Tolosa-Hunt-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
H05.1 Chronische entzündliche Affektionen der Orbita - Granulom der Orbita
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Tolosa-Hunt-Syndrom (Orbitaspitzensyndrom, Ophthalmoplegia dolorosa) wird eine schmerzhafte Lähmung der Augenmuskeln bezeichnet, die von dem spanischen Neurochirurgen Eduardo Tolosa (1900–1981) und seinem US-amerikanischen Fachkollegen William Edward Hunt (1921–1999) erstmals beschrieben wurde.[1][2]

Die Patienten klagen über scharfe, sehr starke Schmerzen hinter dem Auge. Ferner treten Lähmungen der von Nervus oculomotorius, Nervus trochlearis und Nervus abducens versorgten Augenmuskulatur auf.

Zugrunde liegt eine chronische granulomatöse Entzündung von hinter der Augenhöhle gelegenen Strukturen der Schädelbasis, nämlich der sogenannten Orbitaspitze, sowie des danebenliegenden Sinus cavernosus, einem Netz venöser Blutgefäße. Die Ursache dieser Entzündung, die fast nur Erwachsene betrifft, ist unbekannt. Zur Behandlung werden Kortikoide eingesetzt. Die Prognose ist günstig, wobei jedoch Rezidive auftreten können. Der sichere Ausschluss möglicher zugrunde liegender maligner Erkrankungen und Kontrollen der bildgebenden Diagnostik sind in jedem Fall erforderlich.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. William E. Hunt, John N. Meagher, Harry E. LeFever, Wolfgang Zeman: Painful opthalmoplegia. Its relation to indolent inflammation of the carvernous sinus. In: Neurology. Bd. 11, Nr. 1, January 1961, ISSN 0028-3878, S. 56–62, PMID 13716871, online.
  2. E. Tolosa, P. Fuenmayor, J. Llovet: Cavernous sinus syndrome. Considerations on the benign and spontaneously regressive forms. In: Revista española de oto-neuro-oftalmología y neurocirugía. Bd. 33, 1961, ISSN 0034-9453, S. 365–368, PMID 13921663.
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