SMArt 155

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Die Sensor-Algorithmik der Submunition ist nicht belegt. Außerdem enthalten die Weblinks kaum Informationen. Viele Grüße, An.ha Disk 11:25, 3. Dez. 2011 (CET)
Schnittmodell eines SMArt 155 Projektils

SMArt 155 (Suchzünder-Munition für die Artillerie, engl. SubMunition for Artillery) ist eine Cargomunition mit Submunitionen zur Bekämpfung schwer oder leicht gepanzerter Ziele auf mittlere Entfernung. Vertrieben wird die Munition von dem Unternehmen GIWS (Gesellschaft für Intelligente Wirksysteme mbH), einer Tochtergesellschaft der Unternehmen Diehl und Rheinmetall. Das Geschoss entspricht dem NATO-Standard für 155-mm-Artilleriegeschosse und kann somit aus einer Vielzahl von Artillerie-Geschützen verschossen werden.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung [Bearbeiten]

Die SMArt 155 wurde entwickelt, um stehende und fahrende Ziele in jeder Umgebung und bei jeder Witterung zu bekämpfen. Der Einsatz erfolgt gegen getarnte und ungetarnte, halb-harte (leicht gepanzerte Ziele wie Flugabwehrfahrzeuge) und harte Ziele (stark gepanzerte Ziele wie beispielsweise Kampfpanzer) mit geringem Munitionsaufwand. Auch das Zerstören von weichen Zielen, das heißt ungepanzerten wie LKWs, ist möglich. Durch die Funktionsweise und Sensoren sollen auch Kollateralschäden weitgehend verhindert werden.

Aufbau [Bearbeiten]

Das Geschoss besteht aus der Geschosshülle, einer Ausstoßeinrichtung und zwei annähernd identischen Submunitionen. Jede Submunition besteht aus Brems- und Stabilisierungssystem, Suchzünder und Gefechtskopf. Der Suchzünder besteht aus Infrarotsensor, Millimeterwellen-Radar-Sensor (mmW-Radar-Sensor), Millimeterwellen-Radiometer-Sensor, Signalverarbeitungselektronik und Energieversorgung.

Technische Beschreibung [Bearbeiten]

Abschuss und Submunitionsausstoß [Bearbeiten]

Das Geschoss wird mit einer konventionellen Treibladung aus einem Artilleriegeschütz verschossen und stößt nach einer voreingestellten Flugzeit und damit Entfernung die Submunition aus. Die beiden am Fallschirm spiralförmig herabsinkenden Submunitionen tasten das Zielgebiet mit ihrer Dreifach-Suchsensorik autonom nach Zielen ab. Die Sensor-Algorithmik ist in der Lage, gepanzerte Gefechtsfahrzeuge zu erkennen, diese von Falschzielen zu unterscheiden und auch unter schwierigen Umgebungs- und Witterungsbedingungen zu bekämpfen. Zur Vermeidung von Blindgängern enthalten die Submunitionen eine redundante Selbstzerlegung.

Brems- und Stabilisierungssystem [Bearbeiten]

Das Brems- und Stabilisierungssystem reduziert zunächst die hohen Geschwindigkeits- und Drallwerte der Submunition nach dem Ausstoß aus der Geschosshülle und stellt danach die Dynamik für die Suchphase der Submunition zur Verfügung.

Suchzünder [Bearbeiten]

Der Suchzünder sucht durch die Drehung am Fallschirm das Gelände spiralförmig ab, erkennt Gefechtsfahrzeuge, misst die Entfernung zum Ziel, errechnet den optimalen Zündzeitpunkt und löst das Zündsignal aus. Eine Bestätigung der Zielerkennung ist nicht erforderlich. Damit ist es möglich, auch schnell fahrende Ziele zu bekämpfen.

Jeder der drei unabhängigen Sensoren ist in der Lage, Ziele zu erkennen und das Zündsignal auszulösen. Dadurch ist auch bei Störung oder Ausfall eines Sensors gewährleistet, dass die Auslösung der Zündung und die Bekämpfung des Ziels erfolgt.

Ein Problem besteht allerdings darin, dass

  • nur bis zum Ausstoß der 1. Submunition die Ballistik genau bestimmt werden kann,
  • der Ausstoßpunkt der 2. Submunition nicht genau bestimmt werden kann,
  • die Windrichtung und Windgeschwindigkeit im Ziel (ggf. > 30 km entfernt) ziemlich genau bekannt sein muss.

Diese Daten können der „Zielmeldung“ beigefügt werden (siehe auch „System ADLER“) oder auch durch ein Wettermodell (z. B. „WeModArt“ der Bundeswehr) errechnet werden und die Ziele sich nach dem Ausstoß der Submunition im „Footprint“, der mit dem Sinken des an einer Art Fallschirm hängenden Geschosses immer kleiner wird (Radius ca. 150 Meter), befinden müssen.

Gefechtskopf [Bearbeiten]

Der Gefechtskopf ist als projektilbildende Ladung mit einem Liner aus Tantal ähnlich eines Hohlladungsgeschosses ausgeführt. Seine Leistungsfähigkeit ermöglicht die Bekämpfung aller Gefechtsfahrzeuge einschließlich reaktiver Panzerung. Während der nur wenige Millisekunden dauernden Flugzeit des Projektils vom Zündsignal bis zum Auftreffen kann das Zielfahrzeug selbst mit höchster Geschwindigkeit maximal 50 Zentimeter zurücklegen, wodurch die Geschwindigkeit des Fahrzeugs für den Gefechtskopf und die Bekämpfung unerheblich ist.

Nutzung [Bearbeiten]

Bundeswehr [Bearbeiten]

Die Bundeswehr nutzt die Suchzünder-Munition für die Artillerie im Kaliber 155 mm als SMArt 155 mm DM 702 zusammen mit dem modularen Treibladungssystem MLTS (DM 72) in der Panzerhaubitze 2000 (PzH 2000). Die effektive Reichweite beträgt dann 28 Kilometer.

Andere Nutzer [Bearbeiten]

Die SMArt 155 ist seit längerem in der Schweiz und in Griechenland eingeführt. In der griechischen Armee erfolgt der Einsatz wie bei der Bundeswehr in Kombination mit der PzH 2000.

Anfang 2008 wurde bekannt, dass auch die australische und die britische Armee die neue Munition erwerben wird.[1]

In den Medien [Bearbeiten]

2008 fand die Munition eine gewisse Medienbeachtung, nachdem sie der Regensburger Journalist Stefan Aigner am 25. Juli 2008 in einem Onlinemagazin als "Streumunition" bezeichnete. In dem anschließenden Rechtsstreit entschied das Landgericht München am 2. März 2009, dass SMArt 155 nicht als Streumunition bezeichnet werden darf.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: SMArt 155 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Rheinmetall AG Analystenkonferenz vom 19. März 2008, S. 29 (PDF, eng., abgerufen am 3. Dezember 2011; 3,0 MB)