Spreadshirt

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sprd.net AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung Mai 2002 (als Spreadshirt GbR)
Sitz Leipzig, Deutschland
Leitung Matthias Spieß, Tobias Schaugg, Philip Rooke, Vorstand
Mitarbeiter ca. 300
Branche Social Commerce
Personal Branding
Website www.spreadshirt.de
Stand: Dezember 2010 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2010

Spreadshirt ist ein Social Commerce-Unternehmen mit Hauptsitz in Leipzig, das seinen Nutzern eine Online-Plattform zur Verfügung stellt, mit deren Hilfe nicht nur T-Shirts gestaltet und gekauft, sondern auch zum Verkauf angeboten werden können. Ein umfangreiches Shoppartnersystem ermöglicht jedem Nutzer einen eigenen T-Shirt-Shop zu kreieren und bei Bedarf in bereits existierende Websites zu integrieren.

Sämtliche Geschäftsvorgänge werden über das WWW abgewickelt: Der Shopbetreiber lädt seine Grafiken, Logos usw. über das Internet hoch und gestaltet damit seine Produkte. Spreadshirt übernimmt dann von der Lagerhaltung über Produktion, Versand und Zahlungsabwicklung bis hin zum Kundenservice alle notwendigen Funktionen, um die individuellen Merchandisingprodukte online zu vertreiben.

Geschichte[Bearbeiten]

Spreadshirt wurde im Jahre 2001 von Lukasz Gadowski und Matthias Spieß gegründet. Spieß hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Erfahrung in der Gründung von Unternehmen.[1] Der weitere Geschäftsführer Michael Petersen wurde im Sommer 2004 als Partner in die Firma aufgenommen. 2006 wurde die Unternehmensform von einer GmbH in eine AG gewandelt.

Der Hauptsitz von Spreadshirt liegt in Leipzig-Plagwitz. Zudem befinden sich weitere europäische Büros in Berlin, London, Paris, Utrecht sowie im polnischen Legnica. Dort entstand 2006 auch der dritte Produktionsstandort neben Leipzig und dem amerikanischen in Greensburg. Die US-amerikanische Niederlassung hat ihren Sitz in Boston.

Im Juli 2006 investierte das Londoner Venture-Capital-Unternehmen Accel Partners in Spreadshirt.[2] Ein Teil des Geldes wurde verwendet, um die französische Firma laFraise zu kaufen, welche Europas größten fortlaufenden T-Shirt-Design-Wettbewerb im Internet veranstaltet.[3]

Zum 1. August 2007 gab Gadowski seinen Posten als Vorstandsvorsitz bei Spreadshirt auf und fungiert stattdessen seit 2008 als Vorsitzender des Aufsichtsrats.[4] Gadowskis Nachfolgerin wurde die US-Amerikanerin Jana Eggers, die bis November 2010 als CEO bei Spreadshirt tätig war. Im Mai 2011 wurde der ehemalige Marketingvorstand Philip Rooke zum CEO ernannt. Die aktuellen Mitglieder des Vorstands sind daher CEO Philip Rooke, Mitbegründer Matthias Spieß (CTO), sowie Finanzchef Tobias Schaugg (Stand Januar 2012).

Logo von laFraise
Logo Deutsche Druckservice

Spreadshirt umfasste im November 2007 neben Spreadshirt.de noch die Unternehmensmarken laFraise und Deutsche Druckservice (mittlerweile „Spreadshirt Großbestellungen“).

Kritik[Bearbeiten]

Es wird des Öfteren unterstellt, dass es sich bei Spreadshirt um einen weiteren Web-2.0-Klon handelt,[5] der auf dem US-amerikanischen cafepress.com basiert. So führt Spiegel Online in einem Artikel vom 2. Dezember 2007 Spreadshirt unter der Überschrift „Deutsche Web-2.0-Nachahmer: Kasse machen mit dem Copyshop“ auf.[6]

In einem Artikel in der taz wurde offengelegt, dass „Reconquista“ (rcqt) rechtsextremistische Devotionalien in einem Spreadshirt Shop angeboten hatte. Der Shop wurde von Spreadshirt 2008, nachdem dies bekannt wurde, geschlossen.[7] Darüber hinaus hat PI-News bis 2011 auch einen „PI-Shop“ bei Spreadshirt betrieben und darin T-Shirts mit antimuslimischen Motiven angeboten. Spreadshirt hatte eine Schließung des Shops mehrfach erwogen, aber mit dem Hinweis auf „Meinungsfreiheit“ abgelehnt. Im Oktober 2011 wurde der Shop allerdings ebenfalls geschlossen.[8]

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

  • auf dem europäischen Marktplatz von Spreadshirt befinden sich mittlerweile mehr als 370.000 T-Shirt-Motive, die in unterschiedlichen Kombinationen auf fast 130 verschiedenen Produkten kombiniert werden können.[9]
  • Der Umsatz 2010 belief sich auf 31,8 Mio EUR, davon 9,5 Mio in den USA[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Great Place to Work 2008: Die sprd.net AG wird zu den 100 besten deutschen Arbeitgebern gewählt[11]
  • OnlineStar 2006: Sonderpreis „Gründer des Jahres“ für Lukasz Gadowski[12]
  • Europe’s Top 500: Platz 5 der wachstumsstärksten Mittelständler Europas, Nr. 1 in Deutschland[13]
  • Deutscher Internetpreis 2005: Auszeichnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Matthias Spieß auf süddeutsche.de vom 18. Februar 2011, abgerufen am 18. Februar 2011
  2. Jochen Krisch: Spreadshirt: Mit Venture Capital zum Weltmarktführer. exciting commerce vom 18. Juli 2006
  3. Lukasz Gadowski: Spreadshirt übernimmt LaFraise. Gründerszene vom 31. Juli 2006
  4. Jochen Krisch: Spreadshirt: Lukasz Gadowski übergibt an Jana Eggers. exciting commerce vom 19. Juli 2007
  5. Gregor Hochmuth: Web 2.0 in Germany: Copy/Paste Innovation or more? TechCrunch vom 14. Mai 2007
  6. Helmut Merschmann: Deutsche Web 2.0-Nachahmer. Kasse machen mit dem Copyshop. Spiegel online vom 2. Dezember 2007
  7. Die Tageszeitung: Killer Döner nach Thüringer Art.
  8. Spreadshirt Blog: Shoppartner-Ausschlußverfahren beantragt.
  9. shirta.com Suchmaschine für T-Shirt-Motive auf dem Marktplatz von Spreadshirt.net
  10. Jochen Krisch: Spreadshirt peilt für 2011 gut 40 Mio. Euro Umsatz (+27%) an exciting commerce vom 9. November 2011
  11. Great Place to Work: Deutschlands Beste Arbeitgeber 2008
  12. Online-Star 2006: And the OnlineStar goes to… (PDF; 58 kB) Pressemitteilung vom 26. Oktober 2006
  13. Europe’s 500 Ranking. 109 deutsche Mittelständler schaffen mehr als 32.000 neue Arbeitsplätze. PRESSEBOX, Pressemitteilung BoxID 80066
  14. BITKOM – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V: Leitthemen und Preisträger des Deutschen Internetpreises 2000 bis 2008. (PDF; 3,0 MB)