Suzanne Vega

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Suzanne Vega (2014)

Suzanne Nadine Vega (* 11. Juli 1959 in Santa Monica, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Sängerin und Songwriterin.

Werdegang[Bearbeiten]

Suzanne Vega wurde in Santa Monica im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihre Mutter zog mit ihr ein Jahr nach ihrer Geburt nach New York, wo Suzanne in East Harlem und an der Upper West Side aufwuchs.[1] Im Alter von neun Jahren fing sie an, Gedichte zu schreiben; ihr erstes Lied schrieb sie im Alter von 14 Jahren. Zunächst besuchte sie die La Guardia High School of Music & Art and Performing Arts, wo sie modernen Tanz studierte. Sie erkannte jedoch, dass Musik ihre Berufung war. Als sie am Barnard College der Columbia University Anglistik studierte, trat sie auf kleinen Bühnen im New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village auf. 1984 bekam sie ihren ersten Plattenvertrag.

Karriere[Bearbeiten]

Suzanne Vega schreibt Musik größtenteils für ihre Gitarre. In der Produktion werden die Songs für eine mehrköpfige Band arrangiert.

Ab 1985[Bearbeiten]

Das 1985 veröffentlichte Debütalbum Suzanne Vega wurde äußerst positiv aufgenommen. Die Songs stemmen sich dem „Bigger is better“-Motto in der Mitte der 1980er Jahre entgegen. Sie sind jedoch keine typischen Protestsongs, sondern eher introspektiv.

Das 1987 veröffentlichte Nachfolgealbum Solitude Standing enthält zwei Songs, die Suzanne Vega einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machten: Tom’s Diner, ein Lied über Tom’s Restaurant, bekannt durch die Adaption der Gruppe DNA und die Tatsache, dass es das erste Lied war, das jemals in das MP3-Format konvertiert wurde[2], sowie Luka, ein Lied, das aus der Sicht eines misshandelten Kindes geschrieben wurde. Die Musik ist im Vergleich zu ihrem ersten Album stärker an der Rockmusik orientiert.

Ab 1990[Bearbeiten]

Das dritte Album Days of Open Hand aus dem Jahr 1990 stellt ein in sich geschlossenes Werk dar. Musik und Text sind getragen von mystischem Symbolismus und tiefen Emotionen. Die Musik ist im Vergleich zu den vorherigen Alben experimenteller.

1992 wurde 99.9°F veröffentlicht. Das Album besteht aus einem Mix aus akustischem Folk und Songs, die sich zwischen Dance-Beats und Industrial Noise bewegen.

Album Nummer fünf, Nine Objects of Desire, erschien 1996. Musikalisch variierte Vega den früheren, einfacheren Stil mit der ausführlicheren Produktion von 99.9F° sowie mit Bossa Nova.

Ab 2001[Bearbeiten]

Suzanne Vega (2008)

Im September 2001 erschien ihr Album Songs in Red and Gray. Als Ausdruck ihrer Erfahrungen trat die Beziehung zwischen Mann und Frau, insbesondere deren Fehldeutungen und Scheitern, thematisch in den Vordergrund. Musikalisch konzentrierte sich Vega wieder stärker auf akustische Elemente. Sie formulierte für sich zugleich einen höheren Anspruch, als nur ein unkompliziertes Folk-Album zu produzieren.

2007 erschien Beauty & Crime, das erste Album, die sie beim Plattenlabel Blue Note Records veröffentlichte.

Ab 2010[Bearbeiten]

Am 9. Februar 2010 erschien in den USA ihr Album Close-Up Vol. 1, Love Songs (weltweites Erscheinungsdatum: 14. Juni 2010)[3] auf ihrem Label „Amanuensis Productions“. Es enthält Neuaufnahmen vorhandener Songs zum Thema „Liebe“. Geplant sind vier Alben mit Neuaufnahmen, der zweite Teil zum Thema „Menschen, Orte und Dinge“, der dritte Teil zum Thema „Seinszustand“ ("State of being") und der letzte Teil mit „Familienliedern“.[4] Die Idee dahinter sei zum einen, die Lieder verfügbar zu halten (da sie keinen Plattenvertrag hat) und zum anderen, wenigstens eine Version der eigenen Songs zu besitzen, wenn man schon nicht über die Originalaufnahmen verfügt.[5] Die Neuaufnahmen sind akustische Versionen der Songs.

2011 widmete sich Vega vor allem ihrem Theaterstück Carson McCullers talks about love, einer fiktiven Autobiographie mit eigens dafür arrangierten Songs der Schriftstellerin Carson McCullers, die mit Vega in der Hauptrolle im April 2011 in New York uraufgeführt wurde.

Ab 2014[Bearbeiten]

Tales from the Realm Tour

Inzwischen betreibt Suzanne Vega ihr eigenes Plattenlabel.

Im Januar 2014 war Suzanne Vega in Deutschland auf Studio-Tour bei öffentlich-rechtlichen Sendern wie MDR Figaro und Bayern 2.[6][7] Bei MDR Figaro besteht seit dem 27. Januar 2014 befristet die Gelegenheit, das 80-minütige Konzert via Internet nachzuhören[8], Bayern 2 sendet die Höhepunkte des Studio-Konzerts am Ostersonntag, 20. April 2014, ab 15:05 Uhr.

Im Februar 2014 wurde nach sieben Jahren Pause ein neues Studioalbum mit zehn neuen Songs veröffentlicht. Das Album trägt den Titel Tales from the Realm of the Queen of Pentacles.[9]

Von Februar 2014 bis Juli 2014 befindet sich Suzanne Vega auf Welttournee. Für die Tournee, die am am 9. Februar 2014 in Hamburg begann, sind Konzerte in Europa, die USA, Asien und Australien geplant.

Bedeutung[Bearbeiten]

Obwohl Vegas kommerzieller Erfolg ab Mitte der 1990er abebbte, prägten einige ihrer Songs wie Tom’s Diner und Luka das musikalische Gesicht des frühen Jahrzehnts. Die Musikpresse nahm ihren Erfolg Ende der Achtziger zum Anlass, sie mit den ebenfalls stark Song-orientierten Musikerinnen Tanita Tikaram, Tracy Chapman und Michelle Shocked zu vergleichen. Der zeitgleiche Erfolg brachte verstärkt feministische Impulse in die Rockmusik und trug dazu bei, die Stellung der Frau im Rock-Business zu verbessern.

Persönliches[Bearbeiten]

Suzanne Vega trennte sich 1998 nach dreijähriger Ehe von ihrem Mann Mitchell Froom, dem Vater ihrer 1994 geborenen Tochter Ruby. Sie wechselte Manager und Plattenfirma und widmete sich ihrem ersten Buch, The Passionate Eye: The Collected Writing of Suzanne Vega. 2006 heiratete sie den Anwalt Paul Mills, mit dem sie in New York lebt.

„Die Mutter der MP3“[Bearbeiten]

Das MP3-Forscherteam um Karlheinz Brandenburg machte die ersten Praxistests mit der A-cappella-Version des Liedes Tom’s Diner von Suzanne Vega. Brandenburg hörte zufällig das Lied und empfand das Stück als geeignete Herausforderung für eine Audiodatenkompression. Tom's Diner, ein Song über ein kleines Restaurant in New York, wurde somit das weltweit erste Lied im MP3-Format - und Suzanne Vega zur „Mutter der MP3“ („mother of mp3“).[10]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1988: MTV Video Music Awards, Best Female Video für Luka
  • 1991: Grammy in der Kategorie Best Album Package für Days of Open Hand
  • 2008: Grammy in der Kategorie Best Engineered Album, Non Classical für Beauty & Crime
  • 2011: NY Music Awards, Best Pop/Rock Compilation für Close Up Volumes 1 & 2

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[11] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1985 Suzanne Vega 54
(8 Wo.)
11
(71 Wo.)
91
(30 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1985
1987 Solitude Standing 6
(38 Wo.)
3
(28 Wo.)
8
(18 Wo.)
2
(39 Wo.)
11
(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1987
1990 Days of Open Hand 16
(14 Wo.)
9
(10 Wo.)
19
(5 Wo.)
7
(7 Wo.)
59
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. April 1990
1992 99.9F° 27
(11 Wo.)
24
(6 Wo.)
20
(4 Wo.)
86
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. September 1992
1996 Nine Objects of Desire 43
(6 Wo.)
25
(7 Wo.)
23
(7 Wo.)
43
(3 Wo.)
92
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. September 1996
2001 Songs in Red and Gray 53
(2 Wo.)
47
(5 Wo.)
178
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. September 2001
2007 Beauty & Crime 81
(2 Wo.)
79
(3 Wo.)
129
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Juni 2007
2014 Tales from the Realm of the Queen of Pentacles 38
(… Wo.)
66
(… Wo.)
37
(… Wo.)
173
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. Januar 2014

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[11] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1998 Tried & True: The Best of 58
(4 Wo.)
29
(3 Wo.)
46
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1998
2003 Retrospective: The Best of 27
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 2003

Weitere Alben:

  • 2010: Close-Up Vol. 1, Love Songs
  • 2010: Close-Up Vol. 2, People & Places
  • 2011: Close-Up Vol. 3, States of Being
  • 2012: Close-Up Vol. 4, Songs of Family'
  • 2012: Live In Germany 1989
  • 2012: Live at The Barbican

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[11] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1985 Marlene On The Wall
Suzanne Vega
21
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1985
Small Blue Thing
Suzanne Vega
65
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1985
1986 Left Of Center
Pretty in Pink (O.S.T.)
32
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1986
(mit Joe Jackson)
Gypsy
Solitude Standing
77
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1986
1987 Tom’s Diner
Solitude Standing / Taste This
1
(26 Wo.)
1
(14 Wo.)
1
(22 Wo.)
2
(13 Wo.)
5
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1987
(mit DNA)
Luka
Solitude Standing
9
(10 Wo.)
23
(8 Wo.)
3
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1987
Solitude Standing
Solitude Standing
79
(2 Wo.)
94
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1987
1990 Book Of Dreams
Days of Open Hand
66
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1990
1992 In Liverpool
99.9F°
52
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1992
99.9F°
99.9F°
46
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1992
Blood Makes Noise
99.9F°
60
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1992
1993 When Heroes Go Down
99.9F°
58
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1993
1997 No Cheap Thrill
Nine Objects of Desire
40
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1997

Quellen[Bearbeiten]

  1. Carrie Havranek: Women Icons of Popular Music: The Rebels, Rockers, and Renegades. Westport CT, Greenwood Press 2009. ISBN 978-0-313-34083-3 S. 462
  2. Suzanne Vega trifft MP3-Entwickler – Bericht auf heise.de vom 4. August 2007
  3. Suzanne Vega Close-Up Vol. 1 Love Songs Available Worldwide June 14th!
  4. Suzanne Vega, Musician
  5. "Taking Names" im "New Yorker" (vom 15. Februar 2010)
  6. http://www.mdr.de/mdr-figaro/vega_Studiokonzert100.html
  7. http://www.br.de/radio/bayern2/inhalt/musik/bayern2-studioclub/suzanne-vega-studioclub-muenchen100.html
  8. Link zu Figaro, abgerufen am 27. Januar 2014
  9. Suzanne Vega’s First New Album in 7 Years Out This February (abgerufen am 13. Dezember 2013)
  10. Podcast „Grünes Glück“: Suzanne Vega über ihre Rolle als „Mutter von mp3“
  11. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Suzanne Vega – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien