St. Benno-Gymnasium

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St. Benno-Gymnasium
Dresden Benno-Gymnasium 3.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1709; 1991
Adresse

Pillnitzer Straße 39

Ort Dresden
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 3′ 1″ N, 13° 45′ 25″ O51.05027777777813.756944444444Koordinaten: 51° 3′ 1″ N, 13° 45′ 25″ O
Träger Bistum Dresden-Meißen
Schüler 760[1]
Lehrkräfte 70
Leitung Stefan Schäfer
Website www.benno-gymnasium.de

Das St. Benno-Gymnasium in Dresden ist eine staatlich anerkannte Schule des Bistums Dresden-Meißen mit sprachlichem, musischem und naturwissenschaftlichem Profil. Die Schule ist nach Benno von Meißen, dem Schutzpatron der Diözese benannt. Das Gymnasium liegt in der Pirnaischen Vorstadt an der Grenze zu Johannstadt.

Die Bewerberzahlen des Gymnasiums sind jedes Jahr sehr hoch. Jedoch können pro Jahrgang nur ca. 90 Schüler in drei Klassen aufgenommen werden. Die Schwerpunkte der Erziehung während der Schulzeit liegen auf humanitären Werten, persönlicher Reife und Sinn für Gerechtigkeit. Alle Schüler lernen ab der 5. Klasse Latein und erhalten in der 9. Klasse ihr Latinum.

Geschichte[Bearbeiten]

Der sächsische Kurfürst Friedrich August I. (August der Starke) konvertierte im Jahr 1697 zum katholischen Glauben, um König von Polen werden zu können; Sachsen hingegen blieb protestantisch. Augusts Hofstaat in Dresden umfasste damit sowohl Katholiken als auch Protestanten, die jeweils Anspruch auf höfische Gottesdienste in ihrer Konfession erhoben. Infolgedessen musste die Hofkapelle umorganisiert und in eine protestantische und eine katholische Gruppe aufgeteilt werden, damit beide Gottesdienste musikalisch begleitet werden konnten.

Für die Gestaltung der im katholischen Ritus gefeierten Hofgottesdienste wurden in Böhmen sangesbegabte Jungen geworben. Sie sollten aber nicht nur für den Gesang- und Altardienst ausgebildet werden, sondern auch Latein und andere Wissenschaften studieren. August der Starke stellte jährlich 5000 Reichstaler für den Unterhalt der Lateinschule zur Verfügung, segnete die Schul- und Hausordnung der von Jesuiten geleiteten Einrichtung ab, und im Oktober 1709 begann mit acht Schülern der Unterricht. Von Anfang an besuchten nicht nur die Chorknaben (die heutigen Dresdner Kapellknaben), sondern auch auswärtige Schüler die neue Schule, die in einem Gebäude im Bereich des heutigen Übergangs zwischen Schloss und Taschenbergpalais untergebracht war.

Auch ein Teil des Hofadels war seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts katholisch und besuchte die neugegründete Schule, sodass die Schülerzahl in der Folgezeit rasch wuchs. Im Jahr 1741 war die Schule schließlich sechsstufig. Zusammen mit der katholischen Hauptschule wurde das Gymnasium 1787 in einem Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Italienischen Dörfchens untergebracht. Durch die gemeinsame Unterbringung mit der Hauptschule mittlerweile vom Vollgymnasium in ein Progymnasium umgewandelt, zog die Schule 1839 in ein Gebäude auf der Schloßstraße.

Als eine der Maßnahmen zur Belebung des Katholizismus im 1921 wiedererrichteten Bistum Dresden-Meißen (das Bistum Meißen war im Zuge der Reformation aufgelöst worden) bemühte sich der erste Bischof von Dresden-Meißen, Christian Schreiber, darum, aus dem Progymnasium erneut ein Vollgymnasium zu schaffen. 1928 wurde die Schule als Vollgymnasium anerkannt, 1930 zog sie in eine klassizistische Villa in der Wiener Straße. Ende 1939 schlossen die Nationalsozialisten das Gymnasium und die Schüler mussten auf staatliche Schulen ausweichen.

Versuche, die Schule zu DDR-Zeiten wiederzueröffnen, schlugen fehl. Das Kapellknabeninstitut der Sängerknaben an der Hofkirche blieb hingegen auch in der DDR bestehen. Schon 1990 trug Konrad Wagner, der musikalische Leiter der Kapellknaben, Bischof Joachim Reinelt den Wunsch vor, die Schule neuzugründen. Ehemalige Schüler und interessierte Eltern riefen im Oktober 1990 das Katholische Schulwerk St. Benno e.V. ins Leben, das der Bischof mit der Ausführung der Pläne betraute. Mit anfänglich 300 Schülern der Klassenstufen 7-10 nahm das Gymnasium bereits zum Schuljahr 1991/92 und damit als eines der beiden ersten sächsischen Gymnasien (neben dem Evangelischen Schulzentrum Leipzig) nach der Einheit den Betrieb in der Louisenstraße auf. Bis zur Fertigstellung des von Behnisch entworfenen Schulneubaus im Jahr 1996 fand der Unterricht in zwei weit auseinanderliegenden Gebäuden statt.

Heute lernen am St. Benno-Gymnasium etwa 760 Schüler, die von ca. 70 Lehrern unterrichtet werden.[2]

Schulprofil[Bearbeiten]

Die Erziehungsarbeit des St. Benno-Gymnasiums soll aus christlicher Weltsicht heraus Wert auf die menschliche Reife der Schüler sowie ihre personale und soziale Identität legen. Sie soll zudem Verantwortungsbewusstsein und Toleranz ebenso fördern wie die Bereitschaft und Fähigkeit, reflektiert Stellung zu beziehen. Die jungen Erwachsenen sollen Selbstständigkeit erlangen und im zukünftigen Leben zurechtkommen.

Zur religiösen Erziehung gehört der verpflichtende Religionsunterricht, in dem die Katholiken einer Klasse getrennt von den Protestanten des gesamten Jahrgangs unterrichtet werden. Diese Trennung bezieht sich allerdings nur auf die beiden Religionsstunden in der Woche. In den Klassen sind Katholiken und evangelische Schüler gemischt. Die Schulgottesdienste, die vor Weihnachten, zu Epiphanias, und vor Schuljahresende meist mit Bischof Joachim Reinelt in der Turnhalle der Schule stattfinden und in der ersten Schulwoche in der Dresdner Kreuzkirche, sind katholisch oder ökomenisch. Nur der Gottesdienst am Aschermittwoch findet für die beiden Konfessionen getrennt in der evangelischen Frauenkirche Dresden und in der katholischen Herz-Jesu-Kirche statt.

Gebäude[Bearbeiten]

Der von Behnisch Architekten entworfene futuristisch anmutende Schulneubau wurde 1996 fertiggestellt und ist ein Zeugnis der Spätmoderne in Dresden. Unter anderem aufgrund der aggressiven Farbgebung der Straßenseite sorgten Günter und Stefan Behnisch für Gesprächsstoff. Innerhalb kurzer Zeit war das Gebäude in Architektenkreisen sehr bekannt und hat mittlerweile zahlreiche Architekturpreise erhalten. Bemerkenswert an dem Gebäude ist der charakteristische Glasvorbau der Pausenhalle. Dieser fällt wie ein Dach steil ab, reicht von der Straße bis zum obersten Geschoss des Gymnasiums und verbindet die Stockwerke im Innern des Gebäudes miteinander.[3]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gilbert Lupfer, Bernhard Sterra und Martin Wörner (Hrsg.): Architekturführer Dresden. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01179-3.
  • Frido Pflüger SJ / Jürgen Leide: Das St. Benno-Gymnasium in Dresden. In: Wozu kirchliche Schulen? Profile, Probleme und Projekte; ein Beitrag zur aktuellen Bildungsdiskussion. Marion Wagner (Hrsg.); LIT Verlag, Berlin-Hamburg-Münster 2001. ISBN 3-8258-4880-9
  • Jens Daniel Schubert / Jörg Leopold (Hrsg.): Aus einer Wurzel: 300jährige Geschichte der Dresdner Kapellknaben und des St. Benno-Gymnasiums Dresden. St. Benno-Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-7462-2765-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sächsische Zeitung vom 6. Januar 2011
  2. Sächsische Zeitung vom 6. Januar 2011
  3. Lupfer et al., Nr. 80 (St. Benno Gymnasium)
  4. http://www.clemenspoetzsch.de/biografie.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Benno-Gymnasium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien