Suica

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Vorderseite einer Suica-Karte mit Zeitkarten-Aufdruck
Vereinzelungsanlage des Bahnhofs Ikebukuro
Wie Suica zu benutzen ist

Die Suica ist eine berührungslose, wiederaufladbare elektronische Fahrkarte in Form einer kreditkartengroßen Chipkarte die im Gebiet von Tokio-Kantō im Bahnverbund der East Japan Railway Company (JR East) in Japan benutzt werden kann. Eingeführt wurde sie im November 2001, seit Juni 2003 kann sie mit einer von JR ausgegebenen Kreditkarte kombiniert werden.

Im November 2003 wurde die Suica versuchsweise erstmals als elektronische Geldbörse zum Bezahlen in Bahnhofskiosken eingesetzt. Diese Funktion ist inzwischen massiv auch auf andere Geschäfte ausgeweitet worden.

Die Karte kann berührungslos, durch einfaches Streifen über einen Leser, genutzt werden. Ein Entnehmen der Karte aus der Geldbörse ist nicht notwendig, wodurch ein deutlich schnelleres Bezahlen als mit Bargeld ermöglicht wird. Damit ist die Karte entsprechend beim Kunden wie auch beim Händler beliebt.

Auch bietet die Möglichkeit, sich die getätigten Umsätze nachträglich als Übersicht ausdrucken zu lassen, eine hohe Transparenz über die Zahlungen. Die Transaktionsdaten werden unter der Identifikationsnummer der Karte in einem zentralen System abgespeichert.[1]

Aufgrund der im Gegensatz zur deutschen Geldkarte unkomplizierten Nutzbarkeit, ist die Suica sehr beliebt; im April 2006 gab es etwa 16 Millionen Nutzer, obwohl die Karte in Japan noch nicht einmal flächendeckend eingeführt wurde.

NTT Docomo, der mit Abstand größte Mobiltelefonprovider Japans, bietet seit 2006 Mobiltelefone mit integrierter Suica-Funktion an. Diese bieten darüber hinaus die Möglichkeit die Kartenaktivität und Kontenstand jederzeit zu überprüfen sowie Aufladungen online zu übernehmen.

Zunächst nur gültig im Nahverkehr rund um Tokio, wurde die Suica danach auch in den von JR East betriebenen Shinkansen-Linien (Tohoku und Joetsu) sowie im Großraum Sendai und Niigata eingeführt.

Für den Großraum Ōsaka hat JR West im November 2003 die ICOCA IC-Karte herausgebracht; seit August 2004 wird sie auch im Bereich von JR East akzeptiert, entsprechend die Suica auch in Ōsaka. Die Ausweitung auf Privatbahnen, U-Bahnen und Busse in Ōsaka und Tokio ist schrittweise für die Jahre nach 2005 vorgesehen.

Die Abkürzung Suica steht für "Super Urban Intelligent CArd" (dt. intelligente Großstadt-Karte) und ist zugleich ein Wortspiel mit den japanischen Wörtern für "zügig, leicht" (suisui ni, スイスイに) und "Karte" (kaado, カード), somit also "suika" (スイカ), was wiederum das japanische Wort für Wassermelone ist. Die Buchstaben "ic" sind hervorgehoben, um die Chipkartentechnik hervorzuheben.

Die Karte kann für 2.000 Yen an Midori no Madoguchi-Schaltern oder am Fahrkartenautomat gekauft werden. Der Preis enthält ein Pfand von 500 Yen, welche bei Rückgabe der Karte zurückerstattet wird. Die verbleibenden 1.500 Yen können für Bahnfahrten benutzt werden. Auflademöglichkeiten bis zu 20.000 Yen bestehen an ausgewählten Fahrkartenautomaten. Das Guthaben kann dort überprüft werden und auch eine Aufzeichnung der Fahrtkosten kann ausgedruckt werden.

Es gibt zwei Arten von Suica, eine Suica-IO-Karte, die als Fahrkartenersatz für Bahnfahrten benutzt wird, und eine Pendler-Karte, die für die Fahrt zwischen zwei Orten (beispielsweise Wohnort - Arbeitsplatz/Schule) gilt. Die Pendler-Karte kann auch als ganz gewöhnliche Suica-IO-Karte benutzt werden.

Die Karte enthält einen RFID-Chip (radio frequency identification), der von Sony unter dem Namen Felica entwickelt wurde. Dieselbe Technik wird noch für folgende Verkehrsverbünde genutzt:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.aptastandards.com/LinkClick.aspx?fileticket=akrT-ZOKmKk%3D&tabid=278&mid=1437&language=en-US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Suica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien