St. Wendelin (Geschwend)

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St. Wendelin in Todtnau-Geschwend

St. Wendelin ist eine katholische Filialkirche im Todtnauer Stadtteil Geschwend. Sie entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im neuromanischen Stil. Die Kirche gehört zur Seelsorgeeinheit Schönau des Dekanats Wiesental.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Ortschaft Geschwend gehörte anfangs der Pfarrei Tegernau an und seit 1164 der neu gegründeten Pfarrei in Schönau im Schwarzwald.[2] Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges entstand ein Gotteshaus, das dem heiligen Wendelin geweiht wurde.[3] Einem Bericht des Obervogteiamtes Schönau zufolge wurde die Kapelle Anfang des 19. Jahrhunderts jedoch kaum für Gottesdienste genutzt. Lediglich die Glocken wurden zu Gebetszeiten oder bei Gefahren geläutet.[4] Gottesdienste wurden um 1825 wieder abgehalten;[5] 1896 fiel die Kapelle einem Brand zum Opfer.[2]

Heutige Kirche[Bearbeiten]

Nachdem sich Geschwend am 11. Mai 1901 von der Kirchengemeinde Schönau herauslöste und sich zur neuen Pfarrei Geschwend-Präg formierte, entstand der Wunsch nach einer eigenen Kirchen. Diese wurde unweit des Standortes der alten Kapelle vom Erzbischöflichen Bauamt Freiburg neu errichtet und am 1. Oktober 1907 durch Erzbischof Thomas Nörber geweiht.[6] In den Jahren 1965 und 1966 wurde das Kircheninnerei grundlegend umgestaltet. Unter anderem hielt im Chor ein neuer Altar Einzug und die Fenster bekamen eine ornamentale Verglasung.[7]

Beschreibung[Bearbeiten]

Kirchenbau[Bearbeiten]

Die Kirche St. Wendelin in Geschwend steht zentral im Ort und ist durch die Höhe des Kirchturms weithin im Nebental der Wiese sichtbar. Der Bau besteht aus einem Satteldach bedeckten rechteckigen Saalbau mit eingezogenem und im Vergleich zum Langhaus niedrigeren Chor an der Ostseite und einem aus der Zentralachse erwachsenen viergeschossigen Glockenturm im Westen. Das Langhaus hat an seinen Längsseiten je fünf hohe, rundbogig abschließende Fenster und ein Seiteneingang. Der Glockenturm hat im dritten Geschoss zu jeder Seite dreifach gekuppelte, rundbogige Klangarkaden, darüber befindet sich das Zifferblatt der Turmuhr. Der Turm wird von einer vierseitigen, leicht eingeknickten Pyramide und einem Wetterhahn an deren Spitze bekrönt. Der Haupteingang befindet sich an der Westfassade; das Langhaus wird von dort über die Turmhalle betreten.

Ausstattung und Innenraum[Bearbeiten]

Innenraum von der Empore aus gesehen

Das Innere des Langhauses ist mit einer flachen Holzdecke eingezogen. Von der Turmhalle führt ein Treppenhaus zur Orgelempore. Über ein rundbogiges Portal gelangt man von der Halle zum Langhaus, was mit dem Chor über einen ebenfalls rundbogigen Triumphbogen verbunden ist. Der Hochaltar wurde vom Künstler Stuffleser aus St. Ullrich in Südtirol geschaffen. Seitlich aufgestellt sind Figuren der Schutzpatrone Gallus, dem Schutzheiligen der Gemeinde Präg, und Wendelin, dem Schutzpatron von Geschwend.

Glocken und Orgel[Bearbeiten]

Das dreistimmige Geläut aus Bronze setzt sich wie folgt zusammen:[7]

Name Schlagton liturgische Funktion Gussjahr Gießerei
Marienglocke gis′ Wandlungsglocke 1952 F. W. Schilling, Heidelberg
St. Wendelin h′ Totenglocke 1952 F. W. Schilling, Heidelberg
St. Gallus cis′′ Taufglocke 1952 F. W. Schilling, Heidelberg

Die Orgel auf der Empore über dem Eingangsbereich wurde am 12. Oktober 1930 eingeweiht. Das Instrument wurde von der Orgelbauwerkstatt Späth erbaut, arbeitet mit Kegelladen, pneumatischer Spiel- und Registertraktur und hat neben zwei Manualen, einem Pedal insgesamt 14 Register.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Helm: Kirchen- und Kapellen im Markgräflerland, Müllheim/Baden 1989, ISBN 3-921709-16-4, S. 393–394.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Wendelin (Geschwend) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kirchen und Kapellen in der Seelsorgeeinheit Schönau
  2. a b H. Vocke (Hrsg.): Die Chronik des Kreises Lörrach, 1966, S. 106
  3. E. Böhler: Geschichte von Schönau im Schwarzwald, 1960, S. 343
  4. E. Schneider: Über die Aufhebung der im Wiesenkreis befindlichen sog. Nebenkirchen und Kapellen während der Aufklärung. In: Das Markgräflerland, 1957, Heft 1, S. 42, 48
  5. Stromeyer: Die katholischen kirchlichen Oberbehörden, Pfarreien, Benefiziate und Lehranstalten im Großherzogtum Baden, 1825, S. 154, 260
  6. Helm: Kirchen- und Kapellen im Markgräflerland, S. 394 (11.1)
  7. a b Helm: Kirchen- und Kapellen im Markgräflerland, S. 394 (11.2)

47.8044015608337.9409265519444Koordinaten: 47° 48′ 16″ N, 7° 56′ 27″ O