Tätowierung (Film)

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Dieser Artikel behandelt den deutschen Spielfilm aus dem Jahr 1967. Für den japanischen Spielfilm aus dem Jahr 1967 siehe Die Tätowierung
Filmdaten
Originaltitel Tätowierung
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1967
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Johannes Schaaf
Drehbuch Johannes Schaaf
Günter Herburger
Produktion Rob Houwer
Musik George Gruntz
Kamera Wolf Wirth
Petrus Schloemp
Schnitt Dagmar Hirtz
Besetzung

Tätowierung ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1967. Es ist das Kinodebüt von Regisseur Johannes Schaaf.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt in West-Berlin. Benno ist 16 Jahre alt und lebt in einem Jugendheim. Das sozial engagierte Fabrikantenehepaar Lohmann, das bereits das Mädchen Gaby adoptiert hat, adoptiert Benno, dem jedoch die Fürsorglichkeit der Lohmanns zuwider ist und sie als aufgesetzt empfindet. Lohmann besorgt Benno eine Ausbildungsstelle als Koch und ist bemüht, dem jungen Mann Verhaltensregeln und Allgemeinwissen nahezubringen. Der kriminelle Sigi ist für Benno schon eher ein Vorbild. Mit ihm arbeitet er an seinem Moped und unternimmt Ausfahrten. Auch bei seiner Arbeit fühlt Benno sich nicht wohl und kündigt. Der Bruder seines Adoptivvaters gibt ihm die Möglichkeit, in seinem Teppichgeschäft zu arbeiten. Als Benno einen Teppich stiehlt, verliert er auch diese Stelle.

Seine Adoptivschwester Gaby weiß auch nicht recht, was sie mit sich anfangen soll. Sie versucht jedoch Kapital aus ihrer Weiblichkeit zu schlagen. Ihren Adoptivvater umgarnt sie ebenso wie Benno. Lohmann unternimmt mit den beiden einen Ausflug zur Berliner Mauer. Nach diesem Tag schläft Gaby mit Benno, was die liberalen Eltern hinnehmen. Diese erste Nacht mit Gaby ist aber auch schon die letzte Nacht mit ihr, da sie ihm am nächsten Tag einen Korb gibt. Als er bei einem Spaziergang der Familie mit ansehen muss, wie Gaby in das Auto eines anderen Mannes steigt, erschießt Benno ohne Vorwarnung den Vater und flieht. In einer Schwimmhalle wird er von der Polizei verhaftet.

Drehort[Bearbeiten]

Gedreht wurde in der architektonisch bedeutenden Berliner Mosaikfabrik Puhl & Wagner, die der Szenenbildner Götz Heymann für den Film als Hauptmotiv fand. Die Fabrik, gebaut von dem Architekt Franz Schwechten, wurde ein Jahr nach den Dreharbeiten abgerissen, um einer Straße zu weichen.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein präzises, generationstypisches, psychologisch interessantes Zeitbild, das die junge Welt glaubwürdig, weil authentisch mit Pop, Jazz, Moped und Fußball zeichnet, während die Vertreter der Erwachsenenwelt zu Klischeefiguren geraten. Darüber hinaus ein plastisches Bild von Berlin und der Mauer.“

Lexikon des internationalen Films

„Der im Schatten der Berliner Mauer angesiedelte Film bricht bewußt mit traditionellen Erzähltechniken und antizipiert vom Inhalt und Rhythmus her die Proteste der Studentenbewegung von 1968.“

Reclams Lexikon des deutschen Films (1995)

„Problemreicher, um Ehrlichkeit bemühter Jugendfilm mit starken gesellschaftskritischen Akzenten. Interessant ab 16.“

Evangelischer Filmbeobachter (Kritik Nr. 334/1967)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film nahm am Wettbewerb der Berlinale 1967 teil, ging bei der Preisvergabe jedoch leer aus. 1968 gewann er dann das Filmband in Gold als bester Film des Jahres. Außerdem erhielten Alexander May das Filmband in Gold für seine Darstellung des Vaters Lohmann als bester Schauspieler und Johannes Schaaf als bester Regisseur. Zudem bekam der Film das Prädikat „besonders wertvoll“ der Filmbewertungsstelle.

Weblinks[Bearbeiten]