St. Pauli-Nachrichten

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St. Pauli-Nachrichten ist ein in Hamburg erscheinendes Männermagazin.

Die Zeitschrift erscheint seit 1968 und gehört zu den erfolgreichsten in der Branche. Sie wurde von dem Fotografen Günter Zint[1] ins Leben gerufen und bietet neben zahlreichen pornografischen Bildern und Kontaktanzeigen auch längere Texte. In den 1960er Jahren waren diese teilweise politisch brisant und im Gegensatz zu anderen Erzeugnissen der Boulevardpresse eher auf dem politisch linken Spektrum angesiedelt. Redakteure waren in dieser Zeit Henryk M. Broder[2] und Stefan Aust[3] sowie der 2004 in Berlin verstorbene Journalist Michel Roger Lang. Günter Wallraff lebte zwar eine Zeit lang bei Zint, schrieb aber entgegen anders lautenden Berichten nicht für das Heft. Den politischen Anspruch hat das Blatt in der Zwischenzeit verloren, aber während andere Erotikmagazine meist durchgestylte Studioaufnahmen und Topmodelle präsentieren, findet man in den St. Pauli-Nachrichten eher die Durchschnittsfrau (oder den -mann).

Helmut Rosenberg 1969

Hergestellt wurden die St. Pauli Nachrichten zunächst von der Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auerdruck GmbH, deren Gesellschafter u.a. die SPD-Politiker Alfred Nau und Herbert Wehner waren. 1971 wurde vom Deutschen Kinderschutzbund Strafanzeige wegen der Herstellung jugendgefährdender Schriften gestellt.[4] Ein Mitgründer der St. Pauli Nachrichten war der 1986 verstorbene Helmut Rosenberg. Er betrieb den Zeitungsverlag bis zum Jahre 1981.

Ab November 2008 erschien ebenfalls in Hamburg, aber in einem anderen Verlag, ein Lifestyle-Magazin mit dem Namen "St. Pauli Nachrichten – Das Kiez-Magazin", das sich an Männer und Frauen wendet. Dieses wurde später umbenannt in "St Pauli - Das Kiez-Magazin".

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel auf Hinz & Kunzt
  2. Vgl. http://www.tagesspiegel.de/medien/henryk-m-broder-wir-waren-wie-kinder/1239938.html
  3. Zu Leserbriefen der St. Pauli Presse vgl. Peter P. Dahl (Hg.): Seid nett aufeinander, konkret Buchverlag, konkret extra, Nr. 13, Hamburg, 1970. 2., veränderte Auflage 1971. Mit Beiträgen von P. R. Dahl, H. M. Broder u. Karl H. Bönner.
  4. Bericht in der Zeitung DIE WELT vom 6. Juli 1971

Weblinks[Bearbeiten]