Bảo Đại

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Bảo Đại (保大)
Bao Dai 1953.jpg
Prinzenname Nguyễn Phúc Vĩnh Thụy
(阮福永瑞)
Persönlicher Name Nguyễn Phúc Thiển (阮福晪)
Geboren 22. Oktober 1913
Gestorben 30. Juli 1997
Amtszeit 8. Januar 1926 bis 25. August 1945 (Abdankung)
2. Amtszeit 13./14. Juni 1949 bis 30. April 1955 (Putsch)
Ärabezeichnung Bảo Đại (保大)
Tempelname -
Posthumer Name -
Ruhestätte Cimetière de Passy, Paris
Ärazeitspanne 13. Februar 1926 bis 30. August 1945

Kaiser Bảo Đại (Hán tự: 保大; * 22. Oktober 1913 in Huế; † 30. Juli 1997 in Paris) war der dreizehnte und letzte Kaiser der vietnamesischen Nguyễn-Dynastie. Am 8. Januar 1926 wurde er als Kaiser inthronisiert und bekleidete dieses Amt bis zu seiner Abdankung am 25. August 1945. Von 1949 bis 1955 war er nochmals Staats- und Regierungschef des autonomen Staats Vietnam. Sein eigentlicher Name war Nguyễn Phúc Vĩnh Thụy, auch Nguyễn Phúc Thiển, als Ärabezeichnung wählte er „Bảo Đại“, das heißt etwa „Größe bewahren“. Seine unter diese Devise gestellte Ära begann am 13. Februar 1926 und endete mit dem 30. August 1945.

Biografie[Bearbeiten]

Prinz Vĩnh Thụy war der einzige Sohn von Kaiser Khải Định, dessen zweite Frau Đức Từ Cung seine Mutter war. Er wurde in Frankreich erzogen und 1926 nach dem Tod seines Vaters zum Kaiser gekrönt, war aber nicht in der Lage, sich der französischen Kontrolle seiner Regierung zu entziehen – Vietnam blieb ein Teil von Französisch-Indochina. 1940 während des Zweiten Weltkriegs drang Japan, gleichzeitig mit der Invasion seines Verbündeten Deutschland in Frankreich, in Französisch-Indochina ein. Die Japaner ließen die französische Administration bestehen, diktierten die Politik jedoch im Hintergrund. Für Vietnam und Bảo Đại gab es somit eine Art doppelter Marionetten-Regierung. Diese Konstellation hatte bis zum 9. März 1945 Bestand, als die Franzosen verdrängt wurden. Bảo Đại blieb danach nur noch die Wahl, sich den Japanern zu unterwerfen. Diese proklamierten am 11. März die „Unabhängigkeit“ Vietnams mit Bảo Đại als Kaiser.

Die Japaner ergaben sich den Alliierten im August 1945, worauf die aus vietnamesischen Nationalisten und Kommunisten bestehende Việt Minh unter Hồ Chí Minh darauf abzielte, die Macht zu ergreifen. Hồ konnte Bảo Đại dazu bringen, wegen seiner Beziehungen zu den Japanern am 25. August 1945 abzudanken und die Macht an die Việt Minh zu übergeben, was der neuen Regierung einen hohen Grad an Legitimität bei der Bevölkerung verschaffte. Bảo Đại wurde zum „Obersten Berater“ der neuen Regierung in Hanoi ernannt, die am 2. September 1945 die Unabhängigkeit proklamierte.

1949 bildete Frankreich in Saigon eine Gegenregierung unter Bảo Đại, die von Großbritannien, den USA und den Vereinten Nationen anerkannt wurde.

Als 1954 auf der Indochinakonferenz Vietnam geteilt wurde, blieb Bảo Đại zwar zunächst Staatsoberhaupt von Südvietnam, ging aber nach Paris. Im Folgejahr wurde Südvietnam durch einen Militärputsch und ein von seinem katholisch-nationalistischen Ministerpräsidenten Ngô Đình Diệm veranstaltetes Referendum zur Republik, Ngô Đình Diệm wurde Präsident.

1997 verstarb Bảo Đại in Paris und wurde im Cimetière de Passy begraben. An sein Grab erinnert die heutige Regierung mit Fotos in der alten kaiserlichen Villa in Đà Lạt.

Einen Einblick in das Leben dieses umstrittenen vietnamesischen Kaisers zeigen die kaiserlichen Villen in Đà Lạt (Hochland, Bauhausstil) und die an exponierter Lage am Meer gelegenen Villen in Nha Trang und Vũng Tàu (französischer Jugendstil), die teilweise als Museum hergerichtet wurden und ein interessantes Zeitzeugnis des Lebens des spätkolonialen Vietnams darstellen.

Familie[Bearbeiten]

Am 20. März 1934 heiratete Bảo Đại Jeanne Marie-Thérèse (Mariette) Nguyễn Hữu-Hào Thị Lan (4. Dezember 1914–15. September 1963), welche den Namen Nam Phương (späterer Titel: Nam Phương Hoàng Hậu) erhielt.

Während dieser Ehe heiratete er außerdem

  • 1935 in Hue: Phu Anh, eine Cousine;
  • 1946 in Hongkong: Jenny Woong [Hoàng Tiểu Lan], eine Chinesin;
  • 1955 in Saigon: Bùi Mộng Điệp (* 1924), eine Vietnamesin;

später dann

  • 1972 in Paris: Monique Baudot (* 1942), unter dem Namen Thai Phuong, später Prinzessin Monique Vĩnh Thụy, nach Bảo Đạis Tod erhielt sie den Titel Thái Phương Hoàng Hậu.

Bảo Đại hatte drei, nach anderen Angaben fünf Söhne („Hoàng tử“ (王子) entspricht etwa „Prinz“, „Thái tử“ (長子 / 长子) etwa „Kronprinz“):

mit Nam Phương:

  • (Thái tử) Bảo Long (* 4. Januar 1936; † 28. Juli 2007), er war das nachfolgende Oberhaupt der Nguyễn-Familie;
  • (Hoàng tử) Bảo Thắng (* 30. September 1943), Oberhaupt der Nguyễn-Familie seit 2007;

mit Bùi Mộng Điệp oder mit (der Konkubine) Phi Ánh:

  • (Hoàng tử) Bảo Ân (* 1953);

sowie eventuell zwei weitere mit Bùi Mộng Điệp:

  • Bảo Hoàng (* 1954);
  • Bảo Sơn (* 1957).

Er hatte fünf, nach anderen Angaben sieben Töchter (der Titel „Công chúa“ (公主) entspricht etwa „Prinzessin“):

  • (Công chúa) Phương Thảo – auch Claire Phương Thảo – (mit Hoàng Tiểu Lan oder Bùi Mộng Điệp);
  • (Công chúa) Phương Mai (* 1. August 1937) (mit Nam Phương);
  • (Công chúa) Phương Liên (* 3. November 1938) (mit Nam Phương);
  • (Công chúa) Phương Dung (* 5. Februar 1942) (mit Nam Phương);
  • (Công chúa) Phương Minh (* 1949) (mit Bùi Mộng Điệp oder Phi Ánh).

sowie eventuell zwei weitere:

  • Phương An (mit Hoàng Tiểu Lan);
  • Phương Từ (mit „Vicky“, einer Französin).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bảo Đại – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien