Thammasat-Universität

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Thammasat-Universität
มหาวิทยาลัยธรรมศาสตร์
Logo
Campus Bangkok, Rangsit, Lampang, Pattaya
Universitätsfarbe gelb, rot
Gründung 1934
Trägerschaft Thailändischer Staat
Ort Bangkok (Bezirk Phra Nakhon)
Staat Thailand
Präsident Somkit Lertpaithoon
Hochschulrat Noranit Setabutr
Studenten 33,509 (2009)
Mitarbeiter 6,458 (2010)
akademische Mitarbeiter 3,090 (2010)
Website tu.ac.th
Die Thammasat-Universität vom Chao Phraya aus gesehen

Die Thammasat-Universität (Thai: มหาวิทยาลัยธรรมศาสตร์, RTGS: Mahawitthayalai Thammasat, Aussprache: [tʰammáʔsàːt], übersetzt „Universität der Rechtswissenschaft“ oder der „Moral- und Sittenlehre“) in Bangkok ist eine der renommiertesten Universitäten Thailands. Sie wurde 1934 gegründet und ist bekannt für ihre besondere Rolle bei der Demokratisierung des Landes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Universität wurde 1934 unter maßgeblicher Beteiligung des liberalen Politikers und späteren Ministerpräsidenten Pridi Phanomyong gegründet. Sie trug zunächst den Namen „Universität der moralischen Wissenschaft und Politik“ (Thai: มหาวิทยาลัยวิชาธรรมศาสตร์และการเมือง). Noch heute wird "Universität des Volkes" genannt, weil sie sich besonders um einen Hochschulzugang für alle Menschen des Landes bemüht. Die juristische Fakultät bestand schon vor der Gründung der Thammasat-Universität. Sie war 1907 als Rechtsschule des Justizministeriums gegründet worden.

Seit 1934 haben über 200.000 Studenten an der Universität studiert, von denen fünf Premierminister von Thailand, mehrere Präsidenten des Obersten Gerichts, einige Parlamentsmitglieder und Senatoren oder erfolgreiche Geschäftsleute geworden sind.

Denkmal an das Massaker am 6. Oktober 1976 auf dem Campus der Universität

Während der 1970er-Jahre war die Thammasat-Universität ein Zentrum der prodemokratischen Studentenbewegung. Sie war ein Ausgangspunkt des Volksaufstandes im Oktober 1973, der zum vorläufigen Ende der Militärdiktatur führte. König Bhumibol Adulyadej ernannte den parteilosen Rektor der Universität, Sanya Dharmasakti, übergangsweise zum Ministerpräsidenten und betraute ihn mit der Ausarbeitung einer neuen, liberaleren Verfassung.

Die Thammasat-Universität mit ihrer politisch aktiven Studentenschaft und ihrem neuen Rektor Puey Ungphakorn war ein Hassobjekt für die politische Rechte, die alle progressiven und linksgerichteten Bestrebungen als Unterstützung des Kommunismus ansah. Im August 1975 überfiel die Miliz der Roten Büffel die Thammasat-Universität und versuchte, ihre Gebäude niederzubrennen.[1] Nachdem der entmachtete Militärdiktator Thanom Kittikachorn 1976 aus dem Exil nach Thailand zurückgekehrt war, demonstrierten wieder tausende Studenten und Aktivisten auf dem Campus der Thammasat. Die Proteste wurden am 6. Oktober im Massaker an der Thammasat-Universität und auf dem Sanam Luang von Polizei und ultrarechten Bürgerwehren brutal niedergeschlagen. Dabei starben zahlreiche Studenten der Universität.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Universität ist auf zwei getrennte Standorte verteilt. Der eine liegt auf dem Gelände des ehemaligen Palastes (Wang Na) des Vizekönigs am Maenam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) in der Nähe des Großen Palastes und des Nationalmuseums. Ein neuer Standort wurde in der Nähe des Flughafens Don Mueang eröffnet, der Rangsit Campus. Hier sind hauptsächlich naturwissenschaftliche und technische Fächer zu Hause. Man plant eine Überführung der gesamten Universität dorthin. Außerdem gibt es Außenstellen in Pattaya und in Lampang.

Die Universität ist auch ein ordentliches Mitglied von LAOTSE – ein internationales Netzwerk der führenden Universitäten in Europa und Asien. Die Thammasat Universität arbeitet unter anderem mit der Universität zu Köln, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Universität Hamburg, Universität Bielefeld, TU München, TU Darmstadt, Universität Lund, Sciences Po und der HEC Paris zusammen.

Choreographie der Thammasat beim 63. Chula-Thammasat-Traditionspiel, 2008

Auf dem Rangsit Campus fanden 1998 die Asienspiele statt. 2007 wurden dort die Weltuniversitätsspiele (die Olympischen Spiele für Studenten) abgehalten.

Die Universität befindet sich in einem ständigen Konkurrenzkampf mit der Chulalongkorn-Universität, die als angesehenste des Landes gilt. Jedes Jahr im Januar messen sich die Fußballmannschaften der beiden Einrichtungen im Chula-Thammasat-Traditionspiel, das im Suphachalasai-Stadion ausgetragen wird. Viele hochrangige Verwaltungsleute (und Regierungschefs) sind an der Thammasat-Universität ausgebildet worden.

Fakultäten (2003)[Bearbeiten]

  • Freie Künste
  • Ingenieurwissenschaften
  • Journalismus und Massenkommunikation
  • Kunstwissenschaft
  • Krankenpflege
  • Medizin
  • Naturwissenschaften und Technologie
  • Politikwissenschaft
  • Recht
  • Sirindhorn International Institute of Technology (SIIT) (Ingenieurwissenschaften und Technologie)
  • Soziologie
  • Sozialwesen
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Zahnmedizin

ehemalige Dozenten[Bearbeiten]

Denkmal für den Gründer der Universität, Pridi Phanomyong, auf dem Campus

bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Ranking[Bearbeiten]

Im QS World University Ranking 2013 belegte die Thammasat-Universität in den Fächergruppen Geistes- sowie Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften den zweiten Platz innerhalb Thailands hinter der Chulalongkorn-Universität. In modernen Sprachen war sie sogar auf Platz eins.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thammasat University – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Puey Ungphakorn: Violence and the Military Coup in Thailand. In: Bulletin of Concerned Asian Scholars, Band 9, Nr. 3/1977, S. 10.
  2. QS World University Rankings by Subject, 2013 Country File Thailand.