Klassiker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Klassiker (Begriffsklärung) aufgeführt.

Klassiker sind klassische Werke, Autoren, Topoi oder Produkte.

Als „klassisch“ im allgemeinen sprachlichen Sinne wird etwas bezeichnet, das typische Merkmale in einer als allgemeingültig akzeptierten Reinform in sich vereint und mithin als formvollendet und harmonisch gilt. Das Klassische bildet somit den zeitlosen Kontrapunkt zur zeitabhängigen Mode. Beispiel: die klassische „griechische“ Nase oder die „klassische“ Rennstrecke von 100 m. Umgangssprachlich ist es heute auch oft ein Synonym für typisch (z. B. „den klassischen Anfängerfehler machen“).

Merkmale eines Klassikers[Bearbeiten]

  • hoher Bekanntheitsgrad über einen längeren Zeitraum hinweg (oft auch generationsübergreifend)
  • gewisser Traditionswert
  • hoher Wiedererkennungswert
  • hohe Qualität wird zugestanden
  • innovationspotential
  • Einfluss auf die Kultur
  • oftmals überregionaler Bekanntheitsgrad
  • bei Texten: Zeitlosigkeit der Themen, so zum Beispiel Liebe, Hass & Wut, Familie, Abenteuer, Widerstand & Anpassung

Es müssen nicht alle Merkmale auf jeden Klassiker zutreffen.

Herkunft[Bearbeiten]

Ursprünglich rührt das Wort von den Bürgern erster Klasse (classis) im alten Rom her. Seit dem 2. Jahrhundert wird das Wort bildlich auf hervorragende Schriftsteller angewandt (erstmals bei Aulus Gellius).

Allgemein[Bearbeiten]

Im kulturgeschichtlichen Sinne sind Klassiker Werke u. a. der Musik, der Malerei, der Filmkunst u. s. f. von überragender, allgemein anerkannter Bedeutung. Beispiele:

Klassiker in der Literatur[Bearbeiten]

Im engeren Sinne werden die antiken griechischen oder lateinischen Schriftsteller, deren Werke auch heute noch Bedeutung besitzen, als Klassiker bezeichnet. In der Literaturgeschichte als deutsche Klassiker sind die Dichter der Blütezeit der deutschen Literatur zur Zeit Goethes, Schillers und Hölderlins gemeint, im engeren Sinne als Weimarer Klassiker Wieland, Herder, Goethe und Schiller.

Als Moderne Klassiker bzw. Gegenwartsklassiker werden Künstler bzw. deren zum allgemein anerkannten Literatur- bzw. Kunstkanon gehörende Werke jüngeren Datums bzw. der Gegenwart bezeichnet, z. B. der Schriftsteller Thomas Mann und seine Buddenbrooks oder der Kinderbuch-Klassiker Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren, Der Steppenwolf von Hermann Hesse, Ulysses von James Joyce; als Krimi-Klassiker die Werke von Agatha Christie und Arthur Conan Doyle.

Siehe auch: Weltliteratur, Inhaltsangabe

Klassiker in Kunst und Musik[Bearbeiten]

In der Bildenden und Angewandten Kunst sowie in der Architektur umfasst die so genannte Klassische Moderne Künstler und Werke der Zwischenkriegszeit. Das bekannteste Beispiel ist die Kunst-, Design- und Architekturschule Bauhaus.

In der Musikgeschichte als Wiener Klassiker sind die in Wien zwischen ca. 1781 und 1827 wirkenden „klassischen“ Komponisten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven u. a. zu nennen.

Die Klassiker der Popularmusik wie Jazz, Swing, Rock oder Pop sind zum Beispiel In the Mood von Glenn Miller, Satisfaction von The Rolling Stones, Imagine von John Lennon oder Billie Jean von Michael Jackson.

Philosophie[Bearbeiten]

Klassiker der Philosophie sind z. B. Platons Dialoge oder Immanuel Kants Kritik der reinen Vernunft.

Sozialwissenschaften[Bearbeiten]

In der Soziologie sind als Klassiker z. B. Karl Marx (Das Kapital), Émile Durkheim (De la division du travail social), Vilfredo Pareto (Trattato di sociologia generale) oder Ferdinand Tönnies (Gemeinschaft und Gesellschaft) zu nennen.

In den Wirtschaftswissenschaften gibt es Vertreter der klassischen Nationalökonomie.

Forstwissenschaft[Bearbeiten]

Innerhalb der Forstwissenschaft wird eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten, die als Enzyklopädisten am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts entscheidende Beiträge zur Entwicklung und Etablierung dieser wissenschaftlichen Disziplin geleistet haben, als „forstliche Klassiker“ bezeichnet. Es sind dies Georg Ludwig Hartig, Heinrich Cotta, Friedrich Wilhelm Leopold Pfeil, Johann Christian Hundeshagen, Carl Justus Heyer und Gottlob König. Sie waren in der Lage, das gesamte forstliche Wissen ihrer Zeit zu erfassen und zu beeinflussen.[1]

Industrielle Produkte[Bearbeiten]

Abgeleitet aus der vorgenannten Verwendung häufig auch für industrielle Produkte, die sich durch Avantgarde Design ausgezeichnet haben und (teilweise) noch heute produziert werden. Beispiele:

Klassiker im Sport[Bearbeiten]

In der Sportberichterstattung besondere Ereignisse, die wegen ihrer herausragenden Stellung Berühmtheit erlangten, Beispiele:

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Klassiker – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. z. B. Karl Hasel, Ekkehard Schwartz: Forstgeschichte. Ein Grundriss für Studium und Praxis. Kessel, Remagen 2002, ISBN 3-935638-26-4, S. 333ff.