Mandarin (Titel)
Die Mandarine (vermutl. von sanskr. mantrin: Ratgeber) waren Ehrenamtsträger im kaiserlichen China, von der Tang-Dynastie an bis zur letzten, der Qing-Dynastie.
„Mandarin“ (chinesisch 官 guǎn, kantonesisch gun1, vietnamesisch quan) konnte man durch das Bestehen von Prüfungen werden, die allen Männern ohne Klassenunterschiede und ohne Altersbegrenzung offenstanden. Das chinesische Prüfungssystem kannte drei Abstufungen: die unterste, lokale Prüfungsebene, bei der man den Titel eines Shengyuan (生員 / 生员 shēngyuán) oder Xiucai (秀才 xiùcái) erwerben konnte, die Prüfungen auf Provinzebene, die man mit dem Titel eines Juren (舉人 / 举人 jǔrén) abschließen konnte, und die höchste Prüfung, die man mit dem "Doktortitel", dem sog. „Jinshi“ (進士 / 进士 jìnshì) bestehen konnte. Sie alle sind "Mandarine", auch wenn sie kein Amt innehatten. Prüfungsgegenstand waren ausschließlich die kanonischen konfuzianischen Schriften.
[Bearbeiten] Etymologie
Einer Hypothese nach ist das Wort Mandarin abgeleitet vom portugiesischen Wort mandarim (von mandar = befehlen). Es wurde von den portugiesischen Seefahrern in Ostasien für die chinesischen Beamten gebraucht und wurde dann auf zahlreiche chinesische Dinge übertragen, unter anderem die Sprache. Im deutschen Sprachraum taucht das Wort erstmals um 1630 auf.