Tom’s Diner

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Tom’s Diner
Suzanne Vega
Veröffentlichung 1. April 1987
Länge 2:09
Genre(s) Popsong
Autor(en) Suzanne Vega
Album Solitude Standing
Coverversion
1990 DNA
Suzanne Vega

Tom’s Diner [ˌtɑːmzˈdaɪnɚ] ist ein A-cappella-Lied der US-amerikanischen Sängerin und Songwriterin Suzanne Vega. Das Lied wurde 1981 geschrieben und 1987 auf Vegas Album Solitude Standing veröffentlicht. Erneut bekannt wurde das Lied, nachdem Vegas Gesang von der britischen Gruppe DNA Disciples für einen Remix verwendet wurde.

Inhalt[Bearbeiten]

Das Lied beschreibt in Form eines lyrischen Ichs den kurzen Aufenthalt einer Person in einem Café, nämlich Tom’s Restaurant in New York City. Die Person trinkt einen Kaffee, liest die Zeitung und beobachtet eine Frau, die ebenfalls das Café betritt. Draußen regnet es. Man kann das Glockengeläut einer nahe gelegenen Kathedrale hören, was den Erzähler an die vorangegangene Begegnung mit einer ungenannten Person erinnert. Am Ende verlässt die erzählende Person das Café, um einen Zug zu erreichen.

Aufnahme[Bearbeiten]

Ursprünglich dachte sich Vega das Lied als eine einfache Komposition mit Klavierbegleitung. Da sie jedoch kein Klavier spielen kann, entschloss sie sich für den ungewöhnlichen Weg einer A-cappella-Aufnahme. Die eigentliche Aufnahme geriet entsprechend sehr einfach: Es ist nur Vegas Gesang zu hören, der lediglich mit einem Halleffekt versehen wurde. Das Lied wurde nicht als Single aus dem Album Solitude Standing ausgekoppelt, sondern das Lied, das auf dem Album auf Tom’s Diner folgt: Luka – ein kommerziell recht erfolgreicher Titel.

Coverversionen[Bearbeiten]

DNA-Remix[Bearbeiten]

1990 produzierten zwei Produzenten unter dem Pseudonym DNA (später DNA Disciples) 1990 einen Remix von Tom’s Diner, indem sie unter Vegas Gesang einen Rhythmus von Soul II Soul legten und den Ablauf des Liedes so veränderten, dass das von Vega eigentlich nur im Fadeout gesungene „Dep De Dö Dep“ als Refrain verwendet wurde. Der Remix entstand ohne Kenntnis und Erlaubnis von Suzanne Vega. DNA vertrieb den Remix in kleinen Stückzahlen an Clubs. Vegas Plattenfirma A&M Records erfuhr von der Veröffentlichung und entschloss sich die Single zu kaufen und selbst zu veröffentlichen, anstatt gegen das Produzententeam DNA gerichtlich vorzugehen. Suzanne Vega selbst mochte den Remix und war wohl dafür verantwortlich, dass DNA gerichtlich nicht belangt wurden. Der "DNA-Remix" wurde deutlich erfolgreicher als Vegas Original und erreichte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz Platz 1 der Singlecharts. In Großbritannien und in den USA konnte sich der Remix ebenfalls in den Top Ten platzieren.

After One[Bearbeiten]

das deutsche Dance-Projekt After One brachte mit Tom's Diner Rap eine Coverversion heraus, die 1990 die Top 20 der deutschen Single-Charts erreichte.

weitere Versionen[Bearbeiten]

Vor allem der Erfolg des DNA-Remix zog eine ganze Reihe weiterer Interpretationen nach sich, die Vega 1991 auf dem Album Tom’s Album veröffentlichte. Dazu gehörten unter anderem Versionen von Billy Bragg und R.E.M. oder auch von Peter Behrens, dem ehemaligen Schlagzeuger von Trio.

Mittlerweile wird das Lied auch im Jazzgenre gelegentlich interpretiert; hier sind etwa die Instrumental-Versionen von Ivo Perelman (mit Guilherme Franco am Berimbau, 1991), Larry Schneider oder Renaud Garcia-Fons/Gérard Marais zu nennen.

„Die Mutter der MP3“[Bearbeiten]

Der Erfinder des Audiodatenkompressionsverfahren MP3, Karlheinz Brandenburg, erzählte in einem Interview, dass er gerade bei der Feinabstimmung des Kompressionsalgorithmus war, als er die A-cappella-Version von Tom’s Diner im Radio hörte. Er war von der Aufnahme begeistert und zunächst überzeugt, dass man die Charakteristik der Stimme von Suzanne Vega nicht ohne hörbaren Verlust komprimieren könne. Da Begleitinstrumente fehlten, war auch die psychoakustische Verdeckung kaum vorhanden. Brandenburg wählte das Lied in der Folge, um sein Audiodatenkompressionsverfahren zu testen und gegebenenfalls die Algorithmen zu überarbeiten. Insofern liegt es auf der Hand zu behaupten, dass MP3 ein Datenformat ist, um insbesondere Tom’s Diner möglichst audiophil zu komprimieren. Unter Tontechnikern wird Tom’s Diner darum auch „die Mutter der MP3“ genannt.

Weblinks[Bearbeiten]

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