Swing State

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Unsichere Staaten gemäß den Wahlprognosen vom 24. Oktober 2008
Knappe Ergebnisse bei der Präsidentschaftswahl 2008:
  • Von den Republikanern mit weniger als 5 % Stimmenabstand zu den Demokraten gewonnen (Missouri, Montana)
  • Von den Demokraten mit weniger als 5 % Stimmenabstand zu den Republikanern gewonnen (Florida, Indiana, North Carolina, Ohio, zweiter Wahlbezirk von Nebraska)

Swing State ist ein Begriff aus dem Präsidentschaftswahlkampf der Vereinigten Staaten.

Wird in einem Bundesstaat der Wahlausgang zu einer Präsidentschaftswahl zwischen den Kandidaten der Demokraten und der Republikaner als knapp erwartet, wird dieser als „Swing State“ bezeichnet (auch toss-up-state, battleground state oder purple state genannt).

„Winner takes all“-Prinzip und die Swing States[Bearbeiten]

Heftiger Wahlkampf im Swing State New Mexico (2004)

Der Präsident der Vereinigten Staaten wird nicht direkt vom Volk, sondern durch eine Wahlmännerversammlung, das Electoral College, gewählt. Jeder Bundesstaat entsendet eine bestimmte Anzahl von Wahlmännern in das Electoral College. Wie viele Wahlmänner ein Staat entsendet, ist von der Größe seiner Bevölkerung abhängig. Entscheidend ist, dass die Partei des Kandidaten, der die einfache Mehrheit der Wählerstimmen in einem Bundesstaat bekommt, immer alle Wahlmänner des Staates stellt. Das bedeutet auch, dass die Wählerstimmen für den unterlegenen Kandidaten der Gegenpartei unter den Tisch fallen (winner-takes-all-Prinzip). Einzige Ausnahmen sind hier Nebraska und Maine, die einen Teil ihrer Wahlmänner in einzelnen Wahlbezirken wählen. In einigen Staaten scheint das Ergebnis von vornherein klar: Zum Beispiel können die Republikaner seit den 1960er Jahren praktisch immer die eher konservativen Staaten im Süden wie Georgia oder Texas und die meisten der dünn besiedelten Staaten des mittleren Westens für sich verbuchen, während die Demokraten davon ausgehen können, dass die liberaleren Staaten der Westküste wie Kalifornien oder Washington sowie die dicht besiedelten Staaten an der Nordostküste für sie stimmen werden, was in allen diesen Fällen bedeutet, dass sie alle Wahlmännerstimmen dieser Bundesstaaten bekommen. Dies sind keine Swing States (manchmal findet man für diese Staaten die Bezeichnung „safe states“).

Im Gegensatz dazu ist in den Swing States das Ergebnis offen, weil hier grundsätzlich keine der beiden Parteien eine größere strukturelle Mehrheit hat. Da im Hinblick auf das landesweite Endergebnis nur hier zusätzliche Wahlmännerstimmen, die über die „sicheren“ hinausgehen und damit das Gesamtergebnis entscheiden können, abgeschöpft werden können, konzentriert sich der Präsidentschaftswahlkampf nur auf diese Staaten. Dies passiert, selbst wenn diese nur über wenige Wahlmänner verfügen, denn hier müssen auch nur verhältnismäßig wenige Wähler gewonnen werden, um den Staat zu gewinnen, und damit die Stimmen aller Wahlmänner jenes Staates zu erhalten. Die wichtigsten Swing States bei den Präsidentschaftswahlen 2004 waren Florida (gewann George W. Bush), Ohio (Bush), New Mexico (Bush), Pennsylvania (gewann John Kerry), Wisconsin (Kerry) und Nevada (Bush).

Ein Indiz dafür, ob ein Staat ein Swing State ist, oder nicht, lässt sich aus der Sitzverteilung im US-Senat schließen. Jeder Bundesstaat stellt zwei Senatoren, die gegenüber der Präsidentenwahl zu einem Teil zeitversetzt gewählt werden. Einige Staaten stellen zwei demokratische Senatoren, andere zwei republikanische Senatoren. Die Staaten, die einen Republikaner und einen Demokraten in den Senat entsenden, sind tendenziell eher den Swing States zuzurechnen. Allerdings gibt es auch Staaten, wie beispielsweise West Virginia, die in Präsidentschaftswahlen häufig zu anderen Kandidaten neigen als bei Senatswahlen. West Virginia entsendet zwei demokratische Senatoren und bevorzugt auch bei Gouverneurswahlen demokratische Kandidaten, gilt jedoch bei Präsidentschaftswahlen nicht als Swing State sondern als republikanischer Staat.

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