Teodomiro

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Teodomiro (westgotisch: Theudemir, arabisch: Tudmir; † 743) war in den Jahren 713–743 ein westgotischer Herrscher im autonomen, aber unter maurischer Oberhoheit stehenden Reich Todmir.

Teodomiro war seit 702 Gouverneur im Gebiet der Städte Alicante, Murcia und Cartagena innerhalb des Westgotenreiches. Als dieses ab 711 von den Mauren erobert wurde, kämpfte auch Teodomiro gegen die Invasoren. Im Vertrag von Orihuela im Jahre 713 gestanden die Mauren seinem Herrschaftsgebiet innere Autonomie und den Fortbestand der eigenen Lebensweise zu, soweit dafür im Gegenzug jährlich Tribute an den Gouverneur von Al-Andalus entrichtet wurden, dessen Oberhoheit somit anerkannt wurde. Angesichts dieser Machtverhältnisse ist es vermutlich angemessener, eher von einer „Herrschaft Todmir“ als von einem „Reich Todmir“ zu sprechen, da dessen Eigenständigkeit nicht mit der von Asturien vergleichbar war.

Im Gegensatz zu historischen Abhandlungen, die zumeist knapp oder gar nicht auf die Person Teodomiros eingehen, behauptet Ewald Banse in seinem Beduinenbuch, dass Teodomiro schon zu Egicas Zeiten an der Zurückschlagung der byzantinischen Seelandung bei Alicante gekämpft habe (Banse bezeichnet ihn als Herzog von Alicante) und 711 zusammen mit König Roderico im Kampf gegen die Araber gefallen sei. Das vom Peter-Meyer-Verlag herausgegebene Reisehandbuch Costa Blanca in der historischen Einleitung unterstellt hingegen, dass Teodomiro bereits um 700 in Orihuela eine Gegenherrschaft gegen Egicas Nachfolger Witiza errichtet habe und möglicherweise Teodomiro es war, der die Araber 711 gerufen habe.

Teodomiro starb 743. Nachfolger wurde Atanagildo (Athanagild).