Stefan Collignon

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Stefan Collignon 2010

Stefan C. Collignon (* 11. Dezember 1951 in München) ist ein deutscher Volkswirtschaftler.

Akademischer Werdegang[Bearbeiten]

Nach seinem Abitur am humanistischen Ludwigsgymnasium hat Collignon an der Freien Universität Berlin Volkswirtschaft studiert und dort – nach einem zeitweiligen Auslandsstudium am Institut d’études politiques de Paris von 1974 bis 1975 – im Jahre 1977 den Grad eines Diplom-Volkswirtes erworben. Im Jahre 1989 wurde er an der Freien Universität Berlin promoviert und 1999 habilitiert. Zuvor war er an der University of Dar es Salaam, Tansania, dem Department of International Development (Queen Elizabeth House, QEH), der Universität von Oxford, und der London School of Economics and Political Science als Forschungsstipendiat tätig.

Berufliche Tätigkeit[Bearbeiten]

Collignon arbeitete von 1989 bis 1999 als Forschungsdirektor der „Assoziation für die Europäische Währungsunion“ in Paris. Zum Beginn der Europäischen Währungsunion und nach dem rot-grünen Wahlsieg vom 27. Oktober 1998 trat Collignon als Unterabteilungsleiter in die Euroabteilung des Bundesministeriums der Finanzen ein, gab diesen Posten aber zum Jahresende 2000 wieder auf. Collignon galt als Befürworter einer nachfrageorientierten Finanz- und Steuerpolitik und wollte auch eine vollintegrierte europäische Makropolitik etablieren.

Seit Januar 2001 lehrte Collignon als „Centennial Professor“ für europäische politische Ökonomie an der London School of Economics and Political Science. In der Zeit von 2005 bis 2007 hatte er eine Gastprofessur zum Thema „Government“ an der Harvard University. Seit Oktober 2007 lehrt er als Professor für Wirtschaftspolitik an der Sant' Anna School of Advanced Studies in Pisa und an der Universität Hamburg im Fachbereich Sozialökonomie als Gastprofessor im Studiengang Master of Arts in European Studies. Er ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Rates des Centro Europa Ricerche (CER) in Rom.

Collignon hat ausführlich zum Thema „Europäische Republik“ publiziert. Er setzt sich für eine demokratisch gewählte Regierung für die Europäische Union ein.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • mit Christian Paul: Pour la République européenne. Odile Jacob, Paris 2008.
  • Bundesrepublik Europa. Mit einem Vorwort von Kurt Beck. Vorwärts, Berlin 2007.
  • Europa reformieren – Demokratie wagen. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2006.
  • Vive la République européenne. Éditions de La Martinière, Paris 2004.
  • mit Daniela Schwarzer: Private Sector Involvment in the Euro. The Power of Ideas. Routledge, London 2003.
  • Monetary Stability in Europe. Routledge, London, 2003.
  • Das europäische Währungssystem im Übergang. Gabler, Wiesbaden 1994.
  • Regionale Integration und Entwicklung in Ostafrika. Institut für Afrika-Kunde, Hamburg 1990.

Weblinks[Bearbeiten]