Taubenhaus

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu weiteren Taubenunterkünften und -haltungsformen siehe Taubenschlag.
Taubenhaus in Löbau, Sachsen

Taubenhäuser dienen der Haltung von Haustauben. Sie wurden häufig in Sachsen und darüber hinaus, besonders auf Ritter- und Bauerngütern, aufgestellt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Ein Taubenhaus ist ein meist aus Holz gebautes kleines Haus, das auf einer runden drei Meter hohen Säule ruht, die zum Schutz vor Räubern (Marder, Ratten) mit Blech beschlagen sein kann. Die Form das Häuschens kann vier-, sechs-, achteckig oder auch rund sein. Die Dachbedeckung besteht aus mit Dachpappe benagelten Brettern, aus Ziegel oder Schiefer. Taubenhäuser haben zu jeder Seite ein Flugloch mit Fallbrett, das zum Öffnen und Schließen des Ein- und Ausganges dient. Zum Verschließen können auch die unter dem Flugloch angebrachten Flugbretter genutzt werden, die den Tauben zum Anflug und als Rastplatz dienen. Das Flugloch selbst ist viereckig oder rund, ähnlich einem Bogenfenster. Da es im Taubenhaus recht dunkel wird, wenn die Fluglöcher verschlossen sind, werden zu jeder Hauptseite Fensterscheiben angebracht und zum Schutz mit Draht bespannt. Die innere Einrichtung der Taubenhäuser ähnelt denen der Taubenkästen.[1]

Nutzen[Bearbeiten]

Taubenhäuser bieten den Haustauben nur unzureichenden Schutz vor Witterungseinflüssen, Haarraubwild (Marder, Iltis, Wiesel, wildernde Katzen), Krähen und Elstern.[2] Sie lassen sich nur schwer reinigen und schlecht desinfizieren und sind daher gute Brutstätten für Ungeziefer. Nester und Tauben lassen sich nur schwer kontrollieren. Die Pflege erkrankter Tauben ist nur eingeschränkt möglich. Der Halter von in Taubenhäusern untergebrachten Tauben muss daher ungenügende Zuchtergebnisse und Flugleistungen seiner Schützlinge sowie erhöhte Tierverluste durch natürliche Feinde und Krankheiten, besonders der Jungen, in Kauf nehmen. [1][3]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Piemer: Eine Zierde der Bauernhöfe – Taubenhäuser. In: Der Heimatbote. Heft 16. (o.J., online (PDF; 118 kB), abgerufen am 19. Juli 2013)
  • Die Wohnungen der Tauben. In: Gottlob Neumeister: Das Ganze der Taubenzucht. 3. Auflage im Text zeitgemäß umgearbeitet und herausgegeben von Gustav Prütz. Nebst 17 Tafeln. B. F. Voigt, Weimar 1876, S. 5–6, doi:10.5962/bhl.title.50691.
  • Von Tauben-Wohnungen. In: Johann Paul Kolbeck: Abhandlung über Taubenzucht. Daisenberg: Regensburg 1821. S. 34–39, (Volltext bei Wikisource).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Taubenhäuser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Die Wohnungen der Tauben. In: Gottlob Neumeister: Das Ganze der Taubenzucht. 3. Auflage im Text zeitgemäß umgearbeitet und herausgegeben von Gustav Prütz. Nebst 17 Tafeln. B. F. Voigt, Weimar 1876, S. 5–6, doi:10.5962/bhl.title.50691.
  2. Unterbringung. In: Manfred Hartmann: Das Taubenbuch. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1986, S. 145
  3. Haltung. In: Kurt Vogel: Biologie, Haltung, Fütterung. Ein Fachbuch für Züchter und Halter von Haustauben, Wildtauben, Sport- bzw. Brieftauben sowie anderen Flugsporttauben (= Die Taube). 3., unveränd. Auflage. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1984, S. 233, OCLC 246277835.