The History of the Decline and Fall of the Roman Empire

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Edward Gibbon

The History of the Decline and Fall of the Roman Empire (deutsch: Verfall und Untergang des Römischen Imperiums) ist ein Geschichtswerk des britischen Historikers Edward Gibbon.[1]

Inhalt[Bearbeiten]

Das Werk wurde zwischen 1776 und 1789 veröffentlicht und gilt als ein grundlegendes Werk der modernen Geschichtsschreibung.[2] Es behandelt den Untergang des Römischen Reiches und die nachfolgende byzantinische Geschichte in (ursprünglich) sechs Bänden. Ausgehend von der Zeit Mark Aurels wird anschließend die Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts und die Spätantike behandelt. Daran schließt eine Darstellung der byzantinischen Zeit an. Das Werk endet mit dem Fall Konstantinopels 1453.

Rezeption[Bearbeiten]

Die im Werk enthaltenen Bewertungen entsprechen nicht mehr der modernen Forschungsmeinung, weshalb es in weiten Teilen durch neuere Forschungen überholt ist.[3] Dennoch hat gerade die Thematik, die literarische Qualität und die für die damalige Zeit beeindruckende Verarbeitung der Quellen (wenngleich nicht immer kritisch) dafür gesorgt, dass Gibbons Werk mit seiner kraftvollen, oft sehr persönlichen Darstellung heute als Klassiker gilt.

Noch zu Lebzeiten wurde das Werk sehr kontrovers diskutiert, besonders hinsichtlich Gibbons Ausführungen zum Christentum. Diesem gab er eine gewisse Mitschuld am Untergang des Reiches und warf vor allem der sich formierenden spätantiken Reichskirche zunehmende Intoleranz vor. Diese und andere Ausführungen waren vollkommen neu und schockierten mehrere zeitgenössische Leser. Gibbon betrachtete aber durchaus nicht alle christlichen Persönlichkeiten negativ und beurteilte die Politik des letzten paganen Kaisers Julian als falsch, da nach Gibbons Ansicht jeder Versuch, die bereits fortgeschrittene Christianisierung rückgängig machen zu wollen, nur Schaden anrichten konnte.[4] Aufgrund mehrerer Anfeindungen sah sich Gibbon gezwungen, seine diesbezüglichen Ausführungen zu verteidigen.[5] In der neueren Forschung werden Gibbons Ausführungen zum Untergang des Imperiums im Westen durchaus auch kritisch betrachtet; es wird vielmehr für eine differenziertere Betrachtung der Ursachen für den Untergang des weströmischen Reiches (denn Ostrom/Byzanz, das Gibbon eher gering schätzte, bestand noch fast 1000 Jahre fort) eingetreten.

Gibbon hat stärker als zuvor die Quellen herangezogen, was die zahlreichen Anmerkungen belegen, und hinterfragt, wenngleich hier nach modernen Maßstäben dennoch Defizite festzustellen sind. Er hat außerdem als erster Gelehrter die Spätantike wissenschaftlich erschlossen, was ein bleibendes Verdienst seiner monumentalen Darstellung ist, auf die sich noch heute moderne Forscher beziehen, wenngleich sie andere Deutungen vornehmen[6] und das spätantike Reich nicht mehr als Militärdespotie betrachten. Die materialreiche Darstellung erklärt, neben der literarisch gelungenen Schilderung, das noch heute vorhandene Interesse an seinem Werk. Gibbon selbst wird denn auch gelegentlich als der erste moderne Historiker bezeichnet, wenigstens bezogen auf das römische Reich.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • The History of the Decline and the Fall of the Roman Empire, London, 1. Bd. 1776/1789, 2.-3. Bd. 1781, 4.-6. Bd. 1788.
    (Originalausgabe)
  • The History of the Decline and the Fall of the Roman Empire, hrsg. v. John B. Bury, 7 Bde., London 1896–1900.
    (Ausgabe mit zahlreichen Anmerkungen von Bury, die allerdings nicht mehr den Stand der Forschung widerspiegeln; hier online.)
  • The History of the Decline and Fall of the Roman Empire, hrsg. v. David Womersley, 3 Bde., Penguin Verlag, New York 1994.
    (Jetzt maßgebliche englische Ausgabe mit Einleitung und Kommentar; enthält in Bd. 3 Gibbons Vindication.)
  • Verfall und Untergang des römischen Imperiums. Bis zum Ende des Reiches im Westen, aus dem Englischen übersetzt von Michael Walter und Walter Kumpmann, mit einer Einführung von Wilfried Nippel, 6 Bde., dtv, München 2003, ISBN 3-423-59062-9.
    (Gelungene neue deutsche Übersetzung, wobei nur die Kapitel bis zum Jahr 476 enthalten sind. Mit einer guten Einführung zum Leben und Werk Gibbons.)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The History of the Decline and Fall of the Roman Empire – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Rezensionen zur deutschen Ausgabe (die aber nur einen Teil des engl. Gesamtwerks umfasst)
  2. Die Bände wurden im Quartoformat veröffentlicht, wobei Band 1 insgesamt sechsmal überarbeitet wurde, vgl. Womersley, The history of the decline and fall of the Roman Empire, Vol. 1, S. cvii und S. 1084ff.
  3. Zur Auseinandersetzung der neueren Forschung mit Gibbon siehe die Beiträge in McKitterick / Quinault (Hrsg.), Edward Gibbon and Empire. Einen Überblick zur neueren Forschung im Bereich der Spätantike bieten die Beiträge in Philip Rousseau (Hrsg.): A Companion to Late Antiquity. Malden (Massachusetts) u. a. 2009.
  4. Vgl. Nippel, Edward Gibbon, in: Raphael (Hrsg.), Klassiker der Geschichtswissenschaft, S. 25–27.
  5. Gibbon, A Vindication of Some Passages in the Fifteenth and Sixteenth chapters of the History Of the Decline and Fall of the Roman Empire.
  6. Vgl. Nippel, Edward Gibbon, in: Raphael (Hrsg.), Klassiker der Geschichtswissenschaft, S. 34f.