St. Nicolai (Braunschweig)

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Die Nicolaikirche um 1900.
Inneres

St. Nicolai war eine katholische Kirche und eines der bedeutendsten Barockbauwerke in Braunschweig. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört.

Die 1710 – 1712 von Hermann Korb und Graf Damian Hugo von Schönenborn erbaute und nach Süden ausgerichtete Fachwerk-Kirche lag an der Friesenstraße im Weichbild Altewiek und beherbergte auch die Gemeindeschule sowie die Pfarrwohnung. Gegen den Widerstand der Braunschweiger Geistlichkeit wurde sie durch Herzog Anton Ulrich in Auftrag gegeben und gestiftet; dieser war 1710 zum katholischen Glauben konvertiert. Die Ausmalung des Innenraums führte der kurz nach seinem Dienstherrn ebenfalls konvertierte Hofmaler Tobias Querfurt († 1734) aus.

Da Braunschweig 1528/31 zum lutherischen Glauben übergetreten war, war die 1712 geweihte Nicolai-Kirche die erste katholische Kirche, die in Braunschweig seit der Reformation errichtet wurde.

Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Nicolai-Kirche umgebaut und erweitert und schließlich am 17. Oktober 1908 neu eingeweiht.

Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg, am 15. Oktober 1944, beim schwersten Luftangriff auf Braunschweig, der ca. 90% der mittelalterlichen Innenstadt in einem Feuersturm vernichtete, zerstört und, wie fast die gesamte Bebauung an der Friesenstraße, nicht wieder aufgebaut.

Der katholischen Propsteigemeinde St. Nicolai, die ihr Kirchengebäude verloren hatte, wurde am 1. September 1945 die zuvor als Museum genutzte Braunschweiger Aegidienkirche übergeben. 1948 wurde der erste Gottesdienst im neuen Kirchengebäude gefeiert. Am 8. Dezember 1979 übernahm die Nicolai-Gemeinde den Namen St. Aegidien. Die katholische Gemeinde erlangte nach 1945 größere Bedeutung, da viele Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, vor allem aus Schlesien, nach Braunschweig kamen und somit die Anzahl der katholischen Bevölkerung anstieg (gegenwärtig ca. 12%).

Teile der Nicolaikirche, nämlich Portal und einige Fenstereinfassungen, wurden 1968 an anderer Stelle, zwischen Echternstraße und Güldenstraße, entlang eines Parkplatzes in eine Hauswand eingemauert. Die äußere Fassung des Portals bildet heute das Eingangstor zum Schulhof Friesenstraße. Eine Portalfigur befindet sich in der Aegidienkirche.

Des Weiteren erinnert der Name einer katholischen Pfadfindergruppe an die Kirche.

[Bearbeiten] Gemeindefriedhof Hochstraße

Der Friedhof der Nicolai-Gemeinde befindet sich in der Hochstraße unmittelbar neben dem Wasserturm auf dem Giersberg, wird aber seit 1901, dem Baujahr des Wasserturms, nicht mehr genutzt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde er zwischen November 1942 und Ende 1944 zur Bestattung katholischer Kriegsgefangener, Zwangsarbeiter und Säuglinge benutzt. Bis 1994 verfiel der Friedhof bis er auf deutsch-polnische Initiative schließlich um das Jahr 2000 in eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus umgewandelt wurde.

[Bearbeiten] Reste

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: St. Nicolai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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