Stephan Ladislaus Endlicher

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Stephan Ladislaus Endlicher, Lithographie von Joseph Kriehuber 1848

Stephan Ladislaus Endlicher (* 24. Juni 1804 in Preßburg; † 28. März 1849 in Wien) war ein österreichischer Botaniker, Numismatiker und Sinologe. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Endl.“.

Er war 1839–1849 Direktor des Botanischen Gartens der Universität Wien und des Botanischen Museums.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Endlicher studierte ursprünglich Theologie und erhielt die niederen Weihen. 1828 bekam er in Wien die Anstellung an der Hofbibliothek, deren Handschriftensammlung er neu ordnete. Er studierte Naturwissenschaften, besonders Botanik und ostasiatische Sprachen. Eine lange Zeit schrieb er grundlegende chinesische Grammatik. Im Jahr 1833 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Ab 1840 war er Professor und Direktor des botanischen Gartens. Er verfasste die zu seiner Zeit umfassendste Darstellung des Pflanzenreiches nach einem natürlichen System. Auf Endlichers Anregung hin enthalten die zusammen mit Franz Unger 1843 herausgegebenen „Grundzüge der Botanik“ erstmals Textbilder. Mit Joseph von Hammer-Purgstall setzte er 1847 die Gründung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften durch.

Endlichers größtes botanisches Verdienst besteht in dem von ihm aufgestellten natürlichen Pflanzensystem, welches er dargelegt hat in seinem Werk Genera plantarum secundum ordines naturales disposita (Wien 1836–1850) und später in seinem Enchiridion botanicum exhibens classes et ordines plantarum (Leipzig 1841). Dies Werk ist seiner Vollständigkeit in der Charakteristik der Familien und Gattungen wegen bis auf die neueste Zeit unentbehrlich geblieben.

Außerdem nahm Endlicher als Mitarbeiter Anteil an der von Nees von Esenbeck besorgten Ausgabe von Robert Brown's Vermischte botanische Schriften, an Eduard Friedrich Poeppigs Nova genera ac species plantarum, an den Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte und an der Enumeratio plantarum, quas in Nova Hollandia collegit. Seit 1840 redigierte er mit Carl Friedrich Philipp von Martius die Flora Brasiliensis.

Außer dem Atlas von China nach der Aufnahme der Jesuitenmissionäre (Wien 1843, 6 Hefte) und Karte der Provinz Tche Kiang, gab er eine Anzahl schätzbarer Beiträge zur Kunde der älteren deutschen und altklassischen Literatur sowie der ungarischen Geschichtsquellen, so zwei Dichtungen des Priscian (Wien 1828), die Bruchstücke einer altdeutschen Übersetzung des Matthäus–Evangelium aus den Mondseer Fragmenten (mit Hoffmann von Fallersleben, Wien 1834; 2. Aufl., mit Hans Ferdinand Maßmann, 1841), die Analecta grammatica (Wien 1836) und Anfangsgründe der chinesischen Grammatik (Wien 1845), heraus.

Im Jahr 1932 wurde in Wien Favoriten (10. Bezirk) die Endlichergasse nach ihm benannt.

Die Pflanzengattung Endlicheria ist nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Stephanus Endlicher zusammen mit Henricus Schott: Meletemata botanica Faksimile-Druck, Cramer, Weinheim 1964 (Erstausgabe: Gerold, Vindobonae [Wien] 1832).
  • Prodromus florae norfolkicae. 1833. online (PDF; 7,4 MB)
  • Atakta botanica. Nova genera et species plantarum .... 1833–1835.
  • Nova genera ac species plantarum quas in regno chilensi, peruviano et in terra amazonica ... (zusammen mit Eduard Friedrich Poeppig). 1835–1845.
  • Genera plantarum .... 1836–1850.
  • Bemerkungen über die Flora der Südseeinseln. In: Ann. Mus. Wien 1, S. 129-190, 1836. online (PDF; 25,0 MB)
  • Iconographia generum plantarum. 1837–1841.
  • Grundzüge einer neuen Theorie der Pflanzenzeugung. 1838.
  • Stirpium australasicarum herbarii hügeliani Decades tres. 1840. online (PDF; 1,5 MB)
  • Enchiridion botanicum .... 1841.
  • Die Medicinal-Pflanzen der österreichischen Pharmakopöe : ein Handbuch für Ärzte und Apotheker / von Stephan Endlicher. Gerold, Wien 1842 Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Grundzüge der Botanik. Wien 1843 (zusammen mit Unger).
  • Anfangsgründe der Chinesischen Grammatik. Wien 1845.
  • Synopsis Coniferarum .... 1847.
  • Rerum Hungaricarum monumenta Arpadiana. 1849.
  • Die Gesetze des heiligen Stefan. 1849.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]