Sterbebegleitung

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In der Sterbebegleitung geht es darum, Menschen in ihren letzten Tagen und Stunden vor ihrem Tod Beistand zu leisten. Möglicherweise ist auch eine spezielle palliativmedizinische Versorgung notwendig, aber für Menschen im Sterbeprozess ist menschliche Zuwendung besonders wichtig. Die Sterbebegleitung beginnt mit der Mitteilung der Diagnose einer todbringenden Erkrankung im Aufklärungsgespräch zwischen Arzt und Patient und endet mit dem Tod des Patienten. An Sterbebegleitung können sowohl Angehörige und Freunde des sterbenden Menschen, als auch Ärzte, Pflegepersonen, Seelsorger und ehrenamtliche Helfer mitwirken. Sie ist Teil der Palliative Care und der Hospizbewegung.

Die Betreuung von Sterbenden im Verlauf der von Elisabeth Kübler-Ross definierten Sterbephasen stellt für alle Beteiligten eine hohe psychische und emotionale Belastung dar. Tod und Sterben werden im Alltag oft verdrängt, bei der Begleitung eines sterbenden Menschen ist eine Beschäftigung mit diesem Thema aber nicht zu umgehen.

Auch kirchenfernen Menschen ist es während des Sterbeprozesses oft ein Anliegen, sich über Glauben, Religion, den Sinn des Lebens und ähnliche Fragen auszutauschen und darüber nachzusinnen. Für die Begleiter ist es von Bedeutung, die Weltanschauung oder religiöse Überzeugung des Sterbenden zu respektieren.

Rechtliche Rahmenbedingungen[Bearbeiten]

Rechtliche Rahmenbedingungen sind in der Bundesrepublik Deutschland insbesondere die Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung, die im Januar 2011 neu gefasst wurden (siehe unten Weblinks). Daneben hat der Bundesgerichtshof am 17. März 2003 grundsätzliche Aussagen zur Sterbehilfe getätigt.

Träger/Begleiter[Bearbeiten]

Sterbebegleitung und Ausbildungen auf diesem Gebiet werden von kirchlichen oder sozialen Verbänden angeboten, darunter sind die Caritas, der Malteser Hilfsdienst, die Diakonie und die Johanniter-Unfall-Hilfe. Die meist ehrenamtlichen Sterbebegleiter erhalten von den jeweiligen Verbänden zunächst eine gründliche Vorbereitung auf ihren Dienst.

Siehe auch[Bearbeiten]

Ars moriendi, Hospiz, Patientenverfügung, Franco Rest, Sterbehilfe, Trauer, Trauerbegleitung, Hamburg Leuchtfeuer

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Bayer, Thorsten Hillmann, Georg Hug, Christa Ruf-Werner (Hrsg.): Kinder- und Jugendhospizarbeit. Das Celler Modell zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Sterbebegleitung. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009. ISBN 978-3-579-05897-9
  • Barbara Dobrick: Wenn die alten Eltern sterben. Das endgültige Ende der Kindheit. Herder-Spektrum, Band 6261, Herder, Freiburg im Breisgau 2000, ISBN 978-3-451-06261-2
  • Barbara Dobrick: Vom Lieben & Sterben. Konflikte, Nöte und Hoffnungen Angehöriger. Kreuz, Freiburg im Breisgau 2010, ISBN 978-3-7831-3497-1
  • Peter Godzik (Hrsg.): Sterbebegleitung - herzlich und zugewandt. Mit zahlreichen praktischen Hilfen. Steinmann, Rosengarten b. Hamburg 2012. ISBN 978-3-927043-50-3
  • Peter Godzik (Hrsg.): Die Kunst der Sterbebegleitung. Handbuch zur Begleitung Schwerkranker und Sterbender. Steinmann, Rosengarten b. Hamburg 2013. ISBN 978-3-927043-48-0.
  • Peter Godzik (Hrsg.): Das Mutbuch. Impulse für die Qualifizierung ehrenamtlicher Hospizhelfender. Praxisbeilage der Zeitschrift Praxis Palliative Care, Ausgabe 20, 2013, Verlag Brinkmann-Meyhöfer.
  • Elisabeth Kübler-Ross: Verstehen was Sterbende sagen wollen. Stuttgart 1982.
  • Elke Schölper (Hrsg.): Sterbende begleiten lernen. Das Celler Modell zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Sterbebegleitung. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2004. 176 S. ISBN 3-579-05537-2.
  • Petra Stuttkewitz: Gelebte Grenzen. Texte aus der Begleitung zweier Kinder in ihrer lebensverkürzenden Erkrankung. Wuppertal 2005. ISBN 3-9810020-3-2

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]