T-Bone Walker

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T-Bone Walker beim American Folk Blues Festival, Hamburg 1972

T-Bone Walker, eigentlich Aaron Thibeaux Walker (* 28. Mai 1910 in Linden, Texas; † 16. März 1975 in Los Angeles), amerikanischer Bluesgitarrist, Sänger und Songschreiber, war einer der einflussreichsten Bluesmusiker des 20. Jahrhunderts und Pionier der elektrischen Gitarre. Er hatte afroamerikanische und Cherokee-Vorfahren.

Leben[Bearbeiten]

Walker wurde in Linden geboren und wuchs in Dallas auf. Dort lernte er schon als Kind, Banjo, Fiddle und Gitarre zu spielen. In Anspielung auf seinen zweiten Vornamen Thibeaux erhielt er bald den Spitznamen „T-Bone“. In Dallas lernte Walker den blinden Gitarristen Blind Lemon Jefferson kennen, mit dem er als eine Art Blindenführer durch die Straßen von Dallas zog und das Geld einsammelte, das Jefferson bei Auftritten einspielte. Durch ihn beeinflusst, trat Walker mit 15 Jahren selbst als Bluessänger und Tänzer auf und lernte schon früh, durch spektakuläre Live-Einlagen (wie beispielsweise das Banjo-Spielen im Springen und Tanzen) das Publikum zu faszinieren. 1929 nahm Walker seine erste Schallplatte Wichita Falls Blues/Trinity River Blues (Columbia Records) auf, allerdings nicht unter eigenem Namen, sondern als „Oak Cliff T-bone“. Mitte der 1930er spielte er in der Territory Band von Chester Boone und traf in Oklahoma City auf Charlie Christian.

1936 kam Walker nach Los Angeles und begann seine kalifornische Karriere als Tänzer. 1939 wurde er von Les Hite für die Band „Les Hite Cotton Club Orchestra“ als Sänger engagiert. Von nun an begann Walker, sich mehr und mehr auf die Gitarre zu konzentrieren. So baute er diese immer öfter in seinen Gesang ein, bis er schließlich als Gitarrist gefragter denn als Sänger war. Dabei bestach er durch seine artistisch anmutenden Bühneneinlagen, wobei er auf Knien und die Gitarre hinter dem Rücken spielte.

1942, mittlerweile war Walker wegen besserer Einnahmequellen nach Chicago gewechselt, nahm er beim neu gegründeten Capitol-Label seine ersten Soloplatten auf. Er veröffentlichte I Got a Break Baby/Mean Old World, wo er populäre Musik und den Blues auf seine mittlerweile elektrisch verstärkte Jazzgitarre übertrug und damit eine Revolution im Spielen des Blues auslöste.

T-Bone Walker – Call it Stormy Monday

Legendär ist die Produktion von T-Bone Walkers Call it Stormy Monday (But Tuesday Is Just as Bad) für das Black & White-Label (#122), die in Los Angeles am 13. September 1947 mit Produzent Ralph Bass entstand. Bei der Aufnahme wirkten mit: Aaron “T-Bone” Walker (Gesang/Gitarre), John “Teddy” Buckner (Trompete), Hubert “Bumps” Myers (Tenorsaxophon), Lloyd Glenn (Klavier), Arthur Edwards (Bass) und Oscar Lee Bradley (Schlagzeug). Der Titel erreichte einen fünften Rang der R&B-Charts und gilt nicht nur als einer der einflussreichsten Songs der Musikgeschichte, sondern auch in der Geschichte der Gitarre. Weitere Klassiker folgten, wie zum Beispiel der T-Bone Shuffle.

Trotz dieser Erfolge konnte Walker nie das Teenager-Publikum, wie beispielsweise zu dieser Zeit Chuck Berry oder Fats Domino, erreichen, sondern spielte überwiegend in Nachtclubs, bis er 1955 aufgrund von Magenbeschwerden zusammenbrach und operiert werden musste.

In den 1960er Jahren wurde Walker international bekannt, als er 1962 für die von Horst Lippmann organisierten American Folk Blues Festivals in Europa engagiert wurde und unter anderem mit Memphis Slim auftrat, allerdings gehemmt durch seinen Gesundheitszustand.

Während seiner Karriere begleiteten ihn die Musiker Teddy Buckner (Trompete), Lloyd Glenn (Klavier), Billy Hadnott (Bass) und Jack McVea (Saxophon).

1971 gewann Walker einen Grammy Award für die Platte Good Feelin’ (Polygram Records 1969). Beim American Folk Blues Festival 1972 spielte er mit Big Mama Thornton zusammen. Diese Konzerte sollten die letzten Auftritte der beiden in Europa sein. 1973 produzierten Jerry Leiber und Mike Stoller mit ihm und Musikern wie Dizzy Gillespie, Gerry Mulligan, Herbie Mann, David „Fathhead“ Newman eine späte Hommage an den großen Bluessänger und Gitarristen Walker („very rare“, 2 LPs, Reprise Records). Dort erzählte T-Bone Walker auch, dass seine Mutter eine Cherokee war und wie er zu seinem Spitznamen kam.

Tod[Bearbeiten]

T-Bone Walker starb 1975 an einem Schlaganfall und wurde auf dem Inglewood Park Cemetery in Inglewood bei Los Angeles beigesetzt. Er wurde 1980 postum in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

Spätere Gitarristen, unter anderem Chuck Berry[1] und Jimi Hendrix, übernahmen von Walker Teile seiner spektakulären Auftritte. Auch das Spiel in artistisch anmutenden Körperhaltungen (auf den Knien, Instrument hinter dem Kopf gespielt usw.) wird Walkers Einfluss zugeschrieben.

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1953 Classics in Jazz
  • 1959 Sings the Blues
  • 1959 T-Bone Blues Atlantic/WEA
  • 1960 Singing the Blues Imperial
  • 1961 I Get So Weary Vivid Sound
  • 1963 Great Blues Vocals and Guitar Capitol Records
  • 1967 Stormy Monday Blues Wet Soul
  • 1967 The Legendary T-Bone Walker Brunswick
  • 1968 Blue Rocks Charly Records
  • 1968 I Want a Little Girl Delmark
  • 1968 Stormy Monday Blues Stateside Distribution
  • 1968 The Truth Brunswick
  • 1969 Bosses of the Blues, Vol. 1 (T- Bone Walker, Big Joe Turner) RCA
  • 1969 Feelin' the Blues Black & Blue
  • 1969 Funky Town BGO
  • 1969 Good Feelin' Polygram
  • 1970 Everyday I Have the Blues Blues Time
  • 1973 Dirty Mistreater MCA Records
  • 1973 Fly Walker Airlines Polydor
  • 1973 Well-Done Collectables Records
  • 1974 Very Rare Wounded Bird
  • 1975 Original 1945-50 Performances EMI Music Distribution
  • 1981 Jumps Again Charly
  • 1983 Natural Blues Charly
  • 1986 Low Down Blues Charly
  • 1990 Complete Recordings of T-Bone Walker 1940-1954 Mosaic
  • 1990 Hustle Is On Blue Label
  • 1991 Complete 1950-1954 Recording Definitive
  • 1991 Complete Imperial Recordings: 1950-1954 Blue Moon
  • 1995 Inventor of the Electric Guitar Blues Blues Boy
  • 1995 Cold Cold Feeling CEMA Special Markets
  • 1995 Complete Capitol/Black & White Recordings EMI Music Distribution
  • 1996 Blues Collective Laserlight
  • 1998 T- Bone Shuffle Wesgram
  • 1999 I Get So Weary Vivid Sound
  • 2003 Back on the Scene: Texas, 1966 Castle/Sanctuary
  • 2005 The Original Source Proper Records
  • 2006 Complete Imperial Recordings Capitol
  • 2008 40 Prime Cuts Proper Sales & Dist.
  • 2008 Trailblazing The Blues Blues Boulevard
  • 2009 Midnight Blues Charly

Sammlung[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stormy Monday: The T-Bone Walker Story, Helen Oakley Dance, Verlag Louisiana State U.P. 1987 (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. archive.guitarplayer.com: T-Bone Walker August 1995.