Andreas Dresen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Andreas Dresen, 2009

Andreas Dresen (* 16. August 1963 in Gera) ist ein deutscher Filmregisseur. Dresen ist bekannt für seine offenen, auf Improvisation bauenden Filme, die durch diese Vorgehensweise einen sehr realistischen, halbdokumentarischen Charakter erhalten.

Leben[Bearbeiten]

Andreas Dresen ist Sohn des Theaterregisseurs Adolf Dresen und der Schauspielerin Barbara Bachmann. Als Ziehvater gilt der Theaterregisseur Christoph Schroth.

Von 1979 bis 1982 besuchte er in Schwerin die Erweiterte Goethe-Oberschule. Dort drehte er seine ersten Amateurfilme und führte bei Schultheaterstücken Regie.[1] Nach seinem Wehrdienst in der NVA arbeitete er 1984/85 als Tontechniker am Schweriner Theater. 1985 und 1986 absolvierte er ein Volontariat im DEFA-Studio für Spielfilme und war Regieassistent bei Günter Reisch. Darauf folgte 1986 bis 1991 ein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg, das er mit einem Diplom abschloss. Sein Studentenfilm So schnell es geht nach Istanbul (1990) lief auch auf der Berlinale und erhielt den Prix Europa. Seit 1992 ist Dresen als freier Autor und Regisseur tätig. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg, der Deutschen und der Europäischen Filmakademie. Nachdem er zunächst vor allem für das Fernsehen gearbeitet hatte, schuf er seit Nachtgestalten Kinofilme.

Seit 1990 arbeitete er vorrangig mit Kameramann Andreas Höfer zusammen, mit dem er in Babelsberg gemeinsam studierte.

Seit 1996 arbeitet Dresen auch für die Bühne, so am Staatstheater Cottbus (Goethes Urfaust), am Schauspiel Leipzig sowie am Deutschen Theater in Berlin. Im Jahre 2006 inszenierte er an der Basler Oper Mozarts Don Giovanni und am Deutschen Theater Berlin Ödön von Horvaths Schauspiel Kasimir und Karoline mit der Musik der 17 Hippies.

Dresen lebt in Potsdam. Im Oktober 2012 wurde er als juristischer Laie zum Verfassungsrichter im Land Brandenburg gewählt. Im November stimmte er der Wahl zu.[2]

2013 wurde er in die Wettbewerbsjury der 63. Internationalen Filmfestspiele von Berlin berufen.

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Nationale Preise[Bearbeiten]

Andreas Dresen, 2008
  • Grimme-Preis
    • 2001: Adolf-Grimme-Preis in Gold für Die Polizistin
    • 2011: Grimme-Preis, Sektion Information & Kultur/Spezial, für die künstlerische Leitung bei 20 × Brandenburg
  • Deutscher Filmpreis
    • 1999: Nominierung Filmpreis in Gold für Außergewöhnliche Leistung in Regie für Nachtgestalten
    • 2002: Filmpreis in Silber für Halbe Treppe
    • 2002: Nominierung Filmpreis für Außergewöhnliche Leistung in Regie für Halbe Treppe
    • 2009: Beste Regie für Wolke Neun
    • 2012: Nominierungen in den Kategorien Regie und Drehbuch für Halt auf freier Strecke
    • 2012: Preis in der Kategorie Regie für Halt auf freier Strecke

Internationale Preise[Bearbeiten]

  • Europäischer Filmpreis
    • 2002: Nominierung Regiepreis für Halbe Treppe
    • 2008: Nominierung Regiepreis für Wolke Neun

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Dieter Schütt: Andreas Dresen. Glücks Spiel. Gespräche. bebra Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-89809-105-3.
  • David Lode: Abenteuer Wirklichkeit. Die Filme von Andreas Dresen. Schüren Verlag, Marburg 2009, ISBN 978-3-89472-690-4.
  • Jörn Glasenapp: Prenzlberger Nächte sind lang. Tragikomischer Alltag in Andreas Dresens „Sommer vorm Balkon“. In: Jörn Glasenapp und Claudia Lillge (Hrsg.): Die Filmkomödie der Gegenwart. Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2008, ISBN 978-3-7705-4495-0, S. 289–308.
  • Jörn Glasenapp: Am Rand, am Ufer. Frankfurt an der Oder und die deutsch-polnische Grenze in Andreas Dresens „Halbe Treppe“ und Hans-Christian Schmids „Lichter“. In: Rundfunk und Geschichte 33 (2008), H. 3/4, S. 50–55, ISSN 1434-4408.
  • Kurzbiografie zu: Dresen, Andreas. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

Dokumentation[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andreas Dresen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.goethegymnasium-schwerin.de/schule/schulgeschichte
  2. Urteilen mit dem geübten Blick eines Filmemachers. In: Zeit Online vom 7. November 2012, abgerufen am 8. November 2012.