Thomas Penyngton Kirkman

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Thomas Penyngton Kirkman (* 31. März 1806 in Bolton; † 4. Februar 1895 in Bowdon bei Manchester) war ein englischer Mathematiker und Pfarrer, der vor allem durch seine Arbeiten zur Kombinatorik bekannt ist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Kirkman ging in Bolton zu Schule und obwohl er die Aufmerksamkeit seiner Lehrer in den klassischen Sprachen errang, zwang ihn sein Vater mit 14 von der Schule abzugehen und für ihn in seinem Baumwoll-Geschäft zu arbeiten. Erst neun Jahre später ging er gegen den Willen seines Vaters (und von ihm selbst finanziert) zum Studium ans Trinity College in Dublin, wo er neben Philosophie, Sprachen auch Mathematik und die exakten Wissenschaften studierte. 1833 machte er seinen Abschluss und ging im folgenden Jahr zurück nach England. 1835 trat er in den Dienst der Anglikanischen Kirche. Er war zunächst curate in Bury und Lymm. 1839 wurde er Vikar (curate) in Croft bei Warrington im heutigen Cheshire (damals Lancashire), wurde 1845 Rektor und hatte die Stelle bis 1891 inne. Seine erste mathematische Arbeit veröffentlichte er im Ladys and Gentlemans Diary 1845. In ihr bewies er sieben Jahre vor Jakob Steiner die Existenz der später Steiner-Tripel-Systeme genannten Konfigurationen.

Im Gedächtnis der Nachwelt lebt Kirkman aber hauptsächlich wegen des Problems der 15 Schulmädchen fort: 15 Schulmädchen gehen jeweils zu dritt für sieben Tage in Folge aus. Man gruppiere sie so, dass jeweils zwei von ihnen nur an einem Tag zusammen sind. Sowohl Arthur Cayley als auch Kirkman publizierten Lösungen. Der allgemeine Fall wurde 1968 durch D. K. Ray-Chaudhuri und Richard M. Wilson gelöst.

1853 begann er eine lange Reihe von Arbeiten zur Klassifikation der Polyeder, die schließlich zu seiner Aufnahme in die Royal Society 1857 führten. Für ein Preisausschreiben der Pariser Akademie 1860 vertiefte er sich in die Gruppentheorie, doch trotz hoher Qualität (er listet darin alle transitiven Gruppen vom Grad ≤ 10 auf) erhielt weder seine noch die seiner Konkurrenten Camille Jordan und Émile Mathieu eingereichten Arbeiten den Preis. Gegen Ende seines Lebens beschäftigte er sich noch mit Knotentheorie und listete mit Peter Guthrie Tait nicht äquivalente Knoten mit 8, 9 und 10 Kreuzungen auf. Insgesamt veröffentlichte er rund 70 mathematische Arbeiten zu sehr unterschiedlichen Themen der Mathematik.

Er heiratete 1841.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian Anderson, Terry Griggs: Kirkman: Mathematical Clerics, Mathematical Intelligencer, 1999, Nr.2 (mit Foto von Grab, Wohnhaus und Kirche in Croft)

Weblinks[Bearbeiten]