Telchinen

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Telchinen werden in der griechischen Mythologie Kobolde genannt. Als kunstfertige Schmiede (Anfertigung des Dreizacks für Poseidon, den sie aufgezogen haben), Errichter der ersten Götterbilder und Erfinder nützlicher Dinge (z. B. der Mühle) stehen sie einerseits im Dienst des Hephaistos, andererseits werden ihnen der böse Blick und Zauberkunst nachgesagt, die sie auch aus Neid und Bosheit einsetzen. So vermögen sie das Wetter zu beeinflussen, die Vegetation zu verderben und sich in ihrer Gestalt zu verwandeln.

Nach Diodor sollen die Telchinen Söhne der Thalassa sein,[1] bei Bakchylides stammen sie entweder von Nemesis und Tartaros oder von Gaia und Pontos.[2]

Verortet werden die Telchinen, die auf dem Land wie im Wasser wohnen, auf Rhodos, Keos und Kreta, sie werden als eine Art (vorgriechischer) Ureinwohner gedacht. Strabon berichtet, die Insel Rhodos habe vordem Telchinis geheißen „nach den die Insel bewohnenden Telchinen, welche einige für Behexer und Zauberer erklären, die Tiere und Gewächse, um sie zu verderben, mit Wasser des Styx besprengten. Andere im Gegenteil sagen, sie wären als ausgezeichnete Künstler von den Kunstfeinden beneidet worden und in solche üble Nachrede geraten“.[3]

Johann Wolfgang von Goethe lässt sie in der Klassischen Walpurgisnacht in Faust II als auf Hippokampen reitende Schmiede von Neptuns Dreizack und Verehrer der Mondgöttin Luna auftreten.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Annemarie Ambühl: Telchines. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 12, Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-476-01470-3, Sp. 86 f.
  • V. Dasen: Dwarfs in Ancient Egypt and Greece. 1993, S. 175-204

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diodor 5,55
  2. Bakchylides Frag. 52
  3. Strabon, Geographica 14.2.7
  4. Johann Wolfgang Goethe, Faust. Der Tragödie erster und zweiter Teil. Urfaust. Jubiläumsausgabe zum 175. Todestag, hrsg. u. komm. v. Erich Trunz, C.H. Beck, München 2006, S. 657ff