Stühe

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53.0020798.479729Koordinaten: 53° 0′ 7″ N, 8° 28′ 47″ O

Reliefkarte: Niedersachsen
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Stühe
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Niedersachsen
Buchen im Stühe

Der Stühe (auch Stüher Wald oder Stüher Forst) ist ein Waldgebiet im niedersächsischen Landkreis Oldenburg.

Lage[Bearbeiten]

Das Waldgebiet Stühe liegt fast ausschließlich im nordöstlichen Bereich der Gemeinde Dötlingen, nördlich und nordöstlich des Dötlinger Ortsteils Klattenhof. Kleinere östlich gelegene Teile liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee. Am östlichen Rand fließt die Immer Bäke, ein 5 km langer rechter Nebenfluss der Welse. Durch den Wald verläuft die K 327.

Der als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesene Wald hat eine Größe von circa 300 ha bei einer Ausdehnung in Ost-West-Richtung von etwa 2,8 km und in Nord-Süd-Richtung von 0,8 bis 1,5 km. Dazu kommen noch die zur Revierförsterei gehörenden, nördlich an den Stühe angrenzenden Welsburger Wiesen mit etwa 40 ha.

Bedeutung[Bearbeiten]

Neben seiner Bedeutung für die Forstwirtschaft ist das Waldgebiet für die Naherholung wichtig. Nach Eröffnung der Bahnstrecke Delmenhorst–Osnabrück 1898 wurde der Bahnhof von Immer beim Stühe das Ziel von Delmenhorstern und Bremern, die hierher ihren Sonntagsausflug machten. Noch im gleichen Jahr öffnete gegenüber dem Bahnhof der „Gasthof Witte“. In den nächsten Jahren wurden zwei weitere Gasthäuser am Waldrand gebaut, zum einen das „Waldschlösschen“ in Immer (heute Alten- und Pflegeheim „Haus am Wald“) und im Westen am Bassumer Weg der Gasthof „Zum Hasen Ahlers“. Nach dem 2. Weltkrieg hörte der Ausflugsverkehr gänzlich auf, so dass die zwei letztgenannten schließen mussten.

Durch den Stühe verläuft der Hasen-Ahlers-Weg. Er wurde benannt in Erinnerung an den „Aussteiger“ und Wilddieb Hasen-Ahlers (1831–1913), der dort viele Jahre in einem Schafkoben lebte.

Der Freeschenboom[Bearbeiten]

Erinnerung an den Freeschenboom

Im Stühe, am Abzweig Richtung Bergedorf, stand der Freeschenboom, auch Frieseneiche genannt. Die jahrhundertealte riesige Eiche, deren Stammumfang am Boden 10 Meter maß, brach im Mai 1889 unter seinem eigenen Gewicht zusammen. Hier versammelten sich früher alljährlich die Hollandgänger, um in Gruppen gemeinsam nach Holland zu gehen. Wer zuhause kein Einkommen hatte, versuchte dort sein Brot als Grasmäher, Torfstecher oder Seemann zu verdienen.

Im April 1981 wurde zur Erinnerung an die Frieseneiche und die Hollandgänger von der Dorfgemeinschaft Klattenhof und dem Revierförster die jetzige Eiche gepflanzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]