Thaiistik

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Thaiistik ist eine Arealwissenschaft, stets eingebettet in Fachbereiche der Südostasienkunde, die sich mit der Thailändische Sprache, Bevölkerung, Geschichte und Kultur von Thailand beschäftigt.

Zur Thaiistik können auch Forschungen gezählt werden, die sich mit ethnischen Gruppen der Tai außerhalbs des heutigen Thailand befassen, z. B. den Tai Lü in Yunnan, China oder den Shan in Birma.

Voraussetzungen[Bearbeiten]

Forschungsprojekte, die in Thailand durchgeführt werden sollen, bedürfen üblicherweise einer Genehmigung durch den National Research Council of Thailand (NRCT), den Nationalen Forschungsrat von Thailand[1]. Bei Feldforschungen in Nationalparks oder Naturschutzgebieten ist zusätzlich die Genehmigung des Royal Forest Departments (RDP), der Königlichen Waldaufsicht, einzuholen[2].

Geschichte[Bearbeiten]

Die wohl erste Einrichtung, die sich aktiv mit der Erforschung und Verbreitung der Thaiistik und ihrer Erkenntnisse beschäftigt hat, ist die Siam Society (Siam-Gesellschaft), die unter der Schirmherrschaft des thailändischen Königshauses stand und steht. Die Gesellschaft verfügt über eine umfangreiche Bibliothek und gibt die Zeitschrift „The Journal of the Siam Society“ heraus.

Studiengänge der Südostasienkunde werden angeboten in der Humboldt-Universität zu Berlin und Universität Passau wo Thaiistik im Gesamtfach der Südostasienkunde enthalten, gelehrt und erforscht wird.

Das Institut für Asien- und Afrikawissenschaften (IAAW) der Humboldt-Universität Berlin geht zurück auf die schon 1887 im Seminar für Orientalische Sprachen gegründete Dolmetscherschule. Erst nach 1945 wurden die verschiedenen Disziplinen der Südostasienkunde im IAAW zusammengefasst. Ein in Deutschland einzigartiger Master-Studiengang „Moderne Süd- und Südostasienstudien“ umfasst neben der Sprachausbildung für Thai vielfältige gegenwartsbezogene Studien- und Forschungsbereiche.

An der Universität Hamburg gibt es am Asien-Afrika-Institut eine Abteilung für Südostasienkunde mit einem Arbeitsbereich explizit für Thaiistik. Die Anfänge der Hamburger Thaiistik gehen auf das Jahr 1958 zurück. Auf Initiative des Japanologen Oscar Benl ein Lektorat für die thailändische Sprache am Chinesischen Seminar eingerichtet. Beim Aufbau der Thaiistik spielte in den Anfangsjahren der Lektor Luang Kee Kirati, der in den 1930er Jahren schon unter Walter Trittel in Berlin Thai unterrichtet hatte, eine herausragende Rolle. Ihm zur Seite stand der promovierte Jurist Klaus Wenk, der sich vor allem der Erforschung der klassischen Literatur und der thailändischen Kunst widmete.

Im Jahr 1970 erhielt Klaus Wenk einen Ruf als Professor für Sprachen und Kulturen des südostasiatischen Festlands an der neu gegründeten Abteilung Thailand, Burma und Indochina, deren Leitung er während der folgenden 22 Jahre innehatte. Ebenfalls von 1970 an, bis zu seinem Tod im Jahr 1988, war Klaus Rosenberg, dessen Schwerpunkt im Bereich der thailändischen Philologie lag, als Professor in der Abteilung tätig.

Als im August 1997 Rosenbergs Mutter starb, bestimmte sie testamentarisch, dass ihr Vermögen für eine Klaus-Rosenberg-Stiftung bestimmt sei. Einziger Zweck der Stiftung ist es, Studierende der Abteilung für Studienzwecke nach Thailand zu schicken oder thailändische Studenten nach Hamburg kommen zu lassen.

Wenks Nachfolger wurde 1992 der international renommierte Ethnologe und Historiker Barend Jan Terwiel, der zuvor in Canberra und München gelehrt hatte. Terwiel bereicherte das Feld der Thaiistik durch die Einbeziehung der Kulturen der außerhalb Thailands lebenden Tai-Völker (u.a. Shan und Ahom) beträchtlich. Nach einer zweijährigen Vakanz wird die Thaiistik seit dem WS 2009/10 durch Volker Grabowsky vertreten, der sich 1996 an der Hamburger Thaiistik mit einer Arbeit über „Bevölkerung und Staat in Lan Na“ habilitiert hatte. Als Teil der 2005 gegründeten Südostasien-Abteilung bietet die Thaiistik gemeinsam mit Austronesistik und Vietnamistik BA- und MA-Studiengänge zu Sprachen und Kulturen Südostasiens an. Die Zusammenarbeit mit benachbarten Fächern am Asien-Afrika-Institut eröffnet eine Vielzahl an Kooperations- und Entwicklungsmöglichkeiten des Faches. Das Lektorat, das nach Luang Kee Kiratis Tod im Jahre 1967 zunächst Ampha Otrakul (bis 1978) und danach Patcharee Kaspar-Sickermann (bis 2009) innehatte, ist seit dem WS 2010/11 durch Watcharit Kongpien neu besetzt worden. Seit Oktober 2014 wird das Lektorat von Pannarai Büchmann vertretungsweise ausgeführt. In der Lehre wird die gesamte Breite des Faches in Sprache, Literatur, Geschichte und Gesellschaft abgedeckt. Die gegenwärtigen Forschungsschwerpunkte bilden die Geschichte von Thailand und Laos sowie die Manuskriptkulturen der Tai. Zehn Promovierende verfassen derzeit Dissertationen in den Bereichen Geschichte, Kultur und Sprachwissenschaft.

Forscher und Gelehrte der Thaiistik (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.nrct.net/eng/
  2. Royal Forest Departmenr (auf Englisch und Thai)

Weblinks[Bearbeiten]

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