Günter Zint

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Günter Zint (* 27. Juni 1941 in Fulda) ist ein deutscher Fotograf.

Leben[Bearbeiten]

1959 begann er ein Volontariat bei der DPA Deutsche Presse-Agentur in Frankfurt am Main und wurde zum Bildjournalisten und Redakteur ausgebildet. Anschließend arbeitete er als Reporter für Quick (Zeitschrift) und twen (Zeitschrift), bevor er 1962 nach Schweden und England ging. 1964 kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich in Hamburg nieder. Von 1967 bis 1971 arbeitete er fest für das Magazin Der Spiegel und anschließend als freier Pressefotograf. Er wurde bekannt durch seine Fotos im Hamburger Star-Club. Ende der 1960er gründete er die St.-Pauli-Nachrichten, ursprünglich eine linke Boulevardzeitung, für die auch Henryk M. Broder und Stefan Aust schrieben. Nach deren Verkauf 1971 entwickelte diese sich immer mehr zu einer Sexpostille. Neben weiteren Aufträgen für Stern (Zeitschrift), Der Spiegel, konkret (Zeitschrift), Gewerkschafts- und Auslandszeitungen konzentrierte Zint sich immer mehr auf die ihm wichtig gewordenen Schwerpunkte Umwelt, Soziales, Kiez usw. Günter Zint bezeichnet sich selbst als „Gebrauchsfotograf“.

Später wirkte er in der Anti-Atomkraft-Bewegung mit und arbeitete gemeinsam mit dem Journalisten Günter Wallraff. Seit 1961 trägt er mit seinen Fotos zu den Undercover-Reportagen Günter Wallraffs bei. Anfang der 80er gründete er zusammen mit den Fotograf/-innen Hinrich Schultze, Marily Stroux, Gaby Schmidt, Jutta Stadach und Inge Kramer die Pan-Foto Agentur zur Verbreitung alternativer Pressefotos GmbH, die auch die Bestände seines ursprünglichen seit 1966 bestehenden Pan-Foto-Archives verwaltet. 1999 verließ Zint seinen langjährigen Wohnort Hamburg-Altona und zog in die Gegend von Worpswede. Seit 1982 versuchte er, seine umfangreiche Sammlung von Exponaten, Dokumenten und Fotos zum Hamburger Stadtteil St. Pauli in ein Museum einzubringen, doch zunächst schlugen erfolgversprechende Ansätze immer wieder fehl oder erwiesen sich als schwer finanzierbar. Seit 2005 wird die Sammlung von einem privaten Verein als St. Pauli Museum getragen, das der Öffentlichkeit einen Teil dieses Materials präsentiert.[1] 2011 zog er mit dem Panfotoarchiv, das über 6 Millionen Fotos von 15 Fotografen enthält, nach Behrste im Landkreis Stade.

Zint ist Mitglied der Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in der verdi.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Das Bonner Haus der Geschichte zeigte vom 8. Mai 2007 bis April 2008 in seiner U-Bahn-Galerie Bilder des Fotografen. Von August bis Oktober 2007 zeigte das Vonderau Museum in Zints Heimatstadt Fulda die Ausstellung Der Fotograf Günter Zint. Von November 2007 bis Januar 2008 zeigte das Oldenburger Landesmuseum einen Querschnitt durch sein Lebenswerk (160 Fotografien). Die Ausstellung Wilde Zeiten vom Haus der Geschichte wandert seit 2008 durch Deutschland. So war sie zum Beispiel von März bis Juli 2011 im Deutschen Panzermuseum Munster und von Juni bis Oktober 2012 auf der Insel Helgoland zu sehen. Im Mai 2013 wurde die Ausstellung Wilde Zeiten in Udine (Italien) gezeigt. Drei weitere Ausstellungen wandern seit 2007 weltweit.

Werke[Bearbeiten]

  •  Günter Zint: Atomkraft. Fotodokumente vom „Bürgerdialog“ um Atomenergie. Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1979, ISBN 3-88132-115-2.
  •  Günter Zint, Caroline Fetscher: Republik Freies Wendland. Eine Dokumentation. 2001, Frankfurt am Main 1980.
  •  Günter Zint: Gegen den Atomstaat. 300 Fotodokumente. 2001, Frankfurt am Main 1982.
  •  Günter Zint, Günter Handlögten, Inge Kramer: Die weiße Taube flog für immer davon. Ein St.-Pauli-Bilderbuch. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1984, ISBN 3-499-15292-4.
  •  Günter Zint, Inge Kramer: Menschen am Fluß … wie lange noch?. Rasch und Röhring, Hamburg 1985, ISBN 3-891360-43-6.
  •  Günter Zint, Klaus Martens, Rainer Wick, Jutta Stadach: Große Freiheit 39. Vom Beat zum Bums. Heyne, München 1987, ISBN 3-453-00719-0.
  •  Günter Zint: Begrabt mein Herz an der Auffahrt zur Autobahn. Geschichten, Graffiti, Tramper Blues. Heyne, München 1985, ISBN 3-453-35053-7.
  •  Günter Zint, Gaby Schmidt: Umweltschutz-Abenteuer. Aktionen von Greenpeace und Robin Wood. Heyne, München 1985, ISBN 3-453-35044-8.
  •  Günter Wallraff, Fotos Günter Zint: Ganz unten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1985, ISBN 3-462-01716-0.
  •  Günter Zint, Jörg Boström, Hinrich Schultze, Gaby Schmidt, Jutta Stadach: Leichte Schläge … 25 Jahre Fotos. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1987, ISBN 3-925387-19-6.
  •  Günter Zint, Reimar Paul: Das Wismut Erbe - Geschichte und Folgen des Uranbergbaus in Thüringen und Sachsen. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 1991, ISBN 3-923478-55-0.
  •  Günter Zint: ZINTSTOFF 50 Jahre Deutsche Geschichte : Fotos von Günter Zint mit einem Vorwort von Günter Wallraff. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-317-5.
  • Günter Zint (Herausgeber) Domenica : „Ich war nicht schön - ich war schlimmer“ Dölling & Galitz Verlag

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.st-pauli-museum.com/museum.php