Syndicate

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Konzertveranstaltung siehe Syndicate Festival.

Syndicate [ˈsɪndɪkət] ist ein Computerspiel des Spieleentwicklers Bullfrog Productions und wurde 1993 von Electronic Arts veröffentlicht. Das Spiel wird dem Genre der Computer-Strategiespiele zugeordnet und spielt in einem dystopischen Cyberpunk-Szenario. Mächtige Großkonzerne, die namensgebenden Syndikate, bestimmen darin die Geschicke der Gesellschaft und bekämpfen sich gegenseitig mit militärischen Mitteln.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Spieler vertritt einen Konzern, der mit anderen Konzernen um die Weltherrschaft konkurriert. In verschiedenen Missionen steuert der Spieler dazu bis zu vier Agenten, die sich durch in isometrischer Perspektive dargestellte Städte bewegen. Innerhalb einzelner Missionen muss der Spieler verschiedene Ziele erfüllen, wie etwa das Eskortieren oder Eliminieren von Zielpersonen, das Töten aller feindlichen Agenten oder die Beschaffung von Gegenständen.[2]

Jede Mission ist einem Teil der Weltkarte zugeordnet (beispielsweise Westeuropa), welche nach erfolgreichem Abschluss der Mission für den Spieler kontinuierlich Schutzgeld produziert. Mit diesem Geld kann der Spieler neue Waffen und Gegenstände erforschen und mit diesen seine Spielfiguren ausrüsten. Neben Waffen und Medi-Kits kann der Spieler seinen Agenten leistungssteigernde, kybernetische Prothesen geben, so dass sie sich im Spielverlauf immer mehr zu Cyborgs entwickeln.

Ungewöhnlich war zu dieser Zeit vor allem das Ausmaß der Simulation der Spielwelt. Der Spieler konnte spazierende Zivilisten gedanklich manipulieren oder futuristische Fahrzeuge stehlen. Dieser Spielwitz wurde erst viel später durch die Grand-Theft-Auto-Reihe wieder aufgenommen.

In die Kritik geraten war Syndicate wegen seines hohen Gewaltanteils und moralisch und ethisch fragwürdiger Motive.

Erweiterung[Bearbeiten]

1993 erschien die Erweiterung Syndicate: American Revolt und führt den Spieler durch 21 Missionen.

Die Geschichte setzt nach den Begebenheiten des Hauptspiels Syndicate ein. Die gesamte Welt wird vom Mega-Konzern Eurocorp beherrscht. Doch die Bürger von Nord- und Südamerika sind der hohen Steuern und der unsicheren Straßen überdrüssig und starten eine Revolte, um ihre Autonomie wiederzuerlangen. In diesem Wirrwarr schalten sich rivalisierende Syndikate ein, um ihren Vormachtsanspruch durchzusetzen. Der Spieler übernimmt die Rolle des Eurocorp-Syndikats. Ziel des Spiels ist die Niederschlagung der Revolten in Nord- und Südamerika, sowie die gegnerischen Syndikate zu vernichten.

Der Schwierigkeitsgrad von American Revolt ist sehr hoch.

Nachfolger[Bearbeiten]

Syndicate Wars[Bearbeiten]

Syndicate Wars erschien 1996 für Windows 95 und PlayStation. Hierbei wurde auf eine neuartige 3D-Engine gesetzt, welche die in Syndicate verwendete isometrische Ansicht ablöste. Die Engine ist eine sehr stark veränderte Version von Dungeon Keeper.

Rewrite[Bearbeiten]

Seit 2003 arbeitet eine Gruppe von Fans an einem freien Rewrite des Spieles, FreeSynd. Am 21. Dezember 2006 wurde die Version 0.1 mit einem ersten spielbaren Level freigegeben. Aktuell befindet sich die Entwicklung bei Version 0.7.1, welche am 9. April 2013 veröffentlicht wurde. FreeSynd steht unter der GPL und ist unter Linux, Mac OS X und Windows spielbar.

Portierung[Bearbeiten]

Um das Jahr 2010 herum konnte eine Gruppe von Hackern namens "vexillium" erfolgreich eine Portierung von Syndicate Wars hin zu plattformunabhängigem SDL (Windows, Linux usw...) realisieren.[3] Dies wurde über intensive Analysen der Original Syndicate Wars DOS-.EXE-Datei, also aufwändigem Reverse Engineering, und anschließendem ersetzen bzw. wrappen der internen Funktionsaufrufe durch Zugriffe auf aktuelle Funktionsbibliotheken (SDL, usw.) erreicht.

Neuauflage[Bearbeiten]

Electronic Arts und Starbreeze Studios arbeiteten seit 2007 unter dem Codenamen Project RedLime an einem Remake von Syndicate, allerdings handelte es sich bei der Neuauflage um einen Egoshooter, was von Spielefans teils heftig kritisiert wurde.[4][5][6][7] Das Spiel kam am 24. Februar 2012 für PS3, XBox 360 und PC in den Handel. Electronic Arts verlängerte am 29. Juni 2009 beim US Copyright Office die Namensrechte an Syndicate.

Die Neuauflage wurde von Fachpresse und Kritikern überwiegend mäßig bewertet. Der Metascore liegt zwischen 72 und 75.[8]Die Verkaufszahlen fielen jedoch enttäuschend aus[9].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mike Sharkey: Original Syndicate Headed to Good Old Games (englisch) gampespy.com. 17. Januar 2012. Abgerufen am 2. März 2012.
  2. Edge Staff: The Making Of: Syndicate (englisch) In: Edge-Magazin. next-gen.biz. 15. Mai 2009. Abgerufen am 8. April 2011.
  3. Gynvael Coldwind: Syndicate Wars Port - a reverse-engineering tale (englisch) 26. Januar 2010. Abgerufen am 7. November 2011: „The port was to be done by decompiling the original executable file, locating all the functions from the standard C library, locating the DOS4GW and I/O (sound, keyboard, gfx, mouse, etc) dependencies, replacing them with modern native libc function call and libSDL/OpenAL libraries (sometimes using simple wrappers, other times by creating converters), and finally, recompiling it all to form native executables for the modern systems.
  4. Syndicate: Electronic Arts sichert sich die Rechte - Chronicles of Riddick-Entwickler mit an Bord (14. April 2010)
  5. http://www.gamestar.de/news/vermischtes/2314206/syndicate_remake.html
  6. http://www.gamestar.de/news/pc/strategie/2316764/syndicate.html
  7. http://investor.ea.com/releasedetail.cfm?ReleaseID=604439
  8. http://www.metacritic.com/search/all/syndicate/results
  9. http://www.onlinewelten.com/games/syndicate/news/schlechte-verkaufszahlen-entwickler-sehen-teilschuld-problemen-einzelhandelskette-game-113146/