Tilman Röhrig

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Tilman Röhrig im Oktober 2002

Tilman Röhrig (* 28. März 1945 in Hennweiler/Hunsrück) ist ein deutscher Schriftsteller und Schauspieler.

Werdegang[Bearbeiten]

Tilman Röhrig wurde als drittes von fünf Kindern des Pfarrers der Bekennenden Kirche Udo Röhrig,[1] der zuvor aus Köln wegen Eintretens für den Glauben, wie er ihn bei Karl Barth gelernt hatte, in den äußersten Süden der Kirchenprovinz ausweichen musste, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs geboren. Er wuchs unter einem lieblos strengen Vater, später ohne Mutter, bei einer Pflegefamilie und im Heim auf. Tilman Röhrig absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Schauspielausbildung in Frankfurt, wo er auch sein Bühnendebüt hatte. Es folgten Engagements in Bonn, Hannover und Köln.

Nach dem Erfolg mit dem stark autobiographisch geprägten Jugendbuch Thoms Bericht arbeitet er seit September 1973 als freier Schriftsteller. Bekannt ist er vor allem durch seine Werke für ein jugendliches Publikum. Röhrig verfasste zahlreiche historische Jugendromane (Mit Hannibal über die Alpen), historische Sachbücher für Jugendliche (Tilman Röhrig erzählt vom Ausbruch des Vesuv), Unterrichtsmaterialien (Das Leichenhemd), Sagensammlungen (Sagen und Legenden vom Kölner Land und von der Erft), Kinderbücher (Wenn Tina brüllt) und Hörspiele. Röhrig veröffentlichte seine Jugendbücher im Arena Verlag, seine historischen Werke bis 2007 im Lübbe Verlag, sein Werk über seinen Namensvetter Tilman Riemenschneider aber beim Piper Verlag. Bücher von ihm sind in neun Sprachen übersetzt. Daneben lieferte er Vorlagen für zahlreiche Radio- und Fernsehsendungen (wie etwa Der Sklave Calvisius oder mehrere Folgen von Peter Lustigs Löwenzahn).

Seine Schauspielausbildung kommt ihm besonders bei seinen Lesungen zu gute. Das Hörbuch Caravaggios Geheimnis hat er selbst gesprochen. Tilman Röhrig ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Tilman Röhrig wohnt im Hürther Ortsteil Sielsdorf bei Köln. Die Stadt ehrte ihren Bürger 1985 mit ihrem Kulturpreis.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1973: Thoms Bericht. Anrich, ISBN 3-920110-16-1
  • 1975: Matthias Weber, genannt der Fetzer. Anrich, ISBN 3-920110-21-8
  • 1979: Der Sklave Calvisius. Falken, 3-8068-4058-X
  • 1981: Dank gebührt Hannibal. Arena
  • 1982: Der angebundene Traum. Arena
  • 1983: In 300 Jahren vielleicht. Arena, ISBN 3-401039-81-4
  • 1983: Wenn Tina brüllt. Arena
  • 1983: Das Leichenhemd. Leseheft für den Literaturunterricht. Klett
  • 1983: Frederik Faber. Arena
  • 1983: Mathias Weber, genannt der Fetzer Arena, ISBN 3-401-01432-3
  • 1984: Tina im Schrank, Arena
  • 1985: Stadtluft macht frei. Geschichte in Geschichten von Brule bis Brühl. Bachem, ISBN 3-7616-0781-4
  • 1985: Tina, Tim und Florian. Arena
  • 1988: Die Schlacht bei Worringen. Wienand
  • 1989: Kater Muck trägt keine Stiefel. Mit Bildern von Manfred Schlüter. Arena Verlag, Würzburg
  • 1990: Sagen und Legenden vom Kölner Land und von der Erft. Wienand
  • 1991: Tilman Röhrig erzählt vom Ausbruch des Vesuv. Oetinger
  • 1991: Mit Hannibal über die Alpen. Arena
  • 1992: Sagen und Legenden aus dem Bergischen Land. Wienand
  • 1993: Sand oder Der Freiheit eine Gasse. Lübbe, ISBN 9783785706725
  • 1994: Robin Hood. Solange es Unrecht gibt. Dressler, 3-7915-1840-2
  • 1998: Funke der Freiheit. Am Vorabend der Revolution 1848/49. Arena
  • 1998: Wie ein Lamm unter Löwen. Lübbe, ISBN 3-404144-31-7
  • 1999: Immer Ärger mit Tina. Arena
  • 1999: Erik der Rote oder die Suche nach dem Glück. Dressler, Hamburg, ISBN 3-791518-41-0
  • 2000: Feuer und Asche über Pompeji. Oetinger
  • 2002: Wir sind das Salz von Florenz. Lübbe
  • 2004: Übergebt sie den Flammen. Lübbe
  • 2005: Die Ballade vom Fetzer. Bastei-Lübbe, ISBN 3-404-15326-X
  • 2005: Ein Sturm wird kommen von Mitternacht. Lübbe (Hardcover von Die Burgunderin)
  • 2007: Die Burgunderin. Lübbe, ISBN 978-3-404-15654-2
  • 2007: Riemenschneider. Piper, ISBN 978-3-492-05055-5
  • 2009: Caravaggios Geheimnis., Pendo, ISBN 978-3-866-12243-7
  • 2011: Der Sonnenfürst., Pendo, ISBN 978-3-866-12302-1

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Preise[Bearbeiten]

  • 1973 – Hörspielförderpreis von Radio Bremen für Buch und Regie
  • 1973 – Buxtehuder Bulle für sein Jugendbuch Thoms Bericht
  • 1973 – Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis für sein Buch Thoms Bericht
  • 1984 – Deutscher Jugendliteraturpreis für sein Jugendbuch In 300 Jahren vielleicht
  • 1985 – Auswahlliste für den Katholischen Kinderbuchpreis für "In 300 Jahren vielleicht"
  • 1985 – Kulturpreis der Stadt Hürth
  • 1994 – Jugendbuch des Monats Dezember der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach für „Robin Hood“
  • 1996 – Kulturpreis des Erftkreises
  • 1998 – Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland
  • 1990 – KölnLiteraturPreis - erster Preisträger dieses Preises; für seine historischen Erzählungen und Nacherzählungen
  • 2000 – Auswahlliste für den Rattenfänger- Literaturpreis für „Erik der Rote oder die Suche nach dem Glück“
  • 2002 – Friedrich-Bödecker-Preis
  • 2005 – VoerderJugendbuchpreis

Namenspatron[Bearbeiten]

Im Dezember 1995 wurde die Grundschule in Kürten nach Tilman Röhrig benannt. Bei der Suche nach einem Namenspatron entschied sich die Schule für Röhrig aufgrund seiner Eigenschaft als Kinderbuchautor mit regionalem Bezug zum Bergischen Land.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Datenblatt bei EKiR
  2. Website der Tilman-Röhrig-Schule Kürten