Thryptomene

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Thryptomene
Thryptomene saxicola

Thryptomene saxicola

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Unterfamilie: Myrtoideae
Tribus: Chamelaucieae
Gattung: Thryptomene
Wissenschaftlicher Name
Thryptomene
Endl.

Thryptomene ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Alle etwa 32 Arten kommen ursprünglich nur in Australien vor[1]. Einige Sorten werden vor allem als Schnittblumen genutzt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Thryptomene-Arten wachsen als immergrüne Sträucher[1], die Wuchshöhen von 0,3 bis 1,5 Meter erreichen[2]. Nur eine Art wächst baumartig und erreicht Wuchshöhen von bis zu 2,5 Meter[3]. Sie enthalten ätherische Öle.[3] Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl.[2]

Die gegenständig (oder kreuzgegenständig[2]) an den Zweigen angeordneten Laubblätter[1] sind höchstens kurz gestielt oder sitzend[3]. Die krautigen oder ledrigen, einfachen, winzigen bis relativ kleinen Blattspreiten sind (besonders gut sichtbar an den Blattunterseite[1]) drüsig punktiert und duften aromatisch.[3]

Blütenstände, Blüten und Bestäubung[Bearbeiten]

Die reduzierten Blütenstände enthalten nur meist eine, selten zwei oder drei[2][3] Blüten über sehr kurzen bis langen Blütenstandsschäften[3] in den Blattachseln im oberen Bereich der Zweige[2]. Jede Blüte steht über einem Paar haltbarer oder schnell vergänglicher Deckblätter, die untereinander verwachsen sein können.[1][3]

Die relativ kleinen, zwittrigen Blüten sind meist radiärsymmetrisch und meist fünf-, selten sechszählig mit doppelter Blütenhülle.[3] Der mit dem Fruchtknoten verwachsene Blütenbecher (Hypanthium) ist glatt, gerippt oder faltig[2]. Die fünf oder selten sechs freien Kelchblätter sind kronblattartig und kreisförmig[2]. Die fünf oder selten sechs freien Kronblätter sind ganzrandig, elliptisch, ei- oder kreisförmig und können genagelt sein. Die Farben der Blütenkronblätter sind weiß bis rosafarben. Die Staubblätter sind in der Knospe meist gerade oder selten etwas nach innen gekrümmt. Meist in einem oder zwei, selten mehreren Kreisen sind jeweils fünf oder sechs mehr oder weniger gleiche Staubblätter angeordnet[1][2].[3] Die Staubblätter sind alle fertil; nur bei Thryptomene maisonneuvei ist manchmal die Hälfte zu Staminodien umgewandelt[3]. Die fadenförmigen Staubfäden sind am Rand des Blütenbechers inseriert, untereinander frei und nicht mit den Kronblättern verwachsen.[3] Die gleich aussehenden Staubbeutel öffnen sich mit longitudinalen Schlitzen und überragen die Kronblätter nicht.[3] Es ist ein Diskus vorhanden.[3] Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen.[2][3] In basaler oder seitlicher Plazentation sind meist zwei oder vier anatrope Samenanlagen angeordnet.[1][3] Der Griffel endet in einer einfachen Narbe.[3]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie) oder Vögel (Ornithophilie).[3]

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die trockenen Schließfrüchte sind meist einsamige, selten zweisamige[3] Nussfrüchte.[1] Die ellipsoidal-nierenförmigen Samen enthalten einen gekrümmten Embryo mit zwei Keimblättern (Kotyledonen) und es ist kein Endosperm vorhanden.[3]

Chromosomenzahl[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt n=11[3]. Bei einigen Arten liegt Diploidie vor, also 2n=22; es wurde aber auch Polyploidie mit je nach Art unterschiedlichen Chromosomensätzen festgestellt.[4]

Verbreitung und Gefährdung[Bearbeiten]

Die Gattung Thryptomene ist mit etwa 32 Arten in Australien weitverbreitet; Arten kommen in allen Bundesstaaten, einschließlich Tasmanien vor.[1][3] Sie kommen im südlichen, zentralen und nordöstlichen Australien vor[2].

Nur Thryptomene wittweri wird als „Vulnerable“ = „gefährdet“ eingestuft. Keine weitere Art gilt auf dem australischen Festland als gefährdet.[5] In Tasmanien wird Thryptomene micrantha als „Vulnerable“ = „gefährdet“ bewertet[6].

Zweig mit Laubblättern und Blüten von Thryptomene baeckeacea.
Zweig mit Laubblättern und Blüten von Thryptomene calycina.
Zweig mit Laubblättern und Blüten von Thryptomene hyporhytis.
Die Sorte Thryptomene saxicola 'F.C. Payne'.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Thryptomene wurde im Jahr 1840 durch Stephan Ladislaus Endlicher im Artikel Stirpium Australasicarum Herbarii Hugeliani Decades III - Dezember 1838 in Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte, Band 2, S. 192[7] aufgestellt.[8] Typusart ist Thryptomene australis Endl..[9] Der Gattungsname Thryptomene leitet sich vom griechischen Wort thryptomene für „vermindert“ oder „klein machen“ ab. Dies bezieht sich auf den niedrigen Habitus der meisten Arten[2][9].

Synonyme für Thryptomene Endl. sind: Thryptomene sect. Paryphantha (Schauer) Kuntze, Paryphantha Schauer, Typtomene F.Muell. orth. var., Tryptomene F.Muell. orth. var., Thryptomene sect. Euthryptomene Kuntze, Thryptomene sect. Paryphantha (Schauer) Stapf, Astraea Schauer, Bucheria Heynh., Thryptomene sect. Astraea Stapf, Gomphotis Raf.[10][9]

Die Gattung Thryptomene gehört zur Tribus Chamelaucieae in der Unterfamilie Myrtoideae innerhalb der Familie der Myrtaceae.[10]

Es gibt etwa 32 Thryptomene-Arten:[11]

Nutzung[Bearbeiten]

Von Thryptomene saxicola und Thryptomene calycina gibt es einige Sorten.[9] Sie werden weltweit angebaut und als Schnittblumen verwendet[12] und sind auch in Mitteleuropa im Blumenhandel.[13] Thryptomene saxicola wird als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet.[13]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Peter G. Wilson: Eintrag in der New South Wales Flora Online. letzter Zugriff am 17. Januar 2013
  2. a b c d e f g h i j k J. W. Green: Eintrag in der Electronic Flora of South Australia genus Fact Sheet. letzter Zugriff am 17. Januar 2013
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u H. R. Coleman: Eintrag in der Western Australian Flora, letzte Änderung 2008. letzter Zugriff am 17. Januar 2013
  4. Thryptomene bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 17. Januar 2013.
  5. EPBC Act List of Threatened Flora. letzter Zugriff am 17. Januar 2013
  6. Tasmanian Threatened Flora Listing Statement: Thryptomene micrantha Hook.f. - ribbed heathmyrtle: Fulltext-PDF.
  7. Stephanus Endlicher: Stirpium Australasicarum Herbarii Hugeliani Decades III (Mense Decembri 1838), In: Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte, Band 2, 1840, S. 192 Boogle-Books-Online.
  8. Thryptomene bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 17. Januar 2013.
  9. a b c d Eintrag bei Australian Plant Name Index = APNI. letzter Zugriff am 17. Januar 2013
  10. a b Thryptomene im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.letzter Zugriff am 17. Januar 2013
  11. Gattungsnamen in Suchmaske bei World Checklist of Selected Plant Families von Kew eingeben. (letzte Änderungen nach R. Govaerts, N. Sobral, P. Ashton, F. Barrie, B. K. Holst, L. L. Landrum, K. Matsumoto, F. Fernanda Mazine, E. Nic Lughadha, C. Proença & al.: World Checklist of Myrtaceae, Kew Publishing, Royal Botanic Gardens, Kew, 2008, S. 1-455.) letzter Zugriff am 17. Januar 2013
  12. Eintrag bei Australian Native Plants Society (Australia). letzter Zugriff am 17. Januar 2013
  13. a b  Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5 (darin Seite 883).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thryptomene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ergänzende Literatur[Bearbeiten]

  • J. W. Green: Thryptomene and Micromyrtus (Myrtaceae) in arid and semi-arid Australia, In: Nuytsia, Volume 3, Issue 2, 1980, S. 183–205: Fulltext-PDF.