Todd-AO

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Todd-AO war ein 1955 eingeführtes Filmaufnahmeverfahren für 70mm Breitwandfilme.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

Todd-AO entstand nach eine Idee von Michael Todd, der bereits an der Entwicklung von Cinerama beteiligt war. Mit der American Optical Company wollte er ein einfacheres System entwickeln, das mit einer Linse die gleiche Wirkung auf den Zuschauer erzielen sollte wie das dreistreifige Format von Cinerama. Mit einer sphärischen Linse wurde das Bild mit einer Bildfrequenz von 30 Bilder pro Sekunde auf ein 65mm Filmnegativ aufgenommen. Die 70mm Vorführkopie enthielt die Tonspur auf sechs Magnettonstreifen. Philips entwickelte einen neuen Filmprojektor mit dem Namen DP70, der den Filmstreifen auf einer tiefgewölbten Leinwand von 128 Grad projiezieren konnte. Mit einer Aufnahme von 30 Bilder pro Sekunden, die das Flimmern auf einer 70mm Roadshow Vorführung verhinderte, war jedoch keine direkte Filmkopie auf 35mm möglich. Die ersten zwei Filme mussten daher zusätzlich mit einer Frequenz von 24 Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Für Oklahoma! entstand daher zeitgleich eine 35mm Cinemascope Fassung und für In 80 Tagen um die Welt eine zweite Todd-AO Version in verlangsamter Geschwindigkeit.

Als sich 20th Century Fox an Todd-AO beteiligte, wurden einige technische Veränderungen vorgenommen. Der Film wurden nun mit einer Bildfrequenz von 24 Bilder pro Sekunde aufgenommen, um direkt 35mm Filmkopien herstellen zu können. Auf die Filmvorführung auf einer tiefgewölbten Cinerama ähnlichen Leinwand wurde mit dem Einsatz einer neuen Linse von Bausch & Lomb verzichtet. Teure Umbauarbeiten für die Kinobesitzer entfielen. Mit Süd Pazifik wurden die Änderungen umgesetzt. 20th Century Fox griff nun für alle seine 70mm Grossproduktionen auf dieses Verfahren zurück. Nur gerade Columbia mit Porgy und Bess, United Artists mit Alamo und Universal mit Airport produzierten je einen Film in diesem Format. Mit Todd-70 entstand eine billigere Variante, die nur einmal eingesetzt wurde.

Nach dem Erfolg der ersten Filme entwickelte Panavision seine eigene Todd-AO Variante. Das Super Panavision Verfahren, das von den anderen Filmstudios gemietet werden konnte, wurde zum grössten Konkurrenten von 20th Century Fox auf dem 70mm Filmmarkt. Als Cinerama mit Erfolg anfing 70mm Filme auf ihre tiefgewölbten Leinwände vorzuführen, zog man mit der Entwicklung von Dimension 150 nach. Ins Hintertreffen geriet Todd-AO erst durch das Aufkommen von 70mm Blow Up. Todd-AO konnte zwar bessere Bildqualtität auf dem 35mm Film aufweisen, aber das Drehen auf 70mm Film war viel teurer als auf dem normalen 35mm Film. Der letzte vollständig in diesem Format gedrehte Film kam 1971 in die Kinos.

Das Karlsruher Kino Schauburg veranstaltet seit 2005 jährlich ein Todd-AO 70-mm Festival.

[Bearbeiten] Filme in Todd-AO

[Bearbeiten] Literatur

  • Joachim Polzer. (Hrsg.) Weltwunder der Kinematographie - Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik. (1. Ausgabe 1994) – Geschichte des 70-mm-Films. Verlag der DGFK Berlin.
  • Herbert Tümmel: Deutsche Laufbildprojektoren für 35- und 70-mm-Film, Katalog. Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin, 1986. Darin auch Zeiß-Ikon-Ernemann V für 70-mm- und 35-mm-Film, 1933, für Fox Grandeur (Schritt 19 mm)
  • Philips-Kinotaschenbuch. Herausgeberin: Deutsche Philips-G. m. b. H., Abteilung für Elektroakustik und Tonfilm; Hamburg, 1955; Verlag PORTA, München; S. 109-110

[Bearbeiten] Weblinks

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