Volksarmee.
Sportbetrieb [Bearbeiten]
Der SV Dynamo unterstanden neben zahlreichen Sportgemeinschaften auch mehrere Sportclubs, in denen gezielt Leistungssport gefördert wurde. Die Dynamo-Sportclubs gehörten zu den sportlich erfolgreichsten Clubs der DDR. Der größte Sportclub der SV Dynamo war der SC Dynamo Berlin mit Sektionen in fast allen olympischen Sportarten. Aus diesem Sportclub gingen weitere Sportclubs hervor, darunter der SC Dynamo Klingenthal als Wintersportschwerpunkt, der SC Dynamo Hoppegarten (Judo, Sportschießen, Reitsport) und der FSC Dynamo Eilenburg (Fallschirmsport). Darüber hinaus bestanden in der SV Dynamo einige Sportgemeinschaften, die zwar dem Namen nach keine Clubs waren, jedoch in gleichem Maße wie diese gefördert wurden. Dazu zählen die SG Dynamo Dresden (Fußball), die SG Dynamo Luckenwalde (Ringen), die SG Dynamo Potsdam (Rudern), die SG Dynamo Weißwasser (Eishockey) und die SG Dynamo Zinnwald (Biathlon). Aus den Reihen der in diesen Sportklubs unter Profi-Bedingungen trainierenden Sportsoldaten kamen nicht nur viele DDR-Meister, sondern auch zahlreiche Weltmeister und Olympiasieger.
Im DDR-Fußball dominierten die beiden Dynamo-Mannschaften aus Berlin und Dresden ab Mitte der 1970er Jahre den Spielbetrieb der DDR-Oberliga: Insgesamt holte die SG Dynamo Dresden acht Meistertitel und sieben FDGB-Pokalsiege, der BFC Dynamo (an den SC Dynamo Berlin angegliedert) konnte von 1979 bis 1988 sogar zehn Meisterschaften in Folge feiern und kam auf drei Pokalsiege. Dabei profitierte der Hauptstadtverein jedoch nicht unwesentlich von der persönlichen Unterstützung Erich Mielkes, der u. a. für die Delegierung der besten Fußballspieler der DDR nach Berlin sorgte. Weiterhin wurde der BFC gezielt durch ausgewählte Schiedsrichter, welche zum großen Teil inoffizielle Mitarbeiter des MfS waren, bevorteilt.
Die Eishockey-Oberliga der DDR bestand ab 1970 ausschließlich aus den zwei Dynamo-Clubs aus Weißwasser und Berlin.
Literatur [Bearbeiten]
- Herbst/Ranke/Winkler: So funktionierte die DDR, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbeck 1994, ISBN 3 499 16348 9, S. 938–940
- Carmen Fechner: Die Frühgeschichte der Sportvereinigung Dynamo – Hegemoniebestrebungen, Dominanzverhalten und das Rivalitätsverhältnis zur Armeesportvereinigung „Vorwärts“. Diss., Berlin 2011. (PDF-Onlineversion)