Tự Đức

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Tự Đức (嗣德)
Vua Tu Duc.jpg
Prinzenname Nguyễn Phúc Hồng Nhậm
(阮福洪任)
Persönlicher Name Nguyễn Phúc Thì (阮福蒔)
Geboren 22. September 1829
Gestorben 19. Juli 1883
Amtszeit 10. November 1847 bis 19. Juli 1883
Ärabezeichnung Tự Đức (嗣德)
Tempelname Dực Tông (翼宗)
Posthumer Name Anh Hoàng Đế (英皇帝)
Ruhestätte Khiêm Lăng (謙陵)
Ärazeitspanne 5. Februar 1848 bis 27. Januar 1884

Kaiser Tự Đức (Hán tự: 嗣德; * 22. September 1829 in Huế; † 19. Juli 1883 ebenda) war der vierte Kaiser der vietnamesischen Nguyễn-Dynastie, er bekleidete dieses Amt vom 10. November 1847 bis zu seinem Tode. Sein eigentlicher Name war Nguyễn Phúc Hồng Nhậm, als Ärabezeichnung wählte er Tự Đức.

Biografie[Bearbeiten]

Grab Tự Đức

Der Sohn von Kaiser Thiệu Trị wurde am 22. September 1829 geboren und folgte seinem Vater am 10. November 1847 auf den Thron. Seine Ära begann jedoch mit einer Rebellion. Diese hatte ihre Ursache in der Unterdrückungspolitik der vorherigen Kaiser der Nguyễn-Dynastie, aber erst die Umstände der Wahl von Tự Đức zum Kaiser gaben der Unzufriedenheit einen Anführer, zudem einen königlich legitimierten: Thiệu Trị hatte seinen gemäßigteren ältesten Sohn Hồng Bảo in der Thronfolge übergangen und den Thron stattdessen Tự Đức gegeben, der für seinen treuen Konfuzianismus, für seinen Widerstand gegen Ausländer und Innovationen bekannt war.

Kronprinz Hồng Bảo wurde der Anführer einer Rebellion gegen Tự Đức. Sie bestand aus konfuzianischen Gelehrten, die darüber verärgert waren, dass durch das Übergehen des ältesten Sohnes die Familienhierarchie entehrt wurde. Manche waren übriggebliebene Unterstützer der Lê-Dynastie, die von vielen immer noch als legitime Dynastie in Vietnam angesehen wurde, ebenso wie die gewöhnlichen Bauern, die über die Nguyễn-Besteuerung und die gewöhnlich korrupten Mandarine genauso verärgert waren, wie über die katholischen Missionare und christlichen Bekehrten, die von Minh Mạng und Thiệu Trị verfolgt worden waren. Rasch unterdrückte Tự Đức die Rebellion mit militärischer Gewalt. Seine Mutter, Kaiserinwitwe Tự Đứ, brachte ihn davon ab, seinen Bruder hinrichten zu lassen, doch beging Hồng Bảo im Gefängnis Selbstmord.

Kaiser Tự Đức führte die Politik seiner Vorgänger fort: Er koppelte Vietnam von der Außenwelt ab und lehnte alle Versuche ab, das Land zu modernisieren. Berichte über sein Privatleben zeigen einen vornehmen und gebildeten Mann, aber seine Politik brachte einen Konflikt mit Europa, den Vietnam nicht gewinnen konnte. Er unterdrückte alle Ausländer in Vietnam, vor allem die christliche Gemeinschaft, indem er ihre Religion eine „perverse Doktrin“ nannte. Der christliche Mandarin Nguyễn Truong To versuchte Tự Đức zu überzeugen, dass dies eine selbstmörderische Politik sei, aber dieser hörte nicht auf ihn, überzeugt davon, dass Frankreich zu sehr in das Chaos in Europa von 1848 involviert wäre, aber er sollte sich täuschen.

Frankreich antwortete mit großer militärischer Expeditionsgewalt und griff vom südlichen Vietnam aus an. Die Nguyễn-Armee kämpfte einige Zeit tapfer, aber ihre antiquierten Waffen und Strategien waren keine Gefahr für die Franzosen, die mehr unter dem Klima und Krankheiten als unter des Gegners Widerstand litten. Während die französischen Truppen immer näher an ihn heranrückten, rief Tự Đức seinen chinesischen Überherrn, den Qing-Kaiser zu Hilfe. So ergab sich der Sino-Französische Krieg. In der Schlacht um Hanoi besiegten die Franzosen die Chinesen und die mit ihnen verbündeten Piraten der Schwarzen Flaggen. China gab seine Position als Lehnsherr Vietnams auf und erkannte Frankreich als die regierende Macht in der Region an.

Um alles noch schlechter zu machen, musste Kaiser Tự Đức mit erneuten, inneren Rebellionen zurechtkommen, die für die Nguyễn-Dynastie zur Gewohnheit wurden. Es gab wortwörtlich hunderte kleiner Rebellionen und Aufstände gegen die Nguyễn-Regierung. Unterdrücken christlicher Missionare war auch eine große Quelle von Störungen, inklusive der Exekution eines spanischen Bischofs, was zum Fall von Saigon zu den Franzosen führte. Nach einer Anordnung von 1848 forderte Tự Đức alle vietnamesischen Katholiken auf, ihre Religion zu widerrufen, ansonsten würden sie im Gesicht mit dem Zeichen der Häresie gebrandmarkt und alle Rechte und Privilegien verlieren. Diese Unterdrückung rief alle europäischen Mächte gegen Vietnam zusammen und Tự Đức hat damit alle Hoffnungen aufgegeben, für Vietnam als Opfer Hilfe der Außenwelt zu erringen.

Als weitere Rebellionen ausbrachen und die Franzosen zur Hauptstadt vordrangen, fürchtete Tự Đức um seine Macht. Er zog eine Vereinbarung mit den Franzosen vor, um die Rebellion niederschlagen zu können. Denn er erwartete zwar, dass Frankreich erniedrigende Zugeständnisse von ihm verlangen würde, die Rebellen würden ihn jedoch absetzen und/oder töten wollen. Tự Đức trat den südlichen Großteil Vietnams als Cochinchina an Frankreich ab und akzeptierte den Status als französisches Protektorat für sein Land. Dies verursachte einen großen Aufruhr. Viele, wie der berühmte Mandarin Trương Công Định, weigerten sich, diesen Vertrag anzuerkennen. Sie kämpften, Tự Đức wegen der Aufgabe von Teilen ihres Heimatlandes verurteilend, weiter für die Verteidigung ihres Landes.

Kaiser Tự Đức erlebte die schlimmsten Auswirkungen der Kolonialisierung auf sein Land nicht mehr. Da er der letzte war, der es unabhängig regierte, wird er oft als letzter Kaiser Vietnams angesehen. Infolge einer Pocken-Erkrankung war er impotent, so dass er trotz eines riesigen Harems an Frauen in seinem Palast keine Kinder hatte. Noch mit seinem Todeshauch soll er die Franzosen verflucht haben – so jedenfalls die Legende.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Emperor Tự Đức – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien